Reiten & Yoga im Okavango Delta – ein neuer Retreat in Botswana

2027 werden wir zum ersten Mal ein Reitsafari & Yoga Retreat im Okavango Delta in Botswana durchführen. Die Daten stehen bereits fest: Vom 20. bis 27. März 2027 verbringen wir acht Tage und sieben Nächte in einer der eindrücklichsten Landschaften Afrikas. Ich wollte schon länger einmal etwas ausführlicher darüber schreiben, weil ich finde, dass dieses Retreat ein bisschen mehr Erklärung braucht als andere. Botswana ist nicht einfach ein weiterer schöner Ort, an dem wir reiten und Yoga machen, sondern ein Erlebnis, das in vieler Hinsicht besonders ist.

Wenn ich Retreats beschreibe, versuche ich immer, sie so greifbar wie möglich zu machen. Ich möchte, dass du beim Lesen bereits ein Gefühl dafür bekommst, wie es dort aussieht, wie sich die Landschaft anfühlt und was dich ungefähr erwartet. Viele Gäste sagen mir später, dass es vor Ort genauso aussieht wie auf den Bildern, und genau das ist mir wichtig. Die Fotos auf meiner Webseite und auf Instagram sind in den meisten Fällen meine eigenen oder stammen von Fotograf*innen, mit denen ich zusammenarbeite. Sie zeigen das, was du auf dem Retreat auch wirklich erlebst. Beim Botswana Retreat ist das eine Ausnahme, denn dort war ich selbst noch nicht. Die Bilder stammen vom Anbieter, und normalerweise würde ich einen neuen Ort immer zuerst selbst anschauen, bevor ich ihn ausschreibe.

Dass ich es in diesem Fall anders mache, hat mit der Entstehung dieses Retreats zu tun. Im Februar 2025 war ich mit Freundinnen bei den Victoriafällen. Wir sind nach Simbabwe geflogen, hatten ein Hotel in Sambia und wurden von dort nach Kasane in Botswana gebracht, wo unsere Safari begann. Gebucht hatten wir diese Reise über Kambaku, weil ich sehen wollte, wie Kambaku seine Safaris organisiert. Die ganze Reise war hervorragend gemacht, mit schönen Unterkünften, tollen Guides und einer sehr stimmigen Atmosphäre. Damals sind wir auch durch den Caprivi-Streifen gefahren, diesen schmalen Teil im Norden Namibias, der an Botswana grenzt und geografisch ganz nah am Okavango Delta liegt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich früher oft gar nicht so genau wusste, wo was liegt, solange ich nicht selbst dort war. Für mich werden Orte erst wirklich lebendig, wenn ich sie mit eigenen Augen gesehen habe. Genau deshalb reise ich so gerne, weil sich mit jeder Reise die Karte ein Stück weiter öffnet.

So war es auch mit dem Okavango Delta. Ich kannte natürlich diese Bilder von Pferden im Wasser, von Elefanten in der Ferne, von dieser weiten, wilden Landschaft, aber auf dieser Reise bekam das Ganze plötzlich einen echten Bezug. Und irgendwo unterwegs sagten wir halb im Scherz, dass wir 2027 nach Botswana gehen könnten. Wie so oft war das erst einmal einfach ein Gedanke. Ich habe viele Ideen, manche bleiben Ideen, manche werden irgendwann Realität, und ich muss gar nicht immer sofort wissen, was am Ende daraus wird. Umso schöner war es dann, als Anfang 2026 eine Nachricht auf Instagram kam. Okavango Horse Safaris schrieb mir und fragte, ob ich mir vorstellen könnte, mit ihnen ein Yoga Retreat zu organisieren. Die Betreiberin Alex wollte schon länger einmal ein solches Format anbieten, ich wollte irgendwann ins Okavango Delta, und so begann dieser Kontakt.

Ich arbeite wahnsinnig gerne mit Orten zusammen, die selbst auf mich zukommen. Da ist oft von Anfang an eine gute Energie da, weil beide Seiten wirklich Lust auf die Zusammenarbeit haben. Ich mag es nicht, wenn man einem schönen Ort hinterherrennen muss und von der anderen Seite wenig zurückkommt. Das mache ich heute nicht mehr. In diesem Fall war von Beginn an ein sehr guter Flow da. Die Kommunikation war klar, professionell und angenehm, und genau daran merke ich oft schon viel. Nach zwölf Jahren in diesem Business habe ich ein recht gutes Gefühl dafür entwickelt, wie etwas in der Realität wohl ist. Man sieht auf Bildern und auf Instagram oft schnell, ob ein Ort wirklich stimmig ist oder nur für die Webseite schön gemacht wurde. Bei Okavango Horse Safaris hatte ich von Anfang an einen sehr guten Eindruck, auch durch die Bewertungen und Rückmeldungen anderer Gäste.

Trotzdem bleibt es eine Ausnahme, dass ich einen Retreat ausschreibe, ohne vorher selbst dort gewesen zu sein. Ich mache das nur unter bestimmten Voraussetzungen. Alle offenen Fragen müssen vorher geklärt sein, die Kommunikation muss stimmen, der Gesamteindruck muss gut sein und ich muss das Gefühl haben, dass der Anbieter weiss, was er tut. Genau das war hier der Fall. Gleichzeitig schreibe ich es auch offen aus: Ich war noch nicht selbst dort. Deshalb werde ich für dieses erste Botswana Retreat nur Gäste mitnehmen, die schon einmal mit mir unterwegs waren und mich sowie meine Art zu arbeiten bereits kennen. Das ist mir wichtig, weil ein neuer Ort immer auch ein kleines Stück Unbekanntes mit sich bringt. Gerade dadurch hat dieses Retreat aber auch etwas Besonderes. Ganz ehrlich: Ich weiss im Moment noch nicht, ob ich es danach regelmässig anbieten werde, denn die Anreise ist deutlich aufwendiger als bei vielen anderen Destinationen und ich muss eine solche Reise logistisch immer gut in andere Aufenthalte in Afrika einbinden. Gleichzeitig habe ich grosse Freude daran, ab und zu auch etwas Neues zu wagen. Ich liebe meine bestehenden Retreats und ich liebe auch die Verbindungen, die über die Jahre mit meinen Partnern entstanden sind, aber ich möchte mir diese Freude an neuen Orten und neuen Erfahrungen erhalten.

Botswana gehört reittechnisch klar zu den anspruchsvolleren Retreats. Wir haben im Reiten & Yoga Angebot ganz unterschiedliche Formate, von Einsteigerinnen-freundlichen Retreats bis zu solchen, bei denen wirklich sehr gute Reitkenntnisse gefragt sind. Das Okavango Delta ist kein eingezäuntes Gelände, sondern freie Wildnis. Dort gibt es Elefanten, Löwen, Nilpferde, Krokodile, Büffel und viele andere Tiere, und genau deshalb braucht es für dieses Retreat einen sehr sicheren Sitz, aktuelle Reiterfahrung und eine gute körperliche Kondition. Das ist kein Retreat für jemanden, der nur ab und zu in den Ferien reitet oder nach längerer Pause wieder einmal auf ein Pferd steigt. Du solltest auch kleine Natursprünge sicher meistern können und dich auf längeren Strecken im Sattel wohlfühlen. Ich weiss, dass ich bei diesem Thema manchmal als streng wahrgenommen werde, aber ich bin das sehr bewusst. Mir ist es lieber, ich bespreche das im Vorfeld offen und sage auch einmal nein, als dass jemand viel Geld ausgibt, anreist und dann merkt, dass es nicht das Richtige ist. Diese Klarheit ist auch der Grund, weshalb unsere Gruppen in der Regel sehr stimmig sind und das Reiten dann genau dem entspricht, was ausgeschrieben wurde.

Die Pferde bei Okavango Horse Safaris sind sehr vielfältig. Es gibt Warmblüter, Araber, Anglo-Araber, Boerperds und auch lokale Pferdetypen wie Basotho-Ponys. Gerade diese kleineren, robusten Pferde passen oft perfekt in die Landschaft und sind unglaublich ausdauernde Partner. Anders als bei vielen anderen Retreats wird man dort nicht zwingend jeden Tag dasselbe Pferd reiten. Da die Ritte lang und zum Teil anspruchsvoll sind, werden die Pferde bewusst gewechselt, damit sie genug Pausen haben und gesund und motiviert bleiben. Auch das ist etwas, das man im Voraus wissen sollte.

Was die Tierwelt betrifft, ist das Okavango Delta natürlich beeindruckend. Man kann dort Elefanten, Büffel, Giraffen, Zebras, Gnus, Kudus, Letschwe-Antilopen, Impalas, Wasserböcke, Warzenschweine, Schakale, Paviane, grüne Meerkatzen, Hyänen und mit etwas Glück auch Leoparden, Löwen, Geparden oder afrikanische Wildhunde sehen. Dazu kommen viele kleinere Tiere und eine unglaubliche Vogelwelt. Auch nachts verändert sich die Szenerie noch einmal, mit Tieren wie Stachelschweinen, Erdferkeln, Zibetkatzen oder Servalen. Genau diese Mischung aus Reiten, Wildnis und Naturbeobachtung macht den Ort so besonders.

Natürlich stellt sich bei einem solchen Gebiet auch die Frage nach der Sicherheit. Die Ritte werden von erfahrenen, bewaffneten Guides begleitet, und je nach Gruppengrösse sind mehrere Guides dabei. Die Waffen dienen als Sicherheitsmassnahme und zur Abschreckung, nicht als etwas, das man einfach einsetzen möchte. Die Guides kennen das Gebiet, wissen, wie man sich verhält, wo man reiten kann und wo besondere Vorsicht geboten ist. Gleichzeitig bedeutet das auch für uns als Reiterinnen, dass wir die Anweisungen zuverlässig umsetzen können müssen. Wenn es heisst, dass wir stillhalten, dann muss das gehen, und wenn es heisst, dass wir zügig weiterreiten, dann muss auch das möglich sein. Genau deshalb ist ein solides reiterliches Fundament hier so wichtig.

Die Lodge selbst liegt mitten im Okavango Delta und ist nur per Flug erreichbar. Zuerst fliegt man nach Maun, dem zentralen Flughafen für diese Region, und von dort geht es entweder mit einem Kleinflugzeug und anschliessender Autofahrt weiter oder direkt mit dem Helikopter ins Camp. Gerade dieser letzte Teil der Anreise macht das Ganze natürlich schon zu einem Abenteuer für sich. Das Camp ist klein, exklusiv und wunderschön gelegen. Wir haben es für unsere Gruppe ganz für uns allein, was ich sehr schätze. Die Unterkünfte sind grosszügig, hell und stilvoll eingerichtet, so wie man es sich von einem hochwertigen Safari Camp wünscht, mit schönen Betten, Moskitonetzen, Sitzmöglichkeiten, einem kleinen Pool und gemeinschaftlichen Bereichen, in denen man essen, lesen oder einfach die Landschaft auf sich wirken lassen kann.

Ein besonderer Teil dieses Retreats ist ausserdem das Fly Camp. Dorthin reitet man nicht einfach für einen kurzen Abstecher, sondern verbringt mehrere Tage in einem anderen Teil des Gebiets. Dadurch erlebt man nicht nur das Hauptcamp, sondern auch noch einmal eine andere, noch ursprünglichere Seite des Deltas. Dieses Fly Camp ist kein raues Campen, sondern sehr komfortabel, mit schönen Zelten, gemütlichen Aufenthaltsbereichen und allem, was man braucht. Gerade dieser Wechsel zwischen zwei Orten macht die Reise noch intensiver.

Zum detaillierten Programm werde ich hier nicht alles noch einmal aufführen, denn das findest du übersichtlich auf der Retreatseite. Was ich aber sagen kann, ist, dass diese Woche so aufgebaut ist, dass sie sowohl die längeren, eindrücklichen Reittage als auch ruhigere Momente zum Ankommen und Integrieren enthält. Es wird Yoga geben, angepasst an die Gruppe, an die Tage und an das, was körperlich gerade sinnvoll ist. Es wird Zeiten geben, in denen wir einfach nur dort sind, schauen, erleben und diese Landschaft auf uns wirken lassen. Und genau das ist für mich der Kern dieses Retreats: nicht möglichst viel hineinzupacken, sondern ein Erlebnis zu schaffen, das trotz seiner Intensität Raum lässt.

Wichtig ist mir auch noch der Hinweis zur Versicherung. So eine Reise sollte man nicht ohne gute Absicherung antreten. Natürlich hoffen wir immer, dass nichts passiert, und in all den Jahren musste ich noch nie jemanden mit dem Helikopter oder Krankenwagen aus einem Retreat holen lassen. Trotzdem bleiben Pferde Pferde, Reisen bleiben Reisen und manchmal reicht schon etwas völlig Alltägliches, damit man froh ist, versichert zu sein. Ich empfehle deshalb ganz klar eine Reiserücktrittsversicherung sowie eine gute Kranken- und Rücktransportversicherung. Vor Ort gibt es im Notfall die Möglichkeit, per Helikopter ins nächste Spital gebracht zu werden, aber auch danach muss alles Weitere abgesichert sein. Gerade bei einer Reise in dieser Grössenordnung ist das für mich kein Extra, sondern Teil einer verantwortungsvollen Vorbereitung.

Wir werden dieses erste Botswana Retreat mit einer kleinen Gruppe durchführen, je nach Belegung mit acht bis zehn Gästen. Auch das passt zu diesem Ort. Ich mag kleine Gruppen ohnehin sehr, und gerade in einer Umgebung wie dieser ist es noch einmal stimmiger, mit wenigen Menschen unterwegs zu sein.

Ich freue mich sehr auf dieses neue Kapitel. Botswana ist kein Retreat für alle, und genau das muss es auch nicht sein. Aber für die richtigen Menschen kann es eine Reise sein, die man nie mehr vergisst. Wenn du dich dafür interessierst, findest du alle weiteren Informationen inklusive Programm, Anreise und Details zur Unterkunft auf der Webseite.

Posted on March 9, 2026 .

Reitsafari & Yoga Retreat in Namibia – für wen es passt und für wen nicht

Ich werde oft gefragt, welcher Retreat denn der richtige ist, und meine Antwort ist eigentlich immer dieselbe: Es kommt darauf an, was du suchst, weil jeder Retreat eine ganz eigene Energie hat und sich nicht einfach nur durch das Land unterscheidet, in dem er stattfindet.

Marokko ist ein bisschen mein Bootcamp. Es ist wild, frei, schnell, anstrengend, erdend, manchmal dreckig, aufgemischt und gleichzeitig eingebettet in wunderschöne Riads. Du sitzt viele Stunden im Sattel, du bist körperlich gefordert, du bist viel draussen unterwegs und am Abend spürst du, was du gemacht hast.

Unsere Wanderreiten & Yoga Retreats auf San Jon im Engadin sind ruhiger. Die Ritte sind langsamer, es gibt mehr Zwischenräume, mehr Zeit für dich, mehr Zeit zum Nachdenken, zum Schlafen, zum Abschalten.

Namibia ist nochmals etwas anderes, und zwar vor allem deshalb, weil es mein längster Retreat ist. Wir verbringen acht Tage und sieben Nächte am gleichen Ort, in derselben Lodge, ohne zwischendurch weiterzureisen oder die Unterkunft zu wechseln, was bedeutet, dass du wirklich ankommen kannst, ohne im Hinterkopf zu haben, dass du am nächsten Morgen wieder alles zusammenpacken musst.

