Ich kenne diesen Moment gut. Eine Frau schreibt mir, dass sie schon lange mit dem Gedanken spielt, einmal alleine wegzufahren. Nicht mit der Familie, nicht mit der Freundin, einfach für sich. Und dann kommt fast immer derselbe Satz: "Aber ich weiss nicht, ob ich mich das traue."
Diesen Satz höre ich öfter, als du denkst. Und ich verstehe ihn auch. Alleine eine Reise zu buchen, fühlt sich für viele Frauen grösser an, als es eigentlich ist. Deshalb möchte ich hier einmal ehrlich aufschreiben, was dahintersteckt – und warum ein Retreat aus meiner Sicht einer der einfachsten Wege ist, genau diesen Schritt zu machen.
Warum so viele Frauen vor dem Alleine-Buchen zögern
Die Gründe, die mir am häufigsten begegnen, sind eigentlich immer dieselben.
Da ist zuerst das schlechte Gewissen. Gerade Mütter erzählen mir oft, dass sie sich komisch dabei fühlen, einfach so für sich wegzufahren. Als müsste man sich dafür rechtfertigen. Dabei braucht niemand eine Rechtfertigung dafür, sich mal eine Auszeit zu nehmen.
Dann ist da die Frage, ob man überhaupt zu den anderen Teilnehmerinnen passt. Wer sind diese Frauen? Bin ich da am richtigen Ort? Diese Unsicherheit ist menschlich, aber sie hält viele Frauen davon ab, überhaupt erst eine Anfrage zu stellen.
Und schliesslich die Sorge, reiterlich nicht gut genug zu sein. Diese Frage bekomme ich fast bei jeder Anfrage gestellt, und sie ist meistens unbegründet – aber dazu später mehr.
Alle drei Punkte haben eines gemeinsam: Es sind Gedanken, die meistens grösser sind als die Realität. Das weiss ich, weil ich es immer wieder von Frauen höre, die genau diese Sorgen hatten und danach sagen: Meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen.
Was bei einem Retreat anders ist als bei einer "normalen" Alleinreise
Eine Alleinreise völlig frei zu planen, kann wunderbar sein. Sie kann aber auch anstrengend sein, gerade wenn man es nicht gewohnt ist. Man muss alles selbst organisieren, jede Entscheidung selbst treffen, und am Abend sitzt man manchmal alleine am Tisch und fragt sich, ob man jetzt jemanden ansprechen soll oder nicht.
Bei einem Retreat ist das anders. Es gibt eine klare Struktur – du weisst, wann geritten wird, wann gegessen wird, wann Yoga ist –, aber innerhalb dieser Struktur ist nichts Pflicht. Bei uns heisst das: alles kann, nichts muss. Wenn du am Morgen lieber eine Stunde für dich brauchst statt zum Yoga zu kommen, ist das vollkommen in Ordnung.
Gleichzeitig bist du nie wirklich allein, wenn du es nicht willst. Eine Gruppe ist automatisch da. Man muss sich nicht aktiv um Anschluss bemühen, so wie das auf einer Soloreise oft nötig ist. Und die Pferde sind dabei ein wunderbarer gemeinsamer Nenner. Man muss sich nicht extra etwas überlegen, worüber man reden könnte – man steht zusammen am Stall, putzt sein Pferd, und das Gespräch ergibt sich von selbst.
Das ist für mich auch der grosse Unterschied zu vielen anderen Gruppenreisen: Es ist Gemeinschaft, die kein Muss ist, sondern ein Kann.
Was Erstbucherinnen tatsächlich erleben
Ich könnte dir jetzt viel darüber erzählen, wie es ist – aber ich glaube, es ist ehrlicher, wenn ich dir zeige, was Frauen, die zum ersten Mal bei uns waren, danach selbst geschrieben haben.
"Selten habe ich mich unter fremden Menschen so schnell zu Hause und wohl gefühlt", hat eine Teilnehmerin aus Sizilien geschrieben – nach ihrem ersten Aufenthalt bei uns.
Eine andere, die zum ersten Mal in Ibiza dabei war: "Es war mein erster Aufenthalt bei Reiten & Yoga. Meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen."
Das sind keine Einzelfälle. Dieser Satz – "meine Erwartungen wurden übertroffen" – taucht bei Erstbucherinnen auffallend oft auf. Ich glaube, das liegt genau daran, dass die Hürde vorher meistens grösser wirkt als das, was dann tatsächlich passiert. Man stellt sich vor, fremd zu sein, nicht dazuzugehören, sich anstrengen zu müssen. Und dann merkt man vor Ort: Es ist viel einfacher, als gedacht.
Für wen das nichts ist
Ich finde es wichtig, auch das offen zu sagen: Ein Retreat ist nicht für jede Frau das Richtige.
Wenn du auf Reisen komplett unabhängig sein möchtest – jeden Tag selbst entscheiden, wohin es geht, wann du isst, wann du etwas unternimmst –, dann ist eine geführte Gruppenreise wahrscheinlich nicht das, was du suchst. Auch wenn du grundsätzlich keine Lust auf eine Gruppe hast, egal wie locker sie organisiert ist, wird dir ein Retreat eher nicht liegen.
Das ist auch völlig in Ordnung. Ich glaube nicht, dass jedes Reiseformat für jeden Menschen passt, und ich möchte hier niemandem etwas einreden, was nicht zu ihr passt.
Und wie ist das mit dem Reiten?
Die Sorge, reiterlich nicht gut genug zu sein, höre ich fast immer. Die gute Nachricht: Wir haben Retreats für ganz unterschiedliche Erfahrungsstufen, von ruhigen, eher einsteigerfreundlichen Programmen bis zu anspruchsvolleren Ritten für sehr erfahrene Reiterinnen. Wenn du dir nicht sicher bist, welches Level für dich passt, findest du dazu mehr in unserem Artikel über Reiterfahrung, oder du schreibst uns einfach – wir sagen dir ehrlich, was zu dir passt.
Der erste Schritt ist meistens der schwerste
Was ich über die Jahre gelernt habe: Die grösste Hürde liegt selten im Retreat selbst, sondern davor. Die Anfrage zu schreiben. Sich zu trauen, zu buchen. Sich einzugestehen, dass man sich diese Zeit für sich nehmen darf.
Danach läuft es meistens von selbst.
Wenn du wissen möchtest, welches Retreat zu dir passt, schau dir unseren Retreat Guide an – dort findest du alle Angebote mit den jeweiligen Anforderungen und Destinationen im Überblick.

