Welcher Reiten & Yoga Retreat passt zu meinem Reitlevel?

Eine der häufigsten Fragen, die ich bekomme, dreht sich ums Reitlevel: Gibt es bei uns auch etwas für Anfängerinnen? Welcher Reiten & Yoga Retreat passt zu mir? Und wie finde ich heraus, auf welchem Level ich bin?

Manchmal meldet sich eine absolute Anfängerin, die nicht weiss, ob sie überhaupt willkommen ist. Manchmal eine sehr erfahrene Reiterin, die einen Reiten & Yoga Retreat für Fortgeschrittene sucht – und nicht in eine gemischte Gruppe möchte, in der man am Ende nicht galoppieren kann. Und oft sind Reiterinnen einfach unsicher, wo sie sich einordnen sollen.

Deshalb haben wir alle unsere Retreats einem der sechs Reitlevel zugeordnet. Bei jedem Retreat steht, ab welchem Level er geeignet ist. Steht dort "ab Level 3", dann ist dieser Retreat für alle Reiterinnen ab Level 3 offen – also auch für Level 4, 5 oder 6. Aber: Der Ritt ist für Level 3 konzipiert. Das bedeutet, es wird in einem Tempo und auf einem Anspruchsniveau geritten, das für dieses Level passt. Wer als sehr erfahrene Reiterin an einem Level-3-Retreat teilnimmt, ist herzlich willkommen – muss aber wissen, dass das Programm auf dieses Level ausgerichtet ist. Wer wirklich einen anspruchsvollen Ritt mit Tempo und fortgeschrittenen Reiterinnen sucht, findet das bei den Reiten & Yoga Retreats, die explizit ab Level 5 oder 6 ausgeschrieben sind.

Für alle, die sich noch nicht sicher sind, wo sie sich einordnen sollen: Auf reitenundyoga.ch/reitlevel gibt es ein kurzes Quiz, das dabei hilft.

Die sechs Reitlevel

Level 1 – Absolute Anfängerin: Ich habe keine oder sehr geringe Reiterfahrung.
Level 2 – Anfängerin: Ich bin sicher im Schritt und beginne mit dem Trab.
Level 3 – Mittelstufe: Ich bin sicher in Schritt, Trab und Galopp auf ruhigen Pferden.
Level 4 – Fortgeschrittene Mittelstufe: Ich bin sicher in Schritt, Trab und Galopp auch auf lebendigen Pferden und fähig, auch längere Strecken zu traben und zu galoppieren.
Level 5 – Fortgeschritten: Ich bin sicher in Schritt, Trab und Galopp im Gelände und auf unterschiedlichem Terrain und komme mit temperamentvollen Pferden zurecht.
Level 6 – Expertin: Turnier- oder Ausbildungshintergrund, sicher und souverän auf jedem Pferd in jedem Gelände.

Nicht sicher, wo du dich einordnen sollst? Mach das Quiz.

Hinweis zu Reitpausen und Wiedereinsteigerinnen

Wer längere Zeit nicht geritten ist, sollte sich eine oder je nach Situation eine oder mehrere Kategorien tiefer einstufen – unabhängig vom früheren Level. Reiten verlernt man nicht, das stimmt. Aber Balance, Reaktion und Sicherheit im Sattel bauen sich nach einer langen Pause deutlich ab, auch wenn die Grunderfahrung vorhanden ist.

Für Wiedereinsteigerinnen empfehle ich, mit einem kürzeren Retreat in einer tieferen Gruppe zu beginnen. Wenn das gut läuft, kann man immer noch wechseln. Andersherum ist schwieriger – und macht meistens auch weniger Spass.

Wenn ich bei der Anmeldung merke, dass ich noch Fragen habe, melde ich mich – am liebsten mit möglichst vielen Infos: wie lange du reitest oder geritten bist, ob du Unterricht hattest und wie lange eine allfällige Pause war.

Reiten & Yoga Retreats für Level 1 & 2

Für absolute Anfängerinnen und Einsteigerinnen gibt es bei uns Retreats in der Schweiz und im Ausland, die genau auf dieses Level ausgerichtet sind. Es wird alles erklärt – du musst nichts können und nichts wissen. Es geht ruhig zu und her, und du hast Zeit, dich an das Pferd und die Bewegung zu gewöhnen.

Wellness & Reiten Winter Engadin
Winter Unterengadin
Reitsafari & Yoga Namibia
Reiten & Yoga Ibiza
Wanderreiten Unterengadin
Zurück im Sattel Sizilien
Spa & Reiten Engadin

Reiten & Yoga Retreats für Level 3 & 4

Level 3 richtet sich an Reiterinnen, die in allen drei Gangarten geritten sind, aber vielleicht noch etwas unsicher sind oder noch keine langen Strecken im Trab oder Galopp hinter sich haben. Die Ritte sind entsprechend ruhiger und kürzer.