Seit 2023 führen wir diesen Retreat auf der Kambaku Lodge durch, nachdem ich 2022 selbst dort war, um mir alles genau anzuschauen. Für mich ist es wichtig zu sehen, wie die Pferde gehalten werden, wie gearbeitet wird, wie mit Gästen umgegangen wird und wie sich ein Ort anfühlt, bevor ich ihn in mein Programm aufnehme. Und ich war damals wirklich sofort überzeugt – von der Liebe zum Detail, von der Professionalität des Teams, vom Wissen der Guides und vor allem von den Ritten, bei denen du unterwegs bist und ganz selbstverständlich Zebras, Giraffen, Antilopen oder Warzenschweine siehst, während über dir Vögel kreisen und rundherum einfach Natur ist.

Natürlich ist die Reise nach Namibia nicht kurz. Von der Schweiz, Österreich oder von Deutschland aus sind es ungefähr zehn Stunden Flugzeit, aktuell unter anderem mit Discover Airlines direkt von Frankfurt oder München nach Windhoek, alternativ auch über Johannesburg oder Addis Abeba. Was ich persönlich sehr angenehm finde, ist, dass es keine Zeitverschiebung gibt, sodass du zwar lange unterwegs bist, aber keinen Jetlag hast und dich nach der ersten Nacht nicht komplett verschoben fühlst.

Namibia ist zudem ein sehr sicheres Reiseland, was viele interessiert. Du musst dir am Flughafen keine Sorgen machen, es ist ruhig, freundlich und gut organisiert, und du kannst die Reise problemlos mit ein paar zusätzlichen Tagen davor oder danach verbinden. Seit diesem Jahr bieten wir auch organisierte Safaris im Anschluss an den Retreat an, du kannst aber genauso gut selbst ein Auto mieten und das Land individuell erkunden. Wenn du dich anmeldest und die Anzahlung geleistet hast, bekommst du von mir eine ausführliche Infoliste mit Packliste, Wetterinformationen, Kontakten und ganz konkreten Tipps zu Hotels und Reiserouten, alles Dinge, die ich selbst getestet habe.

Wenn du in Windhoek landest und nicht individuell weiterreist, holen wir dich am Flughafen ab und fahren gemeinsam zur Lodge, was je nach Stopps und Verkehr zwischen vier und fünf Stunden dauert. Meistens kommen die Flüge am Morgen an, sodass wir am frühen Nachmittag auf Kambaku eintreffen. Dort wirst du mit einem Welcome-Drink begrüsst, bekommst ein Mittagessen und hast Zeit, dich von der Reise zu erholen. Schon beim ersten Blick von der Terrasse ins Reservat siehst du oft Tiere, und genau das macht diesen Ort so besonders.

Am ersten Abend treffen wir uns am Feuerplatz mit Blick auf das Wasserloch, stellen uns vor, lernen uns kennen und beginnen oft mit einer kleinen Meditation oder Achtsamkeitsübung, bevor wir gemeinsam zu Abend essen. Das Abendessen findet immer um 20 Uhr statt und besteht aus drei Gängen, mit viel frischem Gemüse und – wenn möglich – lokalen Produkten, sehr schön zubereitet. Je nach Wetter sitzen wir auf der Dachterrasse oder im Innenbereich. Das Frühstück und auch das Mittagessen finden auf der Terrasse mit Blick ins Naturreservat statt. Drei Mahlzeiten pro Tag sind inkludiert, am Nachmittag gibt es Kaffee und Kuchen, und den ganzen Tag stehen Säfte, Joghurt, Früchte und Tee zur Verfügung.

Die Tage haben eine klare Grundstruktur, sind aber nicht durchgetaktet. Jeden Tag praktizieren wir 90 Minuten Yoga, entweder morgens um halb neun oder abends um 18 Uhr, meist draussen im Garten zwischen Zitronenbäumen, begleitet von Vogelgezwitscher. Einmal fahren wir bewusst in den Busch hinaus, rollen dort die Matten aus und praktizieren mitten in der Natur, was jedes Mal ein besonderes Erlebnis ist, bevor wir anschliessend zu einem Buschfrühstück an einen schattigen Ort fahren, wo alles vorbereitet ist.

Wir reiten täglich zwei bis zweieinhalb Stunden, entweder am Morgen oder am späten Nachmittag. Wenn wir abends reiten, führen uns die Wege oft zu einem Sun Downer, wo wir die Pferde absatteln und frei lassen, während wir einen Gin Tonic oder einen Softdrink trinken und der Sonne beim Untergehen zuschauen, während die Pferde vor uns grasen. Zurück zur Lodge werden wir mit dem Jeep gefahren.

Die Reitgruppen sind nach Niveau eingeteilt, sodass wirklich jede und jeder mitkommen kann. Absolute Beginner reiten in einer Schrittgruppe und können, wenn sie möchten, traben lernen. Wer lieber im Schritt bleibt, kann die Wildtiere in Ruhe vom Pferd aus beobachten. Für fortgeschrittene Anfänger gibt es Gruppen mit Schritt und Trab und eventuell ersten Galopps, und für erfahrene Reiterinnen und Reiter gibt es eine eigene Gruppe mit viel Trab und Galopp, um grössere Teile des Gebiets zu entdecken.

Optional kannst du eine Nacht im Buschcamp buchen, das auf einer Waldlichtung liegt. Du reitest oder fährst mit dem Jeep dorthin und übernachtest in einem auf Stelzen gebauten Zelt mit 1.60 Meter breitem Bett, bequemer Matratze und allem, was du brauchst. Du kannst das Zelt alleine nutzen oder teilen. Es gibt ein Outdoor-Bad mit holzbefeuerter Dusche und eine Toilette mit freier Sicht in die Umgebung. Die Wege sind mit Laternen beleuchtet, am Abend kocht ein Guide für dich auf dem Grill, und am nächsten Morgen führt er dich auf einem Buschwalk durch die Umgebung, bevor du gegen Mittag wieder zur Lodge zurückkehrst.

Wenn du möchtest, kannst du zudem einen Ausflug in den Etosha National Park machen, der etwa zwei Stunden entfernt liegt. Du fährst um fünf Uhr los, frühstückst vor dem Park und verbringst den Tag im Safari-Fahrzeug, da man im Park nicht aussteigen darf. Am Mittag isst du in einem staatlich geführten Restaurant im Park, und am Abend bist du wieder vor dem Abendessen zurück auf Kambaku.

Das Reservat umfasst rund 8000 Hektar, also etwa 80 Quadratkilometer, und alle Ritte finden innerhalb dieses Gebiets statt. Es gibt dort keine Löwen, Elefanten, Nashörner, Nilpferde, Krokodile oder andere grosse gefährliche Tiere, aber es gibt Leoparden, die extrem scheu und selten zu sehen sind. Ja, es gibt Schlangen, auch giftige, aber sie verschwinden in der Regel, wenn sie Vibrationen wahrnehmen, und in über 20 Jahren seit es Kambaku gibt, gab es keinen Vorfall mit Verletzungen durch Schlangen. Spinnen gibt es ebenfalls, allerdings keine für dich gefährlichen. Wichtig ist einfach zu bedenken, dass es ein Wildreservat ist, und ein gewisser Respekt vor der Natur dazu gehört.

Wir reisen in der Regel Ende Februar oder Anfang März, inzwischen dreimal pro Jahr, weil der Retreat so beliebt ist. Es ist das Ende der Regenzeit, was bedeutet, dass es warm ist – teilweise um die 30 Grad – und das Land oft sehr grün ist, mit vielen jungen Tieren. Manche Jahre regnet es kaum, manche Jahre gibt es täglich kurze Schauer. Wir sind mit dem Programm immer flexibel und konnten bisher alles wie geplant durchführen.

Die Lodge selbst ist eine Vier-Sterne-Unterkunft mit 13 Zimmern. Alle Zimmer sind Doppelzimmer mit 1.80 Meter breiten Betten, die bis auf ein Zimmer nicht getrennt werden können. Du kannst ein Doppelzimmer alleine buchen oder mit einer Begleitperson teilen. Wenn du teilst, schläfst du gemeinsam unter einem Moskitonetz, allerdings mit getrennten Bettdecken. Jedes Zimmer hat natürlich auch sein eigenem Bad. Es gibt Standardzimmer, grössere Luxuszimmer mit privater Terrasse und Safari-Bungalows etwas ausserhalb der Lodge, die wie kleine Häuser mit Zeltwänden aufgebaut sind und über ein eigenes Bad sowie eine Terrasse verfügen. WLAN gibt es im Haupthaus, in den Safari-Bungalows kaum oder gar nicht.

Wie bei allen meinen Retreats ist das Pferdewohl zentral. Die Pferde leben in Gruppenhaltung, haben täglich Zugang zu Heu, bekommen Kraftfutter, Mineralfutter und individuelle Zusätze, regelmässige Hufpflege, jährliche Zahnarztkontrollen und bei Bedarf Physiotherapie. Das Team ist sehr geschult in Pferdegesundheit, da ein Tierarzt mindestens zwei Stunden entfernt ist, und wenn etwas ist, wird sofort gehandelt. Das Maximalgewicht liegt wie bei all meinen Retreats bei 80 Kilogramm, auf Anfrage können aber auch Personen bis 95 Kilogramm mitkommen. Es gibt rund 30 Pferde unterschiedlicher Rassen und Grössen, vom Appaloosa über namibianisches Warmblut bis zu Basuto-Pferden und anderen Mixen. Die Pferde haben Stockmasse von etwa 1.40 bis knapp 1.70 m.

Namibia passt also zu dir, wenn du dir acht Tage Zeit nehmen möchtest, wenn du an einem Ort bleiben willst, wenn du Tiere beobachten möchtest und nicht jeden Tag Ortswechsel brauchst. Es passt weniger, wenn du nur ein paar Tage Zeit hast, wenn du täglich viele Stunden im Sattel sitzen möchtest wie in Marokko oder wenn du extreme Angst vor Insekten oder Wildtieren hast.

Wenn du unsicher bist, welcher Retreat für dich stimmig ist, dann schreib uns, und wir sagen dir ehrlich, ob Namibia passt oder ob vielleicht ein anderer Ort besser zu dir passt.

Posted on March 3, 2026 .

Joseph's Dream Stud und Sandwerf

Vor zwei Tagen bin ich in Namibia angekommen. Es ist inzwischen das fünfte Mal, dass ich hierher reise. Wenn ich in einem Land Retreats anbiete, versuche ich jedes Mal, mehr vom Land zu sehen – nicht nur für mich, sondern auch, um dir ehrlich sagen zu können, was sich lohnt und was vielleicht weniger.

Dieses Mal habe ich mir vor den Retreats Sandwerf und Joseph’s Dream Stud angeschaut. Ich wollte schon lange einmal hin.

Sandwerf gehört zu Joseph’s Dream Stud, einem Zuchtbetrieb, der vor allem Appaloosas züchtet und auf Instagram durch seine eindrücklichen Bilder sehr bekannt geworden ist. Einige der Pferde stehen auch bei Kambaku Safari Lodge, daher hatte ich den Namen schon länger im Kopf. Jetzt hat es zeitlich gepasst – also habe ich mir für drei Nächte ein Cottage gebucht.

Vom Flughafen aus sind es nur etwa 45 Minuten Fahrt. Das macht Sandwerf zu einem guten Ort, wenn man nach der Landung schnell ankommen möchte oder vor einem frühen Rückflug nicht noch in Windhoek übernachten will.

In Windhoek selbst habe ich beim letzten Besuch ein paar Tage verbracht. Es gibt ein paar nette Orte, aber ganz ehrlich: Ich würde vor oder nach einem Flug immer etwas auf dem Land bevorzugen.

Der Empfang hier war herzlich. Ich wurde direkt zu meinem Cottage gebracht – Nummer 8, das ich sehr empfehlen kann. Die Terrasse geht nach Westen, mit Blick in den Sonnenuntergang. Jedes der 17 Cottages hat ein Schlafzimmer, ein eigenes Bad, eine kleine Veranda und einen sehr kleinen, privaten Pool. Wirklich klein – aber genau richtig, um sich kurz abzukühlen.

Das Besondere: Rund um jedes Cottage gibt es ein eingezäuntes Gehege mit Miniature Horses, vermutlich American Miniature Horses. Niemand konnte mir das ganz genau sagen, aber es sieht sehr danach aus. So stehen morgens oder abends kleine Pferde vor deiner Terrasse, bewegen sich durch das Gehege oder legen sich in die Sonne.

Sandwerf, Joseph’s Dream und Estate

Das Gelände ist weitläufig und inzwischen in drei Bereiche aufgeteilt.

Zum einen Joseph’s Dream Stud mit den Pferden: Zucht, Ausbildungsprogramme, Volunteer-Programme, Kurse im Bereich Liberty und Horsemanship, Verkauf von Pferden.

Dann Sandwerf selbst – der Hotelbetrieb mit Restaurant und den 17 Cottages, in unmittelbarer Nähe zu den Stallungen.

Und schliesslich das neue Projekt Sandwerf Estate, bei dem Häuser gebaut wurden und nun zum Verkauf stehen. Wer möchte, kann sich hier ein eigenes Haus kaufen und seine Ferien dauerhaft an diesem Ort verbringen.

Was ich zwei Tage hier gemacht habe

Ganz ehrlich: Ich habe nicht viel gemacht. Vor mir liegen drei Retreats, und ich hatte noch einiges im Büro zu erledigen. Das Cottage war so angenehm, dass ich wenig Bedürfnis hatte, viel zu unternehmen.

Ich hatte im Voraus nach einem Ausritt gefragt, das war jedoch nicht möglich. Stattdessen habe ich mir alles in Ruhe angeschaut. Gestern Nachmittag habe ich an einer Führung durch die Stallungen teilgenommen. Als Gast darf man die Stallungen nicht einfach betreten, sondern nur im Rahmen einer gebuchten Einheit oder einer offiziellen Führung.

Die Stallungen sind sehr schön gebaut. Das Besitzerehepaar – er Architekt, sie Fotografin – hat vieles durchdacht. Besonders gefallen hat mir das tiefergelegte Roundpen. Dadurch ist es kühler, schattiger und weniger exponiert gegenüber Blicken von aussen.

Die Pferde wirken gut betreut, es gibt viele Pfleger, und während meines Aufenthalts war sogar der Zahnarzt vor Ort. Man merkt, dass hier sorgfältig gearbeitet wird.

Kurse, Volunteers und Reiten

Es gibt ein bezahltes Volunteer-Programm, bei dem man mitarbeitet und im Gegenzug Unterrichtseinheiten erhält sowie an Ausflügen teilnehmen kann. Die Volunteers, die ich kennengelernt habe, waren sehr zufrieden.

Ausserdem werden Trainings angeboten, unter anderem Liberty-Kurse. Eine Teilnehmerin, die ich getroffen habe, war drei Wochen hier und hat intensiv Liberty trainiert. Sie war begeistert.

Wenn man länger bleibt und an einem Kurs teilnimmt, kann man offenbar auch Ausritte buchen. Ganz verstanden habe ich das System nicht, aber es scheint nicht so zu sein, dass man einfach als externer Gast einen einzelnen Ausritt buchen kann. Reiten ist hier eher an Programme oder Kurse gekoppelt.

Es gibt zudem ein Camp mit Zelten auf Stelzen. Darunter befindet sich jeweils ein Paddock für das eigene Pferd. Ich habe es nicht selbst gesehen, nur Fotos, aber es wirkt sehr schön und gut durchdacht aus.

Für wen eignet sich Sandwerf – und für wen nicht?

Für dich, wenn:

  • du einen Kurs im Bereich Liberty oder Horsemanship machen möchtest

  • du Volunteer-Erfahrung suchst

  • du zwei oder drei Nächte in der Nähe des Flughafens eine schöne, ruhige Unterkunft suchst

Weniger geeignet ist es, wenn

  • du Wildlife sehen möchtest wie Giraffen, Zebras oder Antilopen

  • du eine klassische Lodge mit Wildtier-Safaris suchst

  • du ohne Bezug zu Pferden mehrere Tage bleiben möchtest

Es gibt hier Tiere – Strausse, Mini-Esel, Pferde, Hühner, Gänse, Katzen –, aber keine Wildtiere im Sinne einer Safari. Und wenn dich Pferde nicht interessieren, gibt es ausser Entspannen, Lesen und Spazieren wenig Programm.

Für mich waren diese drei Nächte genau richtig. Ein ruhiger Übergang zwischen Ankommen und Retreatstart, mit einem guten Cottage, freundlichem Umgang und durchdachter Anlage.

Wenn du Fragen zu Sandwerf hast oder überlegst, deinen Namibia-Aufenthalt damit zu kombinieren, darfst du dich jederzeit melden. Ich teile gerne, was ich erlebt habe.

Posted on February 25, 2026 .

Trinkgeldguide für die Reiten & Yoga Retreats

Ich gebe Trinkgeld, weil es mir ein gutes Gefühl gibt.

Das klingt vielleicht banal. Aber es ist ehrlich. Die Freude von jemand anderem berührt mich. Und ja – wenn ich etwas gebe und ein Lächeln zurückbekomme, dann bekomme ich mindestens genauso viel zurück, wie ich gegeben habe. Vielleicht sogar mehr.

In diesem Sinn ist Trinkgeld für mich nicht nur Grosszügigkeit. Es ist auch ein Stück weit eigennützig.

Gleichzeitig merke ich, wie viele Fragezeichen dieses Thema auslöst – besonders bei unseren Retreats. Deshalb möchte ich hier transparent erklären, wie ich es sehe und wie wir es handhaben.

„Warum soll ich Trinkgeld geben, wenn ich doch bezahlt habe?“

Eine berechtigte Frage und eines der vielen Fragezeichen in Bezug auf Trinkgeld.

Bei unseren Retreats ist Trinkgeld – mit einer Ausnahme in einem Hotel – kein integraler Bestandteil des Lohns. Die Menschen, mit denen wir arbeiten, verdienen landesübliche gute bis sehr gute Löhne. Ich arbeite nicht mit Betrieben zusammen, die unter dem lokalen Standard bezahlen.

Trinkgeld ist also kein versteckter Lohnbestandteil.

Ich sehe es eher wie einen Bonus. Wenn du in deinem Beruf gut arbeitest und am Ende des Jahres einen Bonus erhältst, dann ist das keine Selbstverständlichkeit – aber es ist eine Anerkennung. Und sie motiviert dich (nehme ich jetzt einmal stark an ;)).

Genau so funktioniert Trinkgeld für mich. Es ist eine zusätzliche Wertschätzung für Menschen, die sich Mühe geben, die präsent sind, die mitdenken und dir einen grandiosen Urlaub und eine berührende Auszeit ermöglichen.

Wie viel soll man geben?

Das ist wahrscheinlich das grösste Fragezeichen.

Wir alle haben ein unterschiedliches Verhältnis zu Geld. Manche geben leicht, andere zögern. Manche haben wenig und geben viel. Andere haben viel und geben wenig. Es gibt keine einfache Formel.

Ich persönlich mache es so: Ich spüre hin, was ich geben möchte – und gebe dann ein bisschen mehr.

So, dass ich merke, es ist nicht völlig bequem. Natürlich möchte ich keine schlaflosen Nächte deswegen, aber ich möchte, dass es für mich ein Betrag ist, den ich „spüre“. Ich habe einmal von einer Yogini gelernt: Wenn du das Gefühl hast zu geben, dann gib. Für mich hat das viel verändert. Denn früher hatte ich ein recht limitiertes Money Mindset. Ich wollte zwar geben, hatte dann aber immer Angst, selber zu wenig zu haben. Daran habe ich gearbeitet (unter anderem, indem ich grosszügig Trinkgeld gegeben habe) und kann nun besser, einfacher und mit offenerem Herzen geben.

Das ist meine persönliche Praxis. Natürlich gibt es noch zig andere Wege, Trinkgeld zu geben oder mit seinem Money Mindset umzugehen. Ich möchte hier einfach mit dir teilen, wie ich es mache.

Und natürlich gilt auch: Wenn ich mit einer Leistung nicht zufrieden bin, dann spiegelt sich das im Trinkgeld. Wertschätzung entsteht nicht automatisch, sondern als Antwort auf Qualität und Einsatz. Es kann schon mal vorkommen, dass ich in einem Restaurant bin und nichts gebe, weil ich einfach nicht zufrieden war. Das ist für mich auch OK. Ich habe nicht diesen inneren Druck, zu gefallen, einem Standard gerecht werden zu müssen und auch zu geben, wenn ich nicht möchte.

Der kulturelle Kontext – besonders in Marokko

In Marokko ist Trinkgeld kulturell stark verankert. Es gehört zum sozialen Gefüge dazu. Gerade bei unseren mehrtägigen Ritten verbringt das Team vier bis fünf Tage fast durchgehend mit uns. Sie kochen, bauen Zelte auf, begleiten die Ausritte, organisieren im Hintergrund alles, was reibungslos laufen soll, und ermöglichen dir das 1001-Nacht-Feeling.

Wir haben gemerkt, dass es hier ohne Orientierung oft zu Unsicherheit kam – und teilweise auch zu sehr tiefen Beträgen, die nicht dem lokalen Rahmen entsprechen. Deshalb geben wir für unsere Marokko-Retreats eine Richtlinie von 30–60 € pro Person für vier Tage an. Natürlich musst du nicht, aber es ist eine Richtlinie, die sich bewährt hat.

Warum ist das nicht einfach im Preis integriert?

Weil Trinkgeld für mich bewusst freiwillig bleiben soll.

Wie gesagt, die Löhne aller Mitarbeiter bei allen Retreats sind keine Mindestlöhne, die Arbeitsbedingungen entsprechen der Branche und der Region, und es herrscht ein wohlwollendes Miteinander. Oftmals haben unsere Partner langjährige Mitarbeiter, die wir seit Beginn kennen. Und doch möchten wir eine zusätzliche Wertschätzung geben, vor allem, da es an vielen Orten auch üblich ist und die Motivation, das Beste zu geben, fördert. Auch hier: Denk wieder an die Analogie mit deinem Bonus bei guter Arbeit :)

Dort, wo Trinkgeld integraler Bestandteil des Lohnsystems ist, haben wir es in den Retreatpreis eingerechnet. Das ist aber nur an einem Ort der Fall. An allen anderen Orten soll es eine bewusste Entscheidung bleiben.

Wie wir es organisatorisch handhaben

Es gibt unterschiedliche Settings.

Wenn Unterkunft und Reiten an einem Ort stattfinden und die Location selbst eine Trinkgeldkasse hat, dann sammeln wir nichts. Dort kann jede Person individuell etwas einlegen.

Wir sammeln auch kein Trinkgeld, wenn das Reiten direkt vom Besitzer organisiert wird. Denn ich bin der Meinung, wenn man einen Betrieb leitet, sollte man andere Motivationen haben. Ich nehme zum Beispiel nie Trinkgeld an und würde es auch immer weitergeben.

Daher sammeln wir dort, wo Angestellte mitarbeiten – also Menschen, die im Hintergrund mittragen und die sonst vielleicht weniger sichtbar sind. Wenn wir sammeln, dann auch immer anonym. Jede Person legt das in einen Umschlag, was sie geben möchte. Der gesammelte Betrag wird anschliessend einer verantwortlichen Person übergeben, die ihn im Team fair verteilt. So stellen wir auch sicher, dass die Mitarbeiter profitieren, die vielleicht nie Kundenkontakt hatten, aber doch ihren Teil beigetragen haben.

Wenn du sonst noch Fragen hast, kannst du mir diese gerne in den Kommentaren stellen.

Posted on February 24, 2026 .

Sind Knotenhalfter brutal – und nicht mit Yoga vereinbar?

Jedes Werkzeug hat zwei Seiten. Mit einem Messer kann man ein wunderbares Abendessen kochen – oder jemanden verletzen. Das Messer an sich ist weder gut noch schlecht. Entscheidend ist, wie wir es verwenden. Genauso sehe ich es beim Equipment für Pferde.

Für mich gibt es eine klare Grenze: Wenn ein Ausrüstungsgegenstand bereits ohne Einwirkung Schmerzen verursacht – also allein durch seine Konstruktion Druck, Enge oder Scheuern auslöst – dann ist das für mich ein No-Go. Ein Beispiel dafür wären extrem enge, dauerhaft einschnürende Nasenriemen oder scharf gezahnte Gebisse, die bereits in neutraler Lage unangenehmen Druck auf Zunge und Laden ausüben können. Hier entsteht Belastung nicht durch falsche Hand, sondern durch das Objekt selbst. Anders ist es bei Equipment, dessen Wirkung von der Anwendung abhängt.

Das Knotenhalfter – scharf oder fein?

Ein Knotenhalfter kann, wenn mit viel Zug gearbeitet wird, sehr punktuell wirken – besonders im Genick und auf dem Nasenrücken. Das ist physikalisch logisch: dünneres Material und Knoten bedeuten eine kleinere Druckfläche, also mehr Druck pro Quadratzentimeter bei gleicher Krafteinwirkung. Gleichzeitig erlaubt genau diese Konstruktion eine sehr feine Kommunikation, wenn sie bewusst und weich eingesetzt wird. Kleine Impulse genügen. Es braucht weniger Zug – und damit weniger Kraft.

Meine eigene Stute wurde im Knotenhalfter eingeritten. Ich reite sie meist gebisslos mit einem kolumbianischen Bosal, manchmal auch mit Gebiss. Sehr selten reite ich sie auch mit Knotenhalfter. Der Anlass für diesen Text war ein Foto von uns am Morteratsch-Gletscher, auf dem sie ein Knotenhalfter trägt, das ich so geknotet habe, dass der Strick als Zügel fungierte. Darunter stand der Kommentar, das sei brutal und nicht mit Yoga vereinbar.

Gut oder schlecht – oder zu einfach gedacht?

Ich habe oft das Gefühl, dass bestimmte Ausrüstungsgegenstände pauschal als „gut“ oder „schlecht“ eingeordnet werden. Sidepulls gelten als sanft. Knotenhalfter oder Trensen als problematisch. Doch so einfach ist es nicht.

Eine Trense kann durch die Kautätigkeit entspannend wirken. Studien zur oralen Beschäftigung bei Pferden zeigen, dass rhythmisches Kauen parasympathische Prozesse fördern kann – also Entspannung. Gleichzeitig kann dieselbe Trense Schmerzen verursachen, wenn sie nicht passt, falsch verschnallt ist oder mit harter Hand geritten wird.

Oft werden doppelt gebrochene Gebisse als besonders weich angesehen, weil sie anatomischer wirken. Gleichzeitig können sie – je nach Lage im Maul – einen deutlicheren „Nussknackereffekt“ auf Zunge und Unterkiefer ausüben als eine einfach gebrochene Trense oder eine gerade Stange. Es hängt von Maulform, Zungenfülle, Ausbildung und Reiterhand ab.

Das Problem ist selten das Objekt allein. Es ist die Kombination aus Wissen, Einwirkung und Individualität.

Yoga – was bedeutet das in diesem Zusammenhang?

Wenn ich von Yoga spreche, meine ich nicht nur Asana auf der Matte. Ich meine Bewusstheit und Verantwortung. Yoga heisst für mich nicht, ein bestimmtes Halfter zu wählen. Yoga heisst, wahrzunehmen, wie mein Pferd reagiert.

Spürt es Spannung?
Verändert sich der Atem?
Wird der Unterhals fest?
Bleibt das Auge weich?

Diese Fragen sind entscheidender als das Etikett auf dem Zaumzeug.

Eine gebisslose Zäumung mit Hebelwirkung – zum Beispiel ein mechanisches Hackamore – kann bei starkem oder dauerhaftem Zug erheblichen Druck auf Nasenrücken und Genick ausüben. Ein Knotenhalfter kann fein sein, wenn Impulse minimal und klar gesetzt werden. Ein Gebiss kann entspannen – oder blockieren.

Wer sagt, ein bestimmtes Equipment sei grundsätzlich „nicht mit Yoga vereinbar“, verengt die Diskussion auf ein Symbol statt auf die tatsächliche Interaktion zwischen Mensch und Pferd.

Wissen schafft Differenzierung

Viele sehr erfahrene Pferdemenschen, mit denen ich spreche, vertreten eine ähnliche Haltung: Es geht um Individualität. Um Ausbildung. Um Kontext. Diese Differenzierung ist nur möglich, wenn man bereit ist, sich weiterzubilden. Verschiedene Systeme zu verstehen. Nicht nur in einer Richtung zu lesen oder Kurse zu besuchen. Sondern auch über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.

Biomechanische Studien zeigen klar, dass Druckverteilung, Hebelwirkung und Einwirkungsdauer entscheidend sind. Ein dünnes Seil erzeugt bei starkem Zug mehr Druck als ein breites Lederstück. Ein Hebelgebiss verstärkt die Handkraft. Ein schlecht sitzendes Gebiss kann punktuell Druckspitzen verursachen.

Aber keine dieser Erkenntnisse sagt: „Dieses Objekt ist per se falsch.“

Sie sagen: „Verstehe, wie es wirkt.“

Meine Haltung

Für mich ist kein Zaumzeug automatisch gut. Und keines automatisch schlecht.

Ich frage mich:

Passt es zu diesem Pferd?
Passt es zu meinem Ausbildungsstand?
Kann ich es so handhaben, dass mein Pferd dabei weich bleibt?

Wenn ich merke, dass etwas Spannung erzeugt, ändere ich es. Wenn ich sehe, dass mein Pferd mit einer bestimmten Lösung zufrieden und losgelassen läuft, dann vertraue ich dieser Beobachtung – nicht einem Kommentar unter einem Bild.

Vielleicht lohnt es sich, weniger in Kategorien zu denken und mehr in Zusammenhängen. Weniger in Ideologien und mehr in Wirkung. Weniger im Aussen und mehr im ehrlichen Hinschauen.

Denn Yoga beginnt nicht am Halfter.

Sondern in der Haltung, mit der wir führen, reiten und entscheiden.

Posted on February 16, 2026 .