Level 4 ist für solide Freizeitreiterinnen, die schon länger im Sattel sind, sich sicher fühlen und auch längere Trab- und Galoppstrecken problemlos mitreiten können. Die Ritte sind anspruchsvoller und temporeicher als bei Level 3.

Eine vollständige Übersicht aller Reiten & Yoga Retreats in der Schweiz und im Ausland mit den jeweiligen Leveln findest du hier.

Gemeinsam reiten, auch wenn das Level unterschiedlich ist

Es gibt Retreats, bei denen verschiedene Reitlevel gleichzeitig teilnehmen können. Die Gruppen werden dann je nach Level aufgeteilt – so kann jede auf ihrem Niveau reiten, und trotzdem verbringt man die Zeit gemeinsam: beim Yoga, beim Essen, beim Abend. Das ist ideal, wenn du mit einer Freundin, deiner Tochter oder deiner Mutter kommen möchtest, die ein anderes Reitlevel hat.

Folgende Retreats eignen sich dafür:

Wellness & Reiten Winter Engadin
Winter Unterengadin
Reitsafari & Yoga Namibia
Reiten & Yoga Ibiza
Wanderreiten Unterengadin
Spa & Reiten Engadin

Reiten & Yoga Retreats für Level 5 & 6

Einige Retreats setzen sehr gute bis expertenmässige Reitkenntnisse voraus – du reitest aktuell und regelmässig, kennst Pferde mit Temperament und hast keine Angst vor Tempo oder anspruchsvollem Gelände.

Reiten & Yoga Marokko Atlantikritt
Reiten & Yoga Marokko Atlasritt
Reitsafari & Yoga Botswana
Reiten & Yoga Island Süd

Beim Reiten & Yoga Atlantikritt in Marokko reiten wir vier Tage entlang der Atlantikküste auf Araber-Berber-Hengsten, zum Teil ehemaligen Rennpferden, mit langen Trab- und Galoppstrecken am Strand. Wenn du "lange Galoppstrecken" liest und deine Augen glänzen – dann bist du wahrscheinlich richtig. Wenn du überlegst, wie lang "lang" wohl ist, empfehle ich dir zuerst einen anderen Ritt.

Beim Reiten & Yoga Retreat in Botswana reiten wir mitten durch das Okavango Delta. Wir begegnen Elefanten, Löwen und anderen Wildtieren vom Pferd aus, aus nächster Nähe. Das ist das Besondere an diesem Ritt, setzt aber voraus, dass du dein Pferd jederzeit unter Kontrolle hast.

Beim Reiten & Yoga Island Retreat reiten wir lange, viel und schnell. Die Islandpferde werden auch im Tölt geritten, einer fünften Gangart. Den Tölt muss man nicht vorher können – aber um ihn zu lernen, braucht es ein gutes Gefühl für das Pferd und eine solide Basis in den anderen Gangarten.

Welcher Reiten & Yoga Retreat passt zu dir?

Auf jeder Retreat-Seite findest du die Angabe, ab welchem Level der Ritt geeignet ist. Alle Reiten & Yoga Retreats in der Schweiz und im Ausland im Überblick.

Und wenn du dir nicht sicher bist: Mach das Quiz. Oder schreib uns direkt an hello@reitenundyoga.ch – wir beraten dich gerne.

Posted on July 19, 2026 .

Was kommt mit? Packtipps für Reitferien – aus über 12 Jahren Praxis

Reitferien packt man anders als normale Ferien. Was wirklich gebraucht wird, was man immer wieder vergisst und was am Ende unbenutzt im Koffer bleibt – das weiss man meistens erst nach der ersten Reise.

Ich begleite seit über zwölf Jahren Frauen auf Reitreisen – in die Berge, durch die Wüste, ans Meer, ins Hochland. In dieser Zeit habe ich gemerkt, dass sich dieselben Fragen immer wieder stellen: Was muss ich wirklich mitnehmen? Brauche ich eine vollständige Reitausrüstung? Was vergisst man immer wieder?

Dieser Artikel fasst zusammen, was ich in dieser Zeit gelernt habe. Und wer eine vollständige Packliste zum Ausdrucken oder Abspeichern möchte, kann sie sich am Ende des Artikels als PDF herunterladen.

Was immer dabei sein sollte

Bevor es um die Reitausrüstung geht, gibt es ein paar Dinge, die auf jeder Reitreise dabei sein sollten – unabhängig von Destination und Jahreszeit.