Über Gewohnheiten – und warum Veränderung Zeit braucht

Ich habe heute Morgen darüber nachgedacht, dass ich meine Ernährung nun seit etwas mehr als eineinhalb Jahren umgestellt habe. Vor rund eineinhalb Jahren habe ich gemerkt, dass es mir nicht mehr wirklich gut geht, und ich habe verschiedene Tests gemacht, weil ich wissen wollte, woher das kommt. Dabei kam heraus, dass ich eine Gluten-Sensitivität habe, dass ich laktoseintolerant bin und zusätzlich Hashimoto-Thyreoiditis habe, eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse.

Am Anfang habe ich versucht, das alles für mich alleine zu regeln, später dann mit Unterstützung meines Arztes Daniel Auer. Schritt für Schritt habe ich meine Ernährung angepasst. Heute esse ich keine Laktoseprodukte mehr, auch keine laktosefreien, und ich nehme auch keine Laktasetabletten. Milchprodukte fördern bei mir Entzündungen, und das möchte ich bei Hashimoto bewusst vermeiden. Im Moment habe ich meine Hashimoto-Thyreoiditis gut im Griff, mir geht es sehr gut, ich habe Energie, ich habe wieder Freude am Essen und ich weiss, was mir guttut.

Bis ich an diesem Punkt war, hat es lange gedauert. Und es war ehrlich gesagt kein einfacher Weg.

Heute habe ich mich gefragt, warum sich meine Ernährung mittlerweile so selbstverständlich anfühlt. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich mich einschränke. Ich weiss, was ich essen möchte, ich weiss, was ich koche, und ich habe das Gefühl, dass mein Körper gut damit zurechtkommt. Und mir ist klar geworden, dass das nicht von heute auf morgen so war, sondern dass es viele kleine Schritte waren.

Dabei musste ich an das Buch Atomic Habits von James Clear denken. Die Grundidee ist, dass Veränderung nicht dadurch entsteht, dass man alles auf einmal umstellt, sondern dass man eine kleine Sache verändert, diese eine Weile beibehält und erst dann die nächste angeht. Das ist etwas, das wir im Alltag oft vergessen, weil wir dazu neigen, möglichst schnell möglichst viel verändern zu wollen.

Am Anfang war das für mich schwierig, weil ich einfach wollte, dass es mir wieder gut geht. Ich wollte, dass jetzt alles passt. Rückblickend sehe ich, dass genau das nicht funktioniert hat und dass Geduld ein sehr wichtiger Teil dieses Prozesses war.

Das kenne ich auch aus dem Pferdetraining. Im Moment übe ich regelmässig das Hängerverladen mit Na’ima. Sie geht in den Hänger, aber noch nicht so, wie ich es mir wünsche. Also investieren wir Zeit und üben immer wieder, mit dem Wissen, dass es nicht von heute auf morgen geht und dass es am Ende funktionieren wird.

Genauso ist es mit anderen Dingen. Ob du anfangen möchtest zu joggen, ob du Arabisch lernen willst, ob du deine Ernährung umstellen möchtest oder gesündere Gewohnheiten in deinen Alltag bringen willst, es braucht Zeit. Wir sind es gewohnt, dass alles schnell gehen soll, und haben dabei ein Stück Geduld verloren. Dabei dauert es einfach, bis sich etwas etabliert. Man wird auch nicht von heute auf morgen unfit, und Veränderungen brauchen genauso ihre Zeit.

Was mir geholfen hat, war, wirklich mit einer Sache anzufangen. Bei mir war das Gluten. Gleichzeitig kam auch die Laktose dazu, was ich so nicht generell empfehlen würde, ausser der Leidensdruck ist sehr gross. Sonst würde ich immer dazu raten, entweder etwas wegzulassen oder etwas Neues einzuführen, aber nicht alles auf einmal.

Wenn du zum Beispiel laktosefrei leben möchtest, dann macht es Sinn, dich zuerst mit Alternativen auseinanderzusetzen. Ich habe relativ lange gebraucht, bis ich einen Milchersatz für meinen Kaffee gefunden habe. Im Moment trinke ich Sojamilch, am liebsten die von Alnatura. Es hat eine Weile gedauert, bis sich mein Geschmack daran gewöhnt hat, heute fühlt es sich ganz normal an.

Dasselbe gilt für andere Dinge. Du kannst zum Beispiel zuerst den Joghurt am Morgen ersetzen und später den Kaffee. Oder umgekehrt. Je kleiner der Schritt ist, desto einfacher lässt er sich in den Alltag integrieren.

Oft wird von der 21-Tage-Regel gesprochen, aber die ist nicht für alle gleich. Bei manchen funktioniert eine Umstellung schneller, bei anderen dauert es deutlich länger, manchmal mehrere Wochen oder Monate. Genau deshalb helfen kleine Veränderungen, weil sie weniger Widerstand erzeugen.

Auch beim Thema Gluten gibt es viele Möglichkeiten. Für viele ist Brot ein grosses Thema. Ich esse kein Brot mehr, auch kein glutenfreies. Das ist meine persönliche Entscheidung, weil es für mich gut funktioniert. Andere backen selber oder greifen auf Alternativen wie Buchweizen oder glutenfreien Hafer zurück. Wichtig ist, dass man für sich einen Weg findet, der sich langfristig umsetzen lässt.

Was für mich geblieben ist, ist dieses Prinzip: eine Sache nach der anderen. Wenn sich etwas etabliert hat, kommt das nächste dazu. So entsteht Veränderung, die mit der Zeit ganz selbstverständlich wird.

Wenn du möchtest, kannst du dieses Prinzip auf alles anwenden. Auf Ernährung, Bewegung, Lernen oder andere Gewohnheiten in deinem Alltag. Es braucht Zeit, und das ist in Ordnung.

Posted on February 9, 2026 .

Sitzen wie beim Reiten – meine Erfahrung mit dem Mabu beim Meditieren und im Alltag

Ich habe von Jen, der Inhaberin und Gründerin von Villamoja, zwei Mabus bekommen, um sie zu testen – einen kleineren und einen grösseren. In diesem Blogartikel erzähle ich dir etwas über meine Erfahrung mit den Mabus, wie ich sie im Alltag und in meinen Retreats eingesetzt habe und was sie für mich so besonders macht.

Der Mabu ist kein Stuhl. Und auch kein Sportgerät. Es ist ein Sitzmöbel, das Bewegung zulässt und gleichzeitig sehr stabil ist. Man sitzt darauf nicht fest, sondern bleibt die ganze Zeit in einer leichten, feinen Bewegung. Genau das macht für mich den Unterschied.

Was mir als Erstes aufgefallen ist: Ich sitze automatisch aufrechter, ohne dass ich mich korrigieren muss. Die Wirbelsäule richtet sich von selbst auf, das Becken bleibt beweglich. Ich habe nicht das Gefühl, in mir zusammenzusinken. Dieses Gefühl kenne ich sehr gut vom Reiten. Dieses Sitzen, das nicht starr ist, sondern beweglich bleibt. Für Reiterinnen ist das aus meiner Sicht sehr stimmig, weil es genau diese Art von Balance fördert, die wir auch im Sattel brauchen. Beim Reiten merke ich auch immer, wie ich mich automatisch in meiner Wirbelsäule aufrichte. Ich sacke nicht in mir zusammen, wie das oft auf einem Stuhl passiert, sondern meine Rumpfmuskulatur ist aktiviert und „ich trage mich“. Beim Mabu ist das ähnlich, es fällt mir viel schwerer, in mir zusammenzusinken. So bleibt auch mein Brustbereich offener und ich kann besser und freier atmen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das flacher Atmung vorbeugt. Und wir wissen ja alle, was passiert, wenn wir flach atmen: Wir werden müde und träge.

Der Mabu ist inspiriert von Gedanken aus der TCM und möchte Bewegung und Durchlässigkeit fördern. Ich bin ja ein grosser Fan von Durchlässigkeit, auch beim Menschen. Beim Pferd sind wir immer sehr schnell in der Bewertung, „der ist aber nicht so durchlässig“ – das hört man oft. Wenn ich mir die Yogis in meinen Reiten & Yoga Stunden anschaue, denke ich mir allerdings auch oft: „Die sind aber nicht überall durchlässig.“ Daher ist es auch mein Ziel, Durchlässigkeit beim Menschen zu fördern, unter anderem in den Yogastunden. Und deshalb habe ich den Mabu dort auch gerne dabei. Wie ich ihn nutze, kann ich dir hier gerne erzählen.

Ich habe den Mabu in ganz unterschiedlichen Situationen genutzt. In Retreats zum Beispiel bei Meditationen oder bei Gua Sha Behandlungen während der Retreat-Yogastunden. Viele Menschen sitzen zwar gerne am Boden, merken aber, dass es ihnen schwerfällt, die Wirbelsäule über längere Zeit aufrecht zu halten. Ich selber merke auch, dass ich im Schneidersitz oft nach vorne kippe oder in mir zusammenfalle, wenn ich nicht dauerhaft meine Körperspannung halte. Auf dem Mabu habe ich dieses Problem nicht. Ich sitze stabil, verbunden mit dem Boden und ohne einzusinken.

Man kann den Mabu auch an die Wand stellen, sich daraufsetzen und sich anlehnen. So habe ich ihn auch schon in Yogastunden eingesetzt, für Teilnehmerinnen, die nicht auf dem Boden sitzen können oder wollen, etwa bei Meditationen oder Übungen für den Oberkörper. Aber auch für Coaching- oder Therapiesettings kann ich mir gut vorstellen, dass er hilfreich ist, weil er eine andere Atmosphäre schafft als ein klassischer Stuhl. Wenn ich aktuell Coachings anbieten würde, würde ich diese beiden Mabus als Sitzgelegenheit nutzen. Ist man körperlich leicht in Bewegung, bleibt auch der Geist flexibler, und das ist bei Therapien ja wünschenswert ;)

Ich habe den Mabu auch am Schreibtisch ausprobiert. Wahrscheinlich ist er nicht dafür gedacht, aber für mich funktioniert das gut. Ich sitze gerne mit überkreuzten Beinen, was auf einem normalen Stuhl oft dazu führt, dass ich zusammensacke (und der Blut- und Energiefluss in den Beinen abgedrückt wird …). Auf dem Mabu geht das nicht. Die leichte Bewegung bringt mich immer wieder in eine aufrechte Position zurück, ohne dass es anstrengend wird. Daher steht der kleine Mabu auch oft bei mir am Schreibtisch, wenn ich Büroarbeiten zu erledigen habe.

Beide meiner Mabus sind mit Begrenzung, und das würde ich persönlich auch empfehlen. So rutscht man nicht seitlich weg und kann ihn vielseitiger einsetzen. Gerade wenn du dir überlegst, ihn für Coachings oder Therapien zu nutzen, würde ich dir das empfehlen, um Verletzungen bei deinen Klientinnen zu verhindern. Das Sitzpolster finde ich ebenfalls sehr angenehm. Ohne Polster ist der Mabu nicht unbequem, aber wenn man länger sitzt, spürt man die Sitzbeinhöcker deutlicher auf dem Holz. Für Meditation oder kürzere Sequenzen finde ich das völlig okay, für längeres Sitzen wie in Coaching oder Therapie oder wenn du ihn – so wie ich – auch mal am Schreibtisch nutzt, würde ich das Sitzpolster klar empfehlen. Mit Polster fühlt es sich für mich fast wie ein sehr bequemer Sattel an.

Zu den Grössen: Ich habe einen Mabu mit 50 cm und einen mit 60 cm Durchmesser. Ich bin 1,70 gross und kann mich ehrlich gesagt nicht entscheiden, welchen ich lieber habe. Der kleinere gibt mir mehr Beweglichkeit und meine Hüfte wird nicht so stark gedehnt. Er erinnert mich etwas daran, wie es ist, ein Araberpferd zu reiten. Vielleicht mag ich ihn daher so gerne, weil er mich an kleine, schnelle Pferde erinnert. Für mich ist der kleine Mabu mit mehr Verspieltheit verbunden, und ich nutze ihn lieber am Schreibtisch als den grösseren. Der grössere gibt mir mehr Stabilität, mehr Erdung und Ruhe. Auf ihm sitze ich besonders gerne für Meditationen und wenn ich einfach mal sein möchte. Ich spüre meinen Körper mehr, da er meine Hüfte stärker öffnet und ich etwas weniger Bewegung habe, was mir hilft, mehr in die Ruhe zu kommen und ins tiefere Spüren. Für mich haben die beiden unterschiedliche Qualitäten, eher unterschiedliche Energien, nicht besser oder schlechter.

Ich denke, wenn man eher klein ist, macht der kleinere Sinn, wenn man sehr lange Beine hat, eher der grössere. Um die 1,70 herum finde ich, macht es keinen grossen Unterschied – es ist mehr eine Frage des Gefühls.

Was mir ebenfalls wichtig ist: Der Mabu ist einfach schön. Er sieht nicht aus wie ein schwarzes, klobiges Sportgerät, das man irgendwo verstecken möchte, sondern wie ein hochwertiges Möbelstück. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig, und er passt super in meine Wohnung.

Wenn du Fragen hast, darfst du mir jederzeit gerne schreiben.

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Posted on February 4, 2026 .

Wie ich meine Retreat-Locations finde

Immer wieder werde ich gefragt, wie ich meine Retreat-Locations finde. Und wie du dir wahrscheinlich schon denken kannst, gibt es darauf keine klare Antwort. Ich gehe nicht immer gleich vor, es gibt kein fixes Schema und keine Checkliste, die ich einfach Punkt für Punkt abarbeite. Es kommt darauf an. Und es gibt ganz unterschiedliche Wege, wie ich zu meinen Retreats und den passenden Orten gekommen bin.

Was mir aber immer wichtig ist: Diese Locations müssen wirklich zu Reiten & Yoga passen. Sie müssen etwas auslösen, wenn man ankommt. Bei manchen ist es die Qualität im Fünf-Sterne-Bereich, bei anderen ist es die Natur, die einen sofort packt, bei wieder anderen eine besondere Unterkunft oder ein Reitgebiet, das einfach grandios ist. Es ist nie immer dasselbe, und ich kann nicht sagen, dass ich nur mit Vier-Sterne-Hotels arbeite oder dass alles einem bestimmten Stil entsprechen muss.

Viel wichtiger ist mir, dass die Betriebe mit Herz geführt werden und man das auch spürt. Der Service muss stimmen, meine Gäste sollen sich wohlfühlen, und ganz zentral ist natürlich, dass es den Pferden gut geht. Sie müssen artgerecht gehalten werden, gut versorgt sein, passendes Sattelmaterial haben, Pausen bekommen, es braucht klare Gewichtslimiten und insgesamt einfach einen runden, stimmigen Eindruck. Das ist auch ein Stück weit mein Markenzeichen.

Ich habe viele Gäste, die regelmässig mit mir in die Ferien kommen, weil sie sagen: Wenn ich mit dir reise, weiss ich, dass für alles gesorgt ist. Das Hotel ist schön, das Essen ist gut, den Pferden geht es gut, die Gruppe passt – und ich kann einfach ankommen und abschalten, ohne mich um irgendetwas kümmern zu müssen. Genau deshalb setze ich auf langsames Wachstum und auf Qualität statt auf Masse.