Sonnencreme steht ganz oben. Auch bei Bewölkung, auch im Winter, auch in der Höhe. Wer stundenlang im Sattel sitzt, ist der Sonne ausgesetzt, ohne Schatten und ohne Pause. Besonders Hals und Dekolleté werden oft vergessen – genau dort trifft die Sonne beim Reiten am direktesten. Das gleiche gilt für Lippenbalsam mit LSF: Wind und Sonne trocknen die Lippen schnell aus.

Ohropax lohnen sich auf jeder Reise – für den Sitznachbarn im Zug, der laut telefoniert, oder für das schreiende Kind beim Nachtflug.

Ein Notizheft und einen Stift. Ich habe fast immer eines dabei – weil es schöner ist, als die ganze Zeit aufs Handy zu tippen, und weil Reitferien auch eine Zeit sind, in der man ein bisschen wegkommt vom Digitalen. Es ist schön, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen.

Für Fotos im Sattel empfehle ich einen Bändel ums Handy. Für alles andere – Snacks, Sonnencreme, Kleingeld – eine Bauchtasche oder Beintasche, die fest am Körper anliegt und nicht baumelt. Was im Galopp herumfliegt, kann das Pferd erschrecken.

Eine Wasserflasche zwischen 5 und 7.5 dl passt gut in die meisten Satteltaschen. Zwei Flaschen mitzunehmen lohnt sich – man muss seltener nachfüllen, spart Plastikabfall und kann das Gewicht in den Satteltaschen besser ausgleichen.

Eine kleine Reiseapotheke: ein Schmerzmittel, Blasenpflaster und einen Tampon. Was du regelmässig brauchst, nimm am besten selbst mit – frage vorher nach, was der Veranstalter dabei hat.

Und bevor man abreist: unbedingt prüfen, ob die Reiseversicherung Reitunfälle und Unfälle mit Pferden abdeckt. Das ist nicht bei jeder Police selbstverständlich. Solltest du an einem Retreat teilnehmen und keine Reiserücktrittsversicherung haben, empfehlen wir dir die von der Allianz. Du kannst damit jeden beliebigen Retreat versichern. Alle Infos zu dieser Versicherung findest du hier.

Reitausrüstung – was wirklich nötig ist

Viele Reiterhöfe stellen Ausrüstung zur Verfügung – Helme, manchmal auch Regenjacken oder Satteltaschen. Man kommt also auch ohne vollständige Reitausrüstung zurecht. Das hier ist, was ich trotzdem empfehle:

Helm. Ich reise immer mit meinem eigenen. Ich weiss, was damit passiert ist und wie er gelagert wurde – und ich weiss, dass er nie gefallen ist. Das kann ich bei einem Leihhelm nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen.

Hose. Eine Reithose oder Reitlegging ohne grosse Nähte an der Innenseite ist bei mehrstündigen Ritten Gold wert. Jeans gehen für kurze Ausritte – bei langen Tagen im Sattel werden die Nähte unangenehm. Tipp: schnelltrocknende Reitleggings, die über Nacht trocknen, reichen für eine ganze Woche.

Unterwäsche. Unbedingt Unterhosen ohne Nähte und ohne Spitzen anziehen – alles, was reibt, macht sich bei mehrstündigen Ritten schnell bemerkbar. Zu Radlerhosen höre ich immer wieder Unterschiedliches: Manche Frauen schwören darauf, andere sagen, sie waren danach noch wunder als vorher. Das ist sehr individuell – wer es ausprobieren möchte, sollte es vorher auf einem kürzeren Ritt testen.

Schuhe. Gute, solide Schuhe, mit denen man auch zu Fuss gehen kann. Auf Reitreisen geht man oft Strecken zu Fuss und führt Pferde. Stiefeletten ohne Profil und ohne Stabilität sind im Gelände absolut ungeeignet. Trekking- oder Wanderschuhe mit gutem Profil sind ideal.

Badelatschen. Ich habe immer ein Paar leichte Gummilatschen dabei – nach dem Reiten mal die Schuhe ausziehen, in der Dusche nicht barfuss rein, abends einfach reinschlüpfen. Sie wiegen fast nichts.

Baumwolltuch. Ein einfaches Baumwolltuch ist eines der praktischsten Dinge, die man dabei haben kann – abtrocknen, über den Kopf legen, etwas abwischen. Es findet immer einen Verwendungszweck.

Regenjacke. Man denkt oft, man braucht sie nicht – und wenn man sie dann braucht und nicht dabei hat und den ganzen Tag nass ist, ist das sehr unangenehm. Heutzutage sind gute Regenjacken so kompakt, dass sie kaum Platz brauchen. Unbedingt einpacken.

Sonnenbrille. Es gibt immer die Diskussion, ob man eine Sonnenbrille unter dem