Der erste Ort, den ich bewusst gesucht und gefunden habe, war die Engadin River Ranch. Das war damals, als ich mit Reiten & Yoga begonnen habe. Ich praktiziere seit rund 25 Jahren Yoga, unterrichte seit über 15 Jahren, reite seit ich ein Kind bin, und vor etwa zwölf Jahren hatte ich die Idee, Reiten und Yoga in einem Retreat zu verbinden. Irgendwie wusste ich einfach: Es muss das Engadin sein. Ich hatte keinen besonderen Bezug dazu, war dort nie mit meiner Familie in den Ferien, aber es gab dieses klare Gefühl, dass ich genau dort hinmuss.

Sehr pragmatisch habe ich damals „Reiten Engadin“ gegoogelt, der erste Treffer war die Engadin River Ranch. Ich habe eine Mail geschrieben und sehr schnell eine offene, herzliche Antwort bekommen. So kam es zum ersten Retreat. Der war alles andere als perfekt, aber er war schön, wir hatten Spass und er war die Grundlage für alles, was danach gekommen ist. Auch heute arbeite ich noch sehr gern mit der Engadin River Ranch zusammen. Natürlich hat sich vieles verändert, auf beiden Seiten, und mit der Erfahrung werden Dinge professioneller – aber genau das gehört dazu.

Marokko war eine ganz andere Geschichte. Dieser Ort hat mich schon lange gerufen, noch bevor Reiten & Yoga überhaupt existiert hat. Ich wusste einfach, dass ich irgendwann nach Marokko möchte, ohne genau erklären zu können warum. Dieses 1001-Nacht-Gefühl hat mich fasziniert. Damals hatte ich noch keinerlei Retreat-Erfahrung und habe einen Retreat im Atlasgebirge organisiert, ohne je zuvor dort gewesen zu sein. Alles online recherchiert, alles online gebucht – etwas, das ich heute nie wieder so machen würde.

Es war extrem lehrreich. Die Hotels waren nicht schlecht, aber vieles entsprach nicht dem, was ich heute für meine Retreats möchte. Auf Fotos wunderschön, in Realität oft dunkel, kleine Zimmer, Dinge, die ich heute sofort erkenne. Trotzdem war diese Reise wichtig, weil ich in Marokko viele Menschen kennengelernt und Kontakte geknüpft habe. Daraus sind später die Reiten & Yoga Retreats entstanden, und ich habe ganz bewusst nach einem Reitbetrieb gesucht, mit dem ich langfristig arbeiten möchte. So habe ich meinen Partner in Essaouira gefunden – ein echter Glücksgriff, mit dem wir heute sehr viel gemeinsam aufgebaut haben.

Island ist wieder ganz anders entstanden. Hier war es Mia, die ich von der Engadin River Ranch kenne, die mich immer wieder ermutigt hat, nach Island zu gehen. Ich bin ehrlich gesagt kein ausgesprochener Nord-Fan, aber wir haben gemeinsam gesucht, Ställe angeschrieben, gefiltert, geschaut, wer genug Platz hat, grosse Herden, Wanderritte anbietet und auch Raum für Yoga hat. Viele Betriebe waren offen für eine Zusammenarbeit, aber oft waren die Unterkünfte sehr basic oder zu klein für meine Gruppen.

Am Schluss blieben zwei Optionen übrig. Eine davon hat mich vor Ort enttäuscht, auch wenn der Hof liebevoll geführt war. Es hat für Reiten & Yoga einfach nicht gepasst, und ich bin früher abgereist. Der zweite Stall im Norden war Liebe auf den ersten Blick: wunderschöne Reitgebiete, tolle Cottages, ein kompetentes, herzliches Team. Leider konnten wir nur zwei Retreats gemeinsam durchführen, da sich die Leitung geändert hat. Heute arbeite ich mit einem wunderbaren Stall im Süden zusammen, den ich über Instagram kennengelernt habe, und auch wenn es schade ist, dass der Norden aktuell wegfällt, weiss man nie, was zurückkommt.

Namibia ist ebenfalls über einen ganz eigenen Weg entstanden. Mia war vor Corona dort und hat seitdem gefühlt von nichts anderem mehr erzählt. Namibia ist wie Marokko oder das Engadin einer dieser Orte, die mich schon lange fasziniert haben. Ich bin ein grosser Afrika-Fan, diese Weite, diese Wildheit, das ist irgendwie die Heimat meines Herzens. Ich war für Projekte in Äthiopien, als Kind mit meiner Mama in Kenia in der Masai Mara, und all das hat mich geprägt.

Irgendwann sassen Mia und ich zusammen und haben gesagt: Wieso gehen wir eigentlich nicht nach Namibia? Auch hier habe ich zuerst abgeklärt, ob eine Zusammenarbeit überhaupt gewünscht ist, bevor ich hingereist bin. Die Offenheit war da, das Interesse auch, und so sind wir 2022 gemeinsam nach Namibia gereist. Es war intensiv, wunderschön, teilweise anstrengend, weil ich alles genau angeschaut, getestet, fotografiert und dokumentiert habe. Aber vor allem war ich hell begeistert von diesem Ort. Noch vor Ort habe ich die Konditionen besprochen und den ersten Retreat für 2023 fixiert.

Das sind ein paar Einblicke, wie meine Retreat-Locations entstehen. Es gibt noch viele weitere Geschichten und Wege, aber das würde hier zu weit führen. Was all diese Orte gemeinsam haben, ist, dass sie nicht aus einem festen Konzept heraus entstanden sind, sondern aus Erfahrung, Vertrauen, Bauchgefühl und der Bereitschaft, genau hinzuschauen. Und manchmal auch einfach, weil ein Ort ruft – und ich hinhöre.

Posted on February 2, 2026 .

Offline ist das neue Online

Neulich stand ich in der Küche, habe gewartet, bis das Wasser kocht, und hatte plötzlich mein Handy in der Hand. Und da wurde mir bewusst: Ich habe nicht gemerkt, wie ich es vom Küchentisch genommen habe (und wieso es überhaupt da lag) und auf die Instagram-App auf der zweiten Seite geswipt habe. Ich habe es angeschaut, wieder weggelegt und mich gefragt, seit wann genau ich diese paar Sekunden Stille nicht mehr aushalte.

Der Computer ist eher unschuldig. Der hat seinen Platz und seine Zeiten, alle Notifications sind ausgeschaltet (auch auf dem Handy), ich habe keine Mühe, ihn auf dem Schreibtisch zu lassen, und ich renne auch nicht konstant hin, um ihn aufzuklappen. Das Handy hingegen schleicht sich überall rein. Es liegt nicht nur da, es macht sich bemerkbar. Bei mir eben nicht durch Klingeln, Vibrieren oder rote Punkte, die aufploppen (das ist alles aus- und stummgeschaltet). Ich kann es nicht schönreden, es ist eine Sucht.

Ich merke, dass ich es vor allem dann benutze, wenn nichts passiert. Warten. Übergänge. Diese kleinen Lücken im Alltag. Und es geht nicht um Information. Oder um Verbindung. Es geht ums Überbrücken. Ums Beschäftigtsein. Um dieses Gefühl, nicht einfach nur da zu sein.

Im Dezember war ich drei Tage in London und habe das Handy ausgeschaltet. Was in diesen Tagen passiert ist, habe ich hier aufgeschrieben >>

Ich weiss noch, dass ich am ersten Tag öfter in meine Tasche gegriffen habe. Reflex. Am zweiten Tag wurde es weniger. Am dritten Tag war es weg. Und ich habe es auch nicht mehr vermisst. Ich war erstaunt, wie schnell es ging, mich an das Nicht-Benutzen zu gewöhnen, und auch, dass mir nichts gefehlt hat. Klar, ich habe auch nicht gearbeitet, aber trotzdem.

Seitdem beschäftigt mich das Thema intensiver. Auch, weil es nicht nur ein persönliches Gefühl ist, sondern ziemlich gut erforscht.

Smartphones funktionieren nicht zufällig so, wie sie funktionieren. Sie arbeiten mit variablen Belohnungen. Man weiss nie genau, was kommt. Eine Nachricht. Ein Like. Eine Mail. Oder nichts. Genau dieses Unvorhersehbare sorgt dafür, dass Dopamin ausgeschüttet wird. Nicht dann, wenn etwas passiert, sondern vorher. Beim Griff zum Handy. Das Gehirn liebt dieses „vielleicht“. Und es lernt rasend schnell, dass sich Nachschauen lohnen könnte.

Das ist dasselbe Prinzip, das man aus der Suchtforschung kennt. Nur nennen wir es hier „Alltag“. Oder „Erreichbarkeit“. Oder „Organisation“.

Studien zeigen, dass wir unser Handy im Schnitt mehrere hundert Male pro Tag berühren. Oft ohne bewusste Entscheidung. Und es wird noch spannender: Schon die blosse Anwesenheit des Smartphones – ausgeschaltet, auf dem Tisch – senkt die kognitive Leistungsfähigkeit. Ein Teil der Aufmerksamkeit bleibt gebunden. Wie ein offener Kreis, der nie ganz schliesst. Das Nervensystem bleibt in Bereitschaft. Tiefes Denken wird anstrengender. Abschalten sowieso.

Gleichzeitig gibt es im Gehirn ein Netzwerk, das nur dann aktiv wird, wenn wir nichts tun. Kein Input, keine Reaktion, keine Aufgabe. In diesen Phasen verarbeitet das Gehirn Erlebtes, sortiert Emotionen, verbindet Gedanken neu. Kreativität entsteht dort. Auch Zufriedenheit. Wer diese Phasen ständig unterbricht – und genau das tun wir mit permanentem Handygebrauch –, beraubt sich genau dieser Prozesse.

Interessant ist auch, was passiert, wenn Menschen ihr Handy bewusst weglegen. Studien zeigen, dass schon wenige Tage mit reduziertem Smartphone-Konsum zu besserer Stimmung, mehr Klarheit und höherer wahrgenommener Lebenszufriedenheit führen. Menschen berichten von besserem Schlaf, mehr Geduld, mehr Ideen. Nicht, weil plötzlich alles gut ist, sondern weil das System wieder Luft bekommt.

Das hat mich auch in meiner Arbeit nachdenklich gemacht. In unseren Retreats wollen Menschen zur Ruhe kommen, sich spüren, präsent sein. Und gleichzeitig liegt das Handy oft griffbereit neben der Matte oder auf dem Tisch. Deshalb haben wir begonnen, handyfreie Zonen einzuführen. Beim Essen. Beim Yoga. Das Handy bleibt im Zimmer. Und ja, es gibt auch die Möglichkeit, es für diese Zeit abzugeben. Nicht, um jemanden zu erziehen. Sondern weil ich weiss, wie stark diese Gewohnheit ist. Und wie erleichternd es sein kann, wenn die Entscheidung nicht immer neu getroffen werden muss.

Ich glaube nicht, dass wir zurück in eine analoge Welt müssen. Aber ich glaube, dass wir wieder lernen dürfen, Offline-Zeiten ernst zu nehmen. Nicht als Wellness-Trend, sondern als Voraussetzung dafür, klar denken, kreativ arbeiten und zufrieden leben zu können.

Vielleicht ist das heute der eigentliche Luxus.
Nicht immer erreichbar zu sein.
Nicht jede Lücke zu füllen.
Sondern sich diese ungeplanten, manchmal etwas unbequemen Momente wieder zu erlauben.

Und zu merken, dass genau dort oft das entsteht, was wir eigentlich suchen.

Posted on January 19, 2026 .

Wie Pferde miteinander kommunizieren – und was wir Menschen daraus lernen

Wer Pferde beobachtet, merkt schnell: Sie kommunizieren ständig. Nicht nur mit uns, sondern vor allem miteinander. In der Herde, auf der Weide, im Offenstall. Meist unauffällig, oft sehr klar. Und fast immer situationsbezogen.

Wenn wir verstehen wollen, wie Pferde kommunizieren, lohnt es sich deshalb, den Blick weg von uns selbst zu richten und hin zu dem, was zwischen den Pferden passiert.

Kommunikation in der Herde: klar und ohne Umwege

Pferde reden nicht lange um den heissen Brei. Ihre Kommunikation ist direkt, aber selten eskalierend. Ein Blick, eine minimale Veränderung der Körperspannung, ein Schritt zur Seite – oft reicht das schon.

In stabilen Herden sieht man, dass Konflikte meist früh geklärt werden. Nicht, weil Pferde sich nichts sagen, sondern weil sie sehr genau wahrnehmen, wann ein Signal genügt. Es geht nicht darum, Recht zu haben, sondern darum, wieder Ruhe in die Situation zu bringen.

Nähe und Distanz als Sprache

Abstand ist eines der wichtigsten Kommunikationsmittel unter Pferden. Wer wem wie nahe kommen darf, ist kein Zufall. Pferde regeln Nähe über kleine, feine Signale: über die Ausrichtung des Körpers, die Position der Ohren, über Tempo oder Stillstand.

Ein Pferd, das Nähe zulässt, kommuniziert Vertrauen. Eines, das Distanz einfordert, setzt eine Grenze. Beides ist neutral – es sind Informationen. Erst wir Menschen machen daraus oft eine Bewertung.

Korrektur statt Strafe

Wenn Pferde einander korrigieren, geschieht das meist präzise und kurz. Ein klares Signal, dann ist die Sache erledigt. Kein Nachtragen, kein Wiederaufrollen.

Das ist etwas, das wir Menschen häufig unterschätzen. Wir erklären, relativieren, wiederholen. Pferde hingegen kommunizieren im Moment. Sie reagieren auf das, was jetzt ist – nicht auf das, was vor fünf Minuten war.

Ruhe als soziales Signal

In vielen Herden gibt es Pferde, die kaum auffallen. Sie drängen sich nicht in den Vordergrund, sind nicht besonders laut oder expressiv. Und trotzdem orientieren sich andere an ihnen.

Ruhe ist für Pferde ein starkes Signal. Ein entspanntes Pferd kann Sicherheit vermitteln, ohne etwas zu „tun“. Diese Form von Kommunikation wird oft übersehen, ist aber zentral für das soziale Gefüge.

Was wir daraus für den Umgang lernen können

Wenn wir Pferde untereinander beobachten, zeigt sich vieles sehr deutlich: Kommunikation muss nicht gross sein, um klar zu sein. Timing ist wichtiger als Intensität. Und Wahrnehmung ist oft hilfreicher als Interpretation.

Im Umgang mit Pferden können wir davon profitieren, weniger zu machen und genauer hinzuschauen. Nicht jedes Verhalten braucht eine Reaktion. Manches braucht einfach Raum.

Kommunikation ist immer mehr als ein einzelnes Signal

Laute, Bewegungen, Körperspannung – all das greift ineinander. Wer sich tiefer mit dem Thema beschäftigen möchte, findet ergänzend dazu diese Blogposts:

Beide Artikel beleuchten einzelne Ebenen der Kommunikation. Zusammengenommen – und ergänzt durch die Beobachtung der Pferde untereinander – entsteht ein vollständigeres Bild.

Denn Pferde sprechen ständig. Die Frage ist weniger, ob sie kommunizieren, sondern ob wir bereit sind, wirklich zuzuhören.

Posted on January 12, 2026 .

Bioresonanz bei Pferden – meine Erfahrung mit Na’ima

Im Sommer 2025 habe ich bei meiner Stute Na’ima eine Bioresonanz-Haaranalyse machen lassen. Auslöser war nicht nur das Sommerekzem mit starkem Juckreiz an Mähne und Schweif, sondern auch ein Thema, das uns schon lange begleitet: ein konstanter Blähbauch.

Ich wollte nicht einfach weiter ausprobieren oder einzelne Symptome isoliert behandeln, sondern besser verstehen, wie ihr System insgesamt reagiert und wo es aktuell Unterstützung brauchen könnte.

Was ist Bioresonanz überhaupt?

Bioresonanz ist eine energetische Methode. Sie arbeitet nicht mit Blutwerten oder klassischen Laborparametern, sondern geht davon aus, dass der Organismus auf bestimmte Stoffe, Reize oder Belastungen mit messbaren energetischen Schwingungen reagiert. Bei der Haaranalyse werden diese Resonanzen über eingesandtes Haarmaterial getestet.

Wichtig ist mir, das klar zu sagen: Bioresonanz ersetzt keine tierärztliche Diagnostik. Sie stellt keine medizinischen Diagnosen und liefert keine „harten Fakten“ im schulmedizinischen Sinn. Sie kann aber Hinweise geben, wo das System aktuell besonders gefordert ist, wo es überreagiert oder wo es energetisch eher geschwächt wirkt.

Für mich war das kein Entweder-oder, sondern eine ergänzende Perspektive.

Warum eine Haaranalyse?

Die Haaranalyse hat den Vorteil, dass sie für das Pferd komplett stressfrei ist. Es braucht keine Blutentnahme und keinen Termin vor Ort. Gleichzeitig erlaubt sie, sehr viele Parameter zu testen.

Bei Na’ima ging es mir nicht darum, eine einzelne Ursache zu finden, sondern ein Gesamtbild zu bekommen: Was belastet sie? Wo scheint ihr System dauerhaft zu arbeiten? Und wo könnte man ansetzen, um Entlastung zu schaffen?

Was wird konkret getestet?

Die Analyse bei Na’ima umfasste drei zentrale Bereiche.

1. Organsysteme

Hier wird betrachtet, wie verschiedene Organsysteme energetisch im Verhältnis zu einem Idealwert stehen – zum Beispiel Verdauung, Stoffwechsel, Immunsystem oder Haut. Werte über dem Idealbereich können auf Überlastung oder Dauerstress hinweisen, Werte darunter auf Schwäche oder Erschöpfung. Einzelne Abweichungen sind normal, interessant wird es dort, wo sich Muster zeigen.

2. Umweltfaktoren und Unverträglichkeiten

In diesem Teil werden Resonanzen auf eine sehr grosse Anzahl möglicher Einflussfaktoren getestet: Pflanzen, Pollen, Gräser, Milben, Pilze, Zusatzstoffe oder andere Umweltreize. Das bedeutet nicht, dass ein Pferd auf all diese Dinge „allergisch“ ist. Es zeigt vielmehr, wie stark das System energetisch darauf reagiert.

Anhand der Auswertung habe ich Na’imas Fütterung angepasst.

3. Vitalstoffhaushalt

Hier werden energetische Ungleichgewichte bei Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Aminosäuren erfasst. Eine Auffälligkeit bedeutet nicht automatisch einen Mangel im Blut. Sie kann auch darauf hindeuten, dass ein Stoff zwar vorhanden ist, aber aktuell nicht optimal aufgenommen, verwertet oder reguliert wird.

Wie werden die Ergebnisse erklärt?

Die Bioresonanz-Haaranalyse habe ich beim Tierheilkundezentrum Nehls machen lassen. Nach der Auswertung bekommt man einen Telefontermin, in dem die Resultate ausführlich besprochen werden. Die Tabellen werden erklärt, Zusammenhänge aufgezeigt und Rückfragen geklärt.

Das war für mich ein entscheidender Punkt. Die Auswertungen sind umfangreich und ohne Erklärung schwer einzuordnen. Im Gespräch wurde deutlich, welche Werte relevant sind, welche eher Hintergrundrauschen darstellen und wo sinnvoll angesetzt werden kann.

Auch im weiteren Verlauf hatte ich jederzeit eine Ansprechperson. Wenn sich Fragen ergeben haben oder Unsicherheiten aufkamen, konnte ich mich melden. Diese kontinuierliche Begleitung habe ich als sehr hilfreich erlebt.

Was Na’ima bekommen hat

Auf Basis der Analyse wurden Fütterung und Begleitung angepasst. Na’ima bekam unter anderem:

  • energetische Resonanzen und homöopathische Mittel

  • eine individuell zusammengestellte Kräutermischung zur Unterstützung von Immunsystem, Haut und Stoffwechsel (die sie absolut liebt)

  • eine angepasste Fütterung, orientiert am Gesamtbild der Analyse

  • ergänzend eine lokale Pflege für die Haut

Alles war auf einen längeren Zeitraum ausgelegt. Es ging nicht darum, schnell etwas zu „korrigieren“, sondern dem System Zeit zu geben, sich zu regulieren.

Was sich verändert hat – und was nicht

Nach rund vier Monaten wurde eine Zwischentestung durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt war der starke Juckreiz deutlich zurückgegangen, Mähne und Schweifhaare waren erhalten geblieben. Sie hat sich im Sommer zum ersten Mal in ihrem Leben nicht blutig gekratzt.

Der Blähbauch ist weiterhin da, und wir arbeiten nun gezielt an diesem Thema weiter.

Ich sehe die Bioresonanz nicht als Allheilmittel. Für mich ist sie ein Werkzeug, das helfen kann, genauer hinzuschauen und Entscheidungen bewusster zu treffen. Gerade bei komplexen, chronischen Themen empfinde ich diesen Blick auf Zusammenhänge als wertvoll.

Dieser Erfahrungsbericht ist in Zusammenarbeit mit dem Tierheilkundezentrum Nehls entstanden. Wenn du selbst eine Bioresonanz-Haaranalyse für dein Pferd machen lassen möchtest, bekommst du 12 % Rabatt auf die Analyse sowie auf alle Produkte.

Rabattcode: 12Namia25

Ich teile diese Erfahrung, weil ich mir solche Einblicke selbst oft wünsche – nüchtern, ehrlich und ohne Versprechen, sondern als Einladung, genauer hinzuschauen.

Posted on January 8, 2026 .

Gedanken zur inneren Führung

oder: was passiert, wenn man sie ignoriert

Manchmal merke ich es erst im Nachhinein. Nicht im Moment selbst. Sondern später, wenn mir Dinge schwerer fallen als sonst. Wenn ich müder bin, obwohl objektiv gar nicht so viel los ist. Oder wenn ich mich frage, warum mir etwas, das ich eigentlich gerne mache, plötzlich Energie zieht.

Dann wird mir oft klar: Ich habe mich selber übergangen.

Nicht dramatisch. Nicht mit Ansage. Eher so im Alltag. Ein „Ich mache das jetzt halt noch“, obwohl innerlich schon lange ein Nein da war. Oder ein leises Gefühl von „eigentlich stimmt das für mich nicht mehr“, das ich wegschiebe, weil es gerade unpraktisch ist.

Jedes Mal, wenn ich meine innere Führung ignoriere, geht Energie verloren. Nicht schlagartig. Sondern langsam. Wie ein kleines Leck, das man lange übersieht.

Ich habe früher gedacht, innere Führung sei etwas Abgehobenes. Intuition, Bauchgefühl, solche Dinge. Heute erlebe ich sie viel nüchterner. Sie zeigt sich körperlich. Als Spannung. Als Müdigkeit. Als Widerstand. Oder als dieses klare Wissen, das sich nicht logisch erklären lässt, aber trotzdem da ist.

Interessant finde ich, dass genau das auch in vielen Büchern und Studien beschrieben wird. In The Body Keeps the Score schreibt Bessel van der Kolk darüber, wie der Körper alles speichert, was wir nicht ernst nehmen. Und Gabor Maté beschreibt in When the Body Says No, wie sehr Anpassung auf Kosten der eigenen Wahrheit Kraft kostet. Das hat mich weniger überrascht als bestätigt. Weil ich es kenne.

Was mir hilft, wieder näher an diese innere Führung zu kommen, ist erstaunlich unspektakulär.

Yoga zum Beispiel. Nicht als spirituelle Praxis, sondern ganz konkret. Ich merke im Yoga sehr schnell, ob ich mich zwinge oder ob ich bei mir bin. Der Körper reagiert sofort. Wenn ich über meine Grenzen gehe, wird der Atem flach. Wenn ich zu sehr will, wird es eng. Yoga bringt mich aus dem Kopf zurück in den Körper. Und dort ist diese innere Führung viel klarer spürbar als in jeder Pro-und-Contra-Liste.

Ähnlich erlebe ich es mit Pferden. Pferde lassen keine Ausreden gelten. Sie reagieren nicht auf das, was ich mir erzähle, sondern auf das, was da ist. Wenn ich innerlich nicht klar bin, wird es schwierig. Wenn ich präsent bin, wird es einfach. Diese Ehrlichkeit ist manchmal unbequem, aber sie bringt mich schneller zu mir zurück als jedes Gespräch.

Und dann ist da noch die Natur. Besonders der Wald. Ich habe lange nicht verstanden, warum Waldbaden so ein Thema ist. Heute verstehe ich es besser. Im Wald passiert etwas mit meinem Nervensystem. Ich werde ruhiger, ohne dass ich etwas tun muss. Gedanken verlieren an Dringlichkeit. Der Körper schaltet einen Gang runter. Studien zeigen, dass sich der Stresslevel messbar senkt – aber eigentlich spüre ich das auch ohne Studien.

Vielleicht ist das der gemeinsame Nenner von Yoga, Pferden und Natur: Sie holen mich raus aus dem Funktionieren. Sie verlangen nichts. Und genau dadurch wird wieder hörbar, was sonst untergeht.

Ich glaube nicht, dass man immer seiner inneren Führung folgen kann. Das Leben ist kein Wunschkonzert. Rechnungen wollen bezahlt werden, Verantwortung hört nicht einfach auf. Aber ich merke, dass es einen Unterschied macht, ob ich mich dauerhaft übergehe oder ob ich wenigstens wahrnehme, wo ich es tue.

Denn innere Führung zu ignorieren kostet Energie. Ihr zuzuhören kostet manchmal Mut. Aber langfristig fühlt es sich ehrlicher an.

Und vielleicht ist genau das der Punkt: nicht alles sofort ändern zu müssen, aber aufzuhören, sich selbst zu überhören.

Posted on January 4, 2026 .

Platz schaffen und helfen: Sachspenden für Pferde in Marokko

Achtung: Aktuell nehmen wir keine Sachspenden mehr an, sind aber sehr dankbar für Geldspenden, um den Transport aller Gegenstände nach Marokko bezahlen zu können.

Keine Lust, deine Sattelkammer aufzuräumen? Manchmal hilft der Gedanke, dass du damit jemandem – und ein paar Pferden – etwas Gutes tun kannst.

Im Januar planen wir wieder einen Transport von gut erhaltenem Pferdematerial nach Marokko. Dinge, die hier vielleicht nicht mehr gebraucht werden, können dort den Alltag von Pferden und Menschen spürbar verbessern.

Nach der Covid-Zeit haben wir Equi Evasion dabei unterstützt, ihre Ausrüstung Schritt für Schritt aufzubauen. Equi Evasion ist der Stall, mit dem wir seit 2016 für unsere Reiten & Yoga Retreats in Marokko zusammenarbeiten. Inzwischen tragen alle Pferde für die langen Ritte passende Sättel aus der Schweiz und aus Deutschland, kombiniert mit dicken, massgeschneiderten Pads, die direkt vor Ort gefertigt werden. Dieses Zusammenspiel aus Unterstützung von aussen und lokalem Handwerk freut uns besonders.

Der Stall wächst weiter – und damit auch der Bedarf. P.S. Wer den Stallbau unterstützen möchte, kann sich gerne bei mir melden für weitere Infos.

Zudem hilft Hassan regelmässig anderen Ställen und Pferdebesitzern in der Region, sodass die gespendeten Materialien nicht nur einem Ort zugutekommen, sondern mehreren Pferden ein besseres, pferdefreundliches Equipment ermöglichen.

Wenn du also Material hast, das gut erhalten ist, aber bei dir keine Verwendung mehr findet, freuen wir uns sehr, wenn du es weitergibst. Unten findest du eine Übersicht, was aktuell gebraucht wird – und was nicht.

Was wir aktuell gut brauchen können

  • Sättel (alle Richtungen; passend für Pony, Araber oder Cob – nicht zu breit, nicht zu lang)

  • Sattelpads und Schabracken

  • Sattelgurte aus Leder oder Neopren (keine Schnurgurte; kurz oder lang, bitte nicht zu lang)

  • Heunetze

  • Knotenhalfter (Pony, Araber, Cob)

  • Stallhalfter (Pony, Araber, Cob)

  • Lange Führstricke (ab ca. 3 m)

  • Vordergeschirre

  • Steigbügelleder

  • Steigbügel

  • Zaumzeug (Pony, Araber, Cob)

  • Zügel

  • Wassertrensen (nicht zu breit)

  • Sattelfelle

  • Reithelme (nur unfallfrei, ohne Sturz oder Schlag)

Was wir nicht benötigen

  • Decken

  • Ohrengarn

  • Gamaschen

  • Kurze Führstricke

  • Defektes oder nicht mehr funktionstüchtiges Material

Der Transport nach Marokko wird vom Verein Hand in Huf übernommen. Die Versandkosten innerhalb der Schweiz bitten wir dich selbst zu tragen.

Adresse für Sachspenden in der Schweiz:

Catherine Lippuner
Via Maistra 54
7525 S-chanf

Wenn du in Zürich wohnst oder dort etwas abgeben könntest, melde dich bitte bei mir – wir haben dort einen Sammelpunkt.

Auch in Deutschland gibt es eine Sammelstelle. Schreib mir gern für die genaue Adresse.

Falls du kein Material hast, uns aber trotzdem unterstützen möchtest, kannst du auch direkt an Hand in Huf spenden. Die Spende ist steuerbefreit. Alle Infos dazu findest du hier >>

Schon jetzt danke für jedes Weitergeben, Mitdenken und Unterstützen. Gemeinsam entsteht oft mehr, als man allein bewegen könnte.

Wir nehmen aktuell kein Material mehr an. Der nächste Transport ist für 2027 geplant.

Posted on December 28, 2025 .

Was passiert ist, als ich drei Tage offline war

Was ich jetzt schreibe, wirst du vielleicht nicht verstehen. Entweder, weil du dir nicht vorstellen kannst, dass das für mich schwierig war, oder weil du dir nicht vorstellen kannst, das selbst zu tun.

Ich habe die letzten drei Tage ohne meinen Computer verbracht, grösstenteils auch ohne mein Handy und ganz bewusst ohne Instagram und ohne E-Mails. In den Wochen davor hatte ich immer stärker das Gefühl, dass sich meine Welt schneller dreht, als mir guttut, dass ich zwar viel mache, mich dabei aber zunehmend ineffizient fühle und dieses unterschwellige Gefühl von Dauerstress und Überforderung immer häufiger da ist, selbst dann, wenn objektiv eigentlich alles gut läuft.

Aus diesem Gefühl heraus habe ich mich entschieden, diese drei Tage wirklich als Pause zu nutzen und bewusst offline zu gehen, einfach als kleine Auszeit mitten im Alltag. Ganz ehrlich gesagt hatte ich davor einige Zweifel. Ich hatte Angst, dass ich innerlich unruhig sein würde, dass meine Gedanken ständig um Arbeit kreisen, dass ich meinen Computer vermisse oder mich dabei erwische, wie ich aus Gewohnheit doch wieder in meiner Inbox lande oder auf Instagram scrolle, etwas, das im normalen Alltag durchaus passiert, ohne dass ich es bewusst plane.

Nichts davon ist eingetreten. Ich hatte keinerlei Bedürfnis, mein Handy in die Hand zu nehmen, ausser um mich in der Stadt zu orientieren oder kurz etwas nachzuschlagen, und meine Bildschirmzeit war in diesen drei Tagen rund 75 Prozent niedriger als sonst. Das vielleicht überraschendste Learning für mich war, dass ich es überhaupt nicht vermisst habe, was mich ehrlich gesagt sehr gefreut hat, weil es mir gezeigt hat, wie sehr vieles davon reine Gewohnheit ist und wie wenig davon wirklich notwendig.

Was sich stattdessen eingestellt hat, war eine spürbare Entspannung im Kopf, kein spektakulärer Moment, sondern ein langsames Ruhigerwerden, als hätte mein Nervensystem verstanden, dass es gerade nichts leisten muss. Ich wurde gelassener, präsenter und habe nach diesen drei Tagen gemerkt, dass ich mich wieder auf meine Arbeit freue, nicht aus Pflichtgefühl oder Druck heraus, sondern aus echter Lust, wieder etwas zu bewegen. Für mich ist das ein sehr klares Zeichen von Erholung.

Als ich am vierten Tag wieder gearbeitet habe, war ich deutlich fokussierter, produktiver und weniger abgelenkt, Dinge gingen leichter von der Hand und fühlten sich weniger zäh an, und gleichzeitig habe ich gemerkt, dass die Welt in dieser Zeit nicht untergegangen ist. Alles lief weiter, ich habe alles gut aufgeholt und war einmal mehr dankbar für mein Team und dafür, dass meine Arbeit auch dann funktioniert, wenn ich nicht ständig erreichbar bin.

Dieses Erlebnis hat mir sehr deutlich gezeigt, dass ich mehr von diesen bewussten Auszeiten brauche und dass es vermutlich vielen Menschen ähnlich geht, auch wenn sie es sich im Moment vielleicht noch nicht vorstellen können. Wir sind extrem an unsere Arbeit und an unsere technischen Geräte gebunden, immer online, immer erreichbar, und oft glauben wir, produktiv zu sein, während wir innerlich permanent unter Spannung stehen. Ich habe das Gefühl, dass Offline-Zeiten in Zukunft nicht weniger, sondern immer wichtiger werden, nicht als Luxus, sondern als etwas, das notwendig ist, um langfristig gesund, klar und leistungsfähig zu bleiben.

Meine Erfahrung ist klar: Wirklich produktive und zufriedene Menschen sind diejenigen, die ihre Geräte immer wieder bewusst weglegen können, die Pausen zulassen und echte Unterbrechungen schaffen, während ständige Verfügbarkeit, permanentes Scrollen und dauerndes Reagieren viele Menschen immer ineffizienter, gestresster und auf Dauer auch kränker macht.

Genau deshalb lasse ich dieses Thema immer stärker in meine Retreats einfliessen. Bei den Reiten & Yoga Retreats gibt es bereits handyfreie Zeiten, zum Beispiel beim Essen und beim Yoga, um bewusst Räume zu schaffen, in denen man nicht erreichbar ist und nicht abgelenkt wird. Beim Horse Health Heal Retreat gehen wir noch einen Schritt weiter, denn dort gibt es die Möglichkeit, das Handy für die gesamten sechs Tage abzugeben und wirklich einmal komplett offline zu sein.

Sechs Tage ohne permanente Reize, dafür mit Yoga, Körperarbeit, Massagen, Pferden, Gemeinschaft und gutem Essen, eine Zeit, in der sich das System neu sortieren darf und Energie wieder aufgebaut wird, nicht als Rückzug von der Welt, sondern als Reset, um danach klarer, ruhiger und stabiler in den Alltag zurückzukehren.

Für den Horse Health Heal Retreat auf Ibiza haben wir aktuell noch zwei freie Plätze >>

Posted on December 18, 2025 .

Rauhnächte – warum diese Tage für viele gerade jetzt wichtig sind

Die Rauhnächte bezeichnen die Tage zwischen den Jahren, meist vom 24. Dezember bis zum 6. Januar oder von Silvester bis Dreikönig. Ursprünglich stammen sie aus mitteleuropäischen, vor allem bäuerlichen Traditionen. Es waren Tage, die im Jahreslauf eine besondere Stellung hatten. Die Ernte war abgeschlossen, die Arbeit ruhte, vieles lag still.

Diese Zeit war nicht dafür gedacht, Neues zu beginnen oder Pläne zu machen. Es ging eher darum, das Vergangene abzuschliessen, Ordnung zu schaffen und wahrzunehmen, was dieses Jahr geprägt hat. Nicht im Sinne von grossen Vorsätzen, sondern durch ehrliches Hinschauen: Was war stimmig? Was hat Kraft gekostet? Was möchte man so nicht mehr weiterführen?

Auch heute sprechen die Rauhnächte viele Menschen an, obwohl unser Alltag kaum noch mit dem von früher vergleichbar ist. Vielleicht gerade deshalb. Das Jahr endet oft dicht, voll und laut. Viele merken erst gegen Ende, wie viel sie getragen haben. Die Rauhnächte markieren einen Punkt, an dem man nicht sofort weitermachen muss, sondern stehenbleiben darf.

Für mich ist diese Zeit Ende Jahr ganz konkret mit Ausmisten verbunden. Ich gehe meinen Kleiderkasten durch, sortiere Kleidung aus, öffne Schubladen, die ich übers Jahr kaum beachte. Nicht alles auf einmal, sondern Schritt für Schritt. Über Monate sammelt sich einiges an, Dinge, die man nicht mehr braucht, die aber trotzdem Platz einnehmen. Ich mag dieses Aufräumen zum Jahresende sehr.

Der Dezember ist für mich generell ein ruhiger Monat. Ich habe bewusst keine Reiten & Yoga Retreats in dieser Zeit. Es ist der Moment im Jahr, in dem ich Zeit habe, Projekte aufzuräumen, Gedanken zu ordnen und Dinge zu erledigen, die übers Jahr liegen geblieben sind. Ich schaue mir an, was gut gelaufen ist, was sich richtig angefühlt hat und wo ich gemerkt habe, dass etwas nicht mehr passt.

Letztes Jahr war ich in dieser Phase zum Beispiel im Mandali Retreat Center. Nicht, um etwas zu verändern oder zu verbessern, sondern um Abstand zu gewinnen und zurückzublicken. Solche Orte helfen mir, aus dem eigenen Alltag herauszutreten und klarer zu sehen, ohne gleich handeln zu müssen. Den entsprechenden Blogpost dazu habe ich damals auch hier geteilt.

Diese Zeit nutze ich oft, um mir meine Ziele und Visionen für das kommende Jahr aufzuschreiben. Nicht als feste Vorgaben, sondern als Orientierung. Ich finde es sehr wertvoll, dafür wirklich Zeit zu haben, statt diese Gedanken zwischen Termine und Verpflichtungen zu schieben.

Natürlich weiss ich, dass der Dezember für viele genau das Gegenteil ist. In manchen Berufen ist es die intensivste Zeit des Jahres. Und Weihnachten und Neujahr sind auch Momente, in denen viele Menschen Zeit haben, sich zu sehen. Das gehört dazu. Es geht nicht darum, alles ruhig oder leer zu machen.

Vielleicht geht es eher darum, den eigenen Kalender nicht komplett zu füllen, wenn es irgendwie möglich ist. Kleine Freiräume zu lassen. Zeit für sich einzuplanen, ohne dass sie einen Zweck erfüllen muss. Und wenn das Ende Jahr nicht geht, dann vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt. Man kann auch mitten im Jahr einen Retreat einlegen oder bewusst einen Gang zurückschalten.

Die Rauhnächte stehen für mich genau dafür. Nicht für bestimmte Rituale und nicht für eine feste Zeitspanne, sondern für die Erinnerung, dass wir nicht immer schneller werden müssen. Dass es Phasen geben darf, in denen nichts optimiert werden muss.

Posted on December 15, 2025 .

Geschenkideen für Pferdemädchen & Yoginis

Ich bin kein grosser Fan von Schenken nur um des Schenkens willen. Aber manchmal hat man einen lieben Menschen, dem man eine Freude bereiten möchte. Und dafür habe ich dir sinnvolle Ideen gesammelt. Es sind Geschenke, über die sich Yoginis und Pferdemädchen freuen werden – inklusive Links, damit du alles entspannt von zu Hause aus bestellen kannst.


Reitponcho aus Island

Ein absoluter Favorit von mir sind die wunderschönen Reitponchos aus Island. Sie halten schön warm, sind ein echter Hingucker und werden in Island aus 100 % isländischer Wolle hergestellt. Es gibt sie in Rot, Grün und Braun. Den Poncho kann man nicht nur zum Reiten tragen, sondern auch bei Spaziergängen mit dem Hund; ebenso als Decke beim Savasana.

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Edelsteinmasken

Die Masken aus Amethyst, grünem Aventurin, Rosenquarz, weisser Jade, Tigerauge oder schwarzem Obsidian sind die Lieblinge bei meinen Retreats. Man kann sie fürs Savasana nutzen, beim Yoga Nidra oder einfach beim Entspannen auf dem Bett – für ein bisschen mehr Glamour im Leben.

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Pranamat

Jemand wünscht sich Entspannung? Dann kann ich dir die Pranamat empfehlen. Sie hilft beim Entspannen, bei Spannungskopfschmerzen und bringt ein gestresstes Nervensystem wieder ins Gleichgewicht. Die Matten sind aus Naturmaterialien gefertigt, und auch die Lotusblüten werden aus HIPS-Kunststoff hergestellt, der unter anderem für Medizinprodukte und Kinderspielzeug verwendet wird und als gesundheitlich unbedenklich gilt. Pranamat ECO-Produkte erfüllen die OEKO-TEX-Standards und sind hypoallergen. Mit dem Code REITENUNDYOGA bekommst du ausserdem 10 % Rabatt auf deinen Einkauf.

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Yogamatten und Props von Beyond

Für meine Schweizer Retreats verwende ich nur Yogamatten von Beyond. Sie werden fair und nachhaltig aus schadstofffreien Materialien hergestellt. Ausserdem sind alle Produkte wunderschön und qualitativ hochwertig. Es gibt nicht nur Yogamatten in verschiedenen Ausführungen, sondern auch Meditationskissen, Yoga-Bolster für Yin Yoga, Augenkissen und vieles mehr. Mit dem Gutschein-Code „Catherine Lippuner“ bekommst du 10 % Rabatt auf deinen Einkauf bei Beyond Yoga.

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Das Orakel der Krafttiere

Ein All-Time-Favorite bei meinen Retreats ist das Kartenset „Orakel der Krafttiere“. Schöne Zeichnungen und inspirierende Botschaften helfen in verschiedenen Lebenslagen.

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Bioresonanzanalyse und Produkte vom Tierheilkundezentrum Nehls

Es passiert immer wieder, dass ein Pferd oder ein Hund sich nicht ganz wohl fühlt oder ein Problem hat. Na’ima kämpft z. B. auch mit Sommerekzem und Verdauungsproblemen, weshalb wir uns für eine Bioresonanzanalyse bei Nehls entschieden haben. Mit dem Code „12Naima2025“ bekommst du 12 % auf die Bioresonanzanalyse wie auch auf alle anderen Produkte.

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Reiten & Yoga Gutscheine

Du bist unschlüssig? Dann lass die Person doch selbst entscheiden und schenke ihr einen Gutschein. Wir stellen ihn dir in beliebiger Höhe aus. Die schöne Geschenkkarte schicken wir entweder an dich zum Weiterverschenken oder direkt an die beschenkte Person. Die Gutscheine können für alle Reiten & Yoga Retreats verwendet werden.

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Gua Sha

Ein kleines Zeichen der Freundschaft: ein schöner Gua Sha, den man fürs Gesicht, den Körper oder auch zur Entspannung des Pferdes einsetzen kann. Die Gua Shas gibt es aus Rosenquarz, grünem Aventurin, weisser Jade, schwarzem Obsidian, Opalith, Amethyst und gelbem Calcit.

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Ich hoffe, ich konnte dich mit diesen Ideen etwas inspirieren!

Einen Bonus-Tipp habe ich noch: Wenn du einem kleinen Business eine Freude machen möchtest, bewerte es mit einer 5-Sterne-Bewertung auf Google, Facebook oder Tripadvisor. Ich bin mir sicher, sie werden sich sehr freuen. Sharing is caring!

Frohe Vorweihnachtszeit!

Posted on December 10, 2025 .

Do Nothing

Ich höre momentan Do Nothing von Celeste Headlee, und dieses Buch trifft einen Punkt, der in unserem Alltag oft untergeht. Headlee beschreibt sehr klar, wie wir in eine Kultur hineingeraten sind, in der Beschäftigtsein als Normalzustand gilt und in der wir Leistung ständig mit persönlichem Wert vermischen. Während ich zuhöre, merke ich, wie vertraut mir vieles davon ist. Nicht, weil ich es will, sondern weil ich über Jahre genau in diesem Muster gelebt habe (und manchmal auch immer noch lebe).

Was mir gefällt: Sie romantisiert Pausen nicht. Sie zeigt, wie sehr unser Nervensystem unter Daueranspannung steht, wenn wir keinen Raum lassen, in dem nichts passiert. Und sie zeigt auch, wie schnell wir anfangen, selbst die freien Momente zu optimieren – als müsste jede Minute messbar sein. Ich erkenne mich darin wieder. Ich war lange jemand, der dachte, dass ein voller Kalender Sicherheit bedeutet. Heute spüre ich eher, wie erschöpfend dieses Tempo ist.

Was ich spannend finde: Genau das, worüber Headlee schreibt, spielt in meinen Retreats eine grosse Rolle. Ich, aber auch alle Yoga-Lehrerinnen, die mit mir arbeiten, vermitteln immer wieder, wie wichtig es ist, Pausen einzulegen, innezuhalten und einmal ruhiger zu werden. Viele Retreats sind bewusst langsam, besonders die Reiten & Yoga Retreats mit viel Schritt. Und gerade dann kommen oft Themen hoch. Die Teilnehmerinnen sind lange mit sich selbst unterwegs, und viele merken, wie ungewohnt es geworden ist, einfach nur zu sein – mit dem Pferd, mit der Landschaft, mit der Stille –, ohne etwas leisten zu müssen oder ständig beschäftigt zu sein.

Ich sehe dieses innere Ringen häufig: der Wunsch, sich zu beschäftigen, obwohl der eigentliche Wert genau im Nichtstun liegt. Und trotzdem finde ich gerade diese Momente wichtig. Sie zeigen viel, sie öffnen etwas, und sie machen sichtbar, wie sehr wir uns an Tempo und Ablenkung gewöhnt haben. Ich merke, wie sich meine Retreats immer mehr in diese Richtung entwickeln. Weg von „höher, schneller, weiter“, hin zu mehr Klarheit, Raum und Einfachheit. Versteh mich nicht falsch: Ich bin ein grosser Fan von Tempo, und ich liebe unsere Retreats in Marokko. Aber auch dort gibt es unzählige Momente, in denen nichts passiert ausser Sein. Ich schätze unser Team dort sehr, weil die Mitarbeitenden Zeit haben. Zeit, um miteinander zu reden, um einen Witz zu machen, um präsent zu sein. Sie sind nicht gestresst, und das spürt man sofort.

Headlee bezieht sich auf Forschung aus Psychologie und Arbeitssoziologie, die klar zeigt, dass Pausen nicht das sind, was übrig bleibt, wenn alles erledigt ist, sondern die Grundlage dafür, dass wir überhaupt nachhaltig denken und handeln können. Trotzdem halten viele an der Idee fest, dass erst Leistung kommt und dann Erholung. Dieses Muster sitzt tief.

„Nichts tun“ klingt banal, ist aber in Wahrheit ein klarer Gegenentwurf zu dem, was wir gewohnt sind. Es bedeutet, die Lücken nicht sofort zu füllen. Es bedeutet, auszuhalten, dass man einmal nicht produktiv ist. Und es bedeutet auch, sich selbst wieder ernst zu nehmen.

Das Buch von Celeste Headlee kann ich dir empfehlen.

Den Link dazu findest du hier >>

Posted on December 8, 2025 .

Wie innere Ruhe die Kommunikation mit Pferden verändert

Dieser Gedanke von Mark Rashid begleitet mich schon lange: dass viele Menschen keinen Druck geben wollen, weil sie gelernt haben, dass Druck etwas Hartes oder Unangenehmes ist. Etwas, das leicht kippt. Etwas, das mit Ärger oder Kontrolle verbunden sein kann. Und genau deshalb entsteht dieses vorsichtige Zögern, das viele kennen. Man möchte etwas sagen, man möchte führen – und gleichzeitig zieht sich etwas im eigenen Körper zusammen, weil man Angst hat, in einen Ton zu fallen, den man selbst nicht mag.

Was mir immer wieder auffällt: Es ist selten der Druck selbst, der schwierig ist. Es ist der emotionale Hintergrund, der ihn verfärbt. Und diese Färbung spüren Pferde sofort, lange bevor sie überhaupt verstehen können, was wir wollen. Pferde lesen unseren Körper, unseren Atem, unsere innere Spannung. Sie orientieren sich an dem, was zwischen den Worten passiert. Und genau dort entsteht oft die Verwirrung – oder die Klarheit.

Wenn wir innerlich ruhig sind, fühlen Pferde sich sicher. Wenn wir angespannt sind, spüren sie das, auch wenn wir uns bemühen, langsam oder vorsichtig zu sein. Für Pferde zählt nicht, wie sanft eine Bewegung aussieht, sondern wie ruhig sie sich anfühlt. Und genau da liegt der Knackpunkt: Viele von uns verbinden Druck nicht mit Ruhe, sondern mit einem inneren Ort, den wir lieber vermeiden würden. Vielleicht, weil wir es früher so erlebt haben. Vielleicht, weil alte Muster noch im Körper stecken. Vielleicht einfach, weil wir Angst haben, etwas falsch zu machen.

Diese Unsicherheit zeigt sich dann oft als übervorsichtiges Handeln. Man wird so weich, dass keine Richtung mehr entsteht. Nicht, weil man achtsam sein möchte, sondern weil man sich selbst zurückhält. Und damit wird der Kontakt zum Pferd nicht leichter, sondern eigentlich schwieriger, weil die Orientierung fehlt. Pferde brauchen keine Perfektion. Sie brauchen Verlässlichkeit. Und Verlässlichkeit entsteht dort, wo jemand innerlich klar ist – nicht dort, wo jemand versucht, nichts falsch zu machen.

Genau hier setzt Rashids Gedanke an. Es geht nicht darum, Druck zu vermeiden oder zu dosieren wie eine Zahl auf einem Messgerät. Es geht darum, ihn aus einem Zustand heraus zu geben, der ruhig ist. Ein Zustand, in dem keine Geschichte mitläuft. Keine alte Anspannung. Kein innerer Widerstand. Druck wird dadurch nicht zu etwas „Feinem“ oder „Symbolischem“. Er bleibt das, was er ist: ein Teil der Kommunikation. Nur ohne zusätzliche Emotion.

Für mich ist das der Moment, in dem sich unterwegs mit Pferden am meisten verändert. Auf einem langen Ritt, in einer neuen Umgebung oder einfach im Alltag: Sobald man innerlich ankommt und klar wird, reagieren Pferde anders. Nicht, weil man weniger macht. Und nicht, weil man mehr macht. Sondern weil man es aus einem anderen Zustand heraus macht. Ein Zustand, der nicht gegen sich selbst arbeitet. Ein Zustand, der nicht angestrengt ist. Ein Zustand, der nicht versucht, etwas zu vermeiden.

Druck wird dann nicht zu einem „kleinen Impuls“, sondern zu einer klaren Handlung, die nicht mehr aufgeladen ist. Wenn man beispielsweise die Hand schliesst, den Körper ausrichtet oder etwas mehr Präsenz in die eigene Bewegung bringt, dann ist das keine Drohung, kein Test und kein Kommentar, sondern einfach eine Richtung. Eine Entscheidung. Etwas, das nicht hängen bleibt, sondern weiterfliesst, sobald das Pferd sich orientiert.

Und genau so erleben es Pferde auch: Sie spüren, ob etwas klar gemeint ist oder unsicher. Sie spüren, ob wir im Moment sind oder in unserem Kopf. Sie spüren, ob Druck etwas mit ihnen zu tun hat – oder mit uns.

Was mir daran so wichtig erscheint, ist die Verbindung zum eigenen Nervensystem. Yoga und das bewusste Arbeiten mit dem Körper haben mir gezeigt, wie sehr unsere innere Ruhe oder Unruhe jedes kleine Detail verändert. Wenn wir angespannt sind, wird jede Kleinigkeit schwer. Wenn wir ruhig sind, lösen sich viele Dinge von alleine. Und beim Reiten ist es genau gleich. Nicht, weil Pferde „sensibel“ sind, sondern weil sie ehrlich sind. Sie spiegeln, was da ist – nicht, was wir gerne hätten.

Am Ende geht es für mich nicht darum, Druck schönzureden oder zu vermeiden. Es geht darum, ihn so zu verwenden, dass weder Mensch noch Pferd das Gefühl haben, man müsse sich schützen. Druck ist ein Teil des Dialogs. Aber der Ton dahinter entscheidet, ob dieser Dialog anstrengend wird oder natürlich bleibt.

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr merke ich, dass es oft gar nicht ums Reiten geht. Es geht darum, wie wir Entscheidungen treffen. Wie wir führen. Wie wir Grenzen setzen. Wie wir präsent bleiben, ohne hart zu werden. Und wie wir uns erlauben, klar zu sein, ohne in alte Muster zu rutschen.

Vielleicht ist das am Ende der Punkt: Klarheit entsteht nicht durch Technik, sondern durch innere Ruhe. Und wenn Druck nicht mehr mit Spannung verbunden ist, sondern mit Präsenz, dann verändert sich die ganze Beziehung – ohne dass man grosse Worte darüber verliert.

Posted on December 1, 2025 .

Warum Akzeptanz ehrlicher ist als Optimismus

Seit ein paar Jahren fällt mir immer wieder auf, wie sehr wir uns an positive Gedanken klammern, wenn es innerlich eigentlich eng wird. „Think positive“ – als wäre es ein Pflaster, das alles abdeckt, was wir im Moment nicht spüren möchten. In der Yogaszene sieht man das oft: viel Licht, viel Liebe, viel Lächeln. Und manchmal bleibt das Schwierige dann einfach irgendwo im Schatten stehen, schön verpackt, aber eben nicht gelöst.

Ich kenne das von mir selbst. Ich habe lange versucht, Dinge wegzudenken oder mir einzureden, dass es ja „eigentlich gut ist“. Rückblickend merke ich, wie oft ich in dieser Phase über meine eigenen Grenzen gegangen bin. Positive Gedanken fühlen sich angenehm an, aber sie sind nicht stark genug, um die Realität zu halten, wenn dahinter etwas anderes ruft. Und irgendwann kommt der Moment, in dem man versteht: Es gibt keine Abkürzung. Der einzige Weg ist durch das, was gerade da ist – nicht darum herum.

Manchmal zeigt sich das in kleinen Fragen, die leise im Hintergrund laufen: Was funktioniert gerade nicht? Was habe ich überhört? Wo tue ich so, als wäre alles gut, obwohl mein Körper längst protestiert? Diese Fragen stellen sich nicht, um uns fertigzumachen, sondern um uns wieder in Kontakt zu bringen. Sie holen uns zurück zu dem, was ehrlich ist.

Etwas, das oft auftaucht, wenn wir anfangen, auf uns selbst zu hören, ist Schuld. Schuld dafür, dass wir etwas für uns tun statt für andere. Schuld dafür, dass wir Grenzen setzen. Schuld dafür, dass wir nicht mehr alles erlauben – weder anderen noch uns selbst. Aber inzwischen sehe ich diese Schuld als Zeichen dafür, dass etwas in Bewegung kommt. Wir fühlen sie, weil wir uns aus alten Mustern lösen. Weil wir beginnen, für uns selbst einzustehen. Das fühlt sich zuerst ungewohnt an, aber es ist ein gutes Zeichen.

Auf unseren Reiten & Yoga Retreats erlebe ich das immer wieder. Menschen kommen an, oft müde, überfüllt, manchmal auch ein wenig verloren. Und im Rhythmus der Tage – zwischen Pferden, Natur, Gespräch und Stille – entsteht plötzlich Raum. Da wird nicht einfach über etwas drüber meditiert. Da wird nichts beschönigt. Stattdessen entsteht Akzeptanz: Die Fähigkeit, das anzuschauen, was gerade wirklich da ist. Nicht mehr und nicht weniger.

Vielleicht ist es genau das, was wir verlernen, wenn wir uns zu sehr an Positivität orientieren. Wir verlieren einen Teil unserer emotionalen Intelligenz. Wir sagen eines, fühlen aber etwas anderes. Wir halten unser Gesicht freundlich, obwohl unser Inneres eng ist. Wir verbessern unsere Worte, statt unseren inneren Kompass. Und irgendwann wissen wir nicht mehr genau, was echt ist und was wir uns eingeredet haben.

Es gibt einen Moment, in dem die Oberfläche nicht mehr trägt. Und genau dann beginnt etwas Neues. Wenn wir aufhören, uns selbst zu überlisten. Wenn wir durch das gehen, was weh tut, statt uns davor zu verstecken. Wenn wir nicht länger so tun, als wären wir schon „erleuchtet“, nur weil wir alles schönreden.

Ich glaube, echte Veränderung beginnt dort, wo wir uns wieder erlauben, ehrlich zu spüren. Da, wo wir verstehen, dass Akzeptanz nicht bedeutet, alles gut zu finden, sondern endlich aufzuhören, uns selbst aus dem Weg zu gehen. Und da, wo wir uns nicht mehr dafür entschuldigen, dass wir uns um uns selbst kümmern.

Posted on November 22, 2025 .

Du musst es selbst tun – aber du kannst es nicht alleine tun

Es gibt diesen Satz, der einen erst kurz stutzen lässt und dann genau ins Schwarze trifft: Du musst es selbst tun – aber du kannst es nicht alleine tun. Veränderung beginnt immer bei uns. Niemand kann fühlen, was wir fühlen, niemand kann für uns die Muster lösen, die uns seit Jahren begleiten. Und gleichzeitig brauchen wir Menschen, die neben uns stehen, die uns spiegeln, uns erinnern und den Raum offenhalten, bis wir selbst wieder klarer sehen. Genau deshalb gibt es unsere individuellen Reiten & Yoga Retreats auf San Jon mit Tanja. Sie sind keine Ferienwoche, sondern ein Ort, an dem man sich Zeit nimmt für das, was im Alltag oft untergeht: echte Wahrnehmung, ehrliche Begleitung und genügend Ruhe, um sich selbst wieder zu spüren.

Psychologie und Neurowissenschaften zeigen seit Jahren, wie stark wir auf Co-Regulation angewiesen sind. Dr. Kristin Neff beschreibt, wie Mitgefühl – sowohl das eigene als auch das, das uns begegnet – Veränderung erst möglich macht. Dr. Daniel Siegel betont in seiner Interpersonal Neurobiology, dass das Nervensystem sich an Beziehung orientiert und dort am ehesten lernt, neue Wege zu gehen. Und Gabor Maté schreibt in When the Body Says No, dass Heilung nur dann entsteht, wenn wir unser eigenes Erleben zulassen und es gleichzeitig in einem sicheren Rahmen halten können. Diese Mischung aus Selbstwahrnehmung und Begleitung ist das Fundament jeder echten Veränderung.

Auf San Jon entsteht genau dieser Raum. Yoga schafft eine Verbindung zum Körper, die im Alltag oft verloren geht. Die Weite der Berge bringt etwas zur Ruhe, das man mit Worten kaum greifen kann. Und die Pferde reagieren auf das, was wirklich da ist – nicht auf das, was wir nach aussen zeigen wollen. Mit Tanja hast du eine Begleitung, die sehr genau spürt, wo du stehst, ohne dich in eine bestimmte Richtung zu drängen. Ihr Coaching ist klar, bodenständig und fein zugleich. Es lässt Fragen auftauchen, auf die man im Alltag selten kommt, und es erlaubt Themen sichtbar zu werden, die man schon lange mit sich herumträgt. Die Pferde machen diesen Prozess ehrlich: sie zeigen dir, wo du festhältst, wo du beschleunigst, wo du dich zurückziehst. Yoga übersetzt es zurück in deinen Körper. Und im Coaching entsteht daraus ein Verständnis, das im eigenen Leben plötzlich Sinn macht.

Coaching wirkt, weil es dir hilft, deine eigenen Antworten zu finden, statt dir Lösungen von aussen überzustülpen. Forschung aus der Positiven Psychologie – etwa die Self-Determination Theory von Deci & Ryan – zeigt, wie stark Menschen wachsen, wenn Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit zusammenkommen. Genau das passiert in einem individuellen Retreat: du triffst deine Entscheidungen selbst, du lernst dich und die Pferde besser lesen und gleichzeitig bist du nicht alleine mit dem, was sich zeigt.

Für unsere Zielgruppe – Menschen, die viel Verantwortung tragen, im Beruf, in der Familie oder im eigenen Anspruch an sich selbst – ist das besonders wertvoll. Viele funktionieren gut, oft zu gut. Was fehlt, sind Räume, in denen man nicht funktionieren muss. Orte, an denen man hinschauen darf, ohne bewertet zu werden, begleitet ohne gedrängt zu werden und verstanden ohne grosse Worte.

Und genau hier wird dieser Satz zu etwas, das man nicht nur versteht, sondern erlebt: Du musst es selbst tun – aber du kannst es nicht alleine tun. Ein Retreat auf San Jon ersetzt keine Lebensentscheidungen, aber es kann ein Anfang sein. Ein Anfang für mehr Klarheit, für eine stabilere Verbindung zu dir selbst und für den Mut, deinen eigenen Weg bewusster zu gehen.

Mehr Infos zu unseren individuellen Reiten & Yoga Retreats auf San Jon >>

Posted on November 16, 2025 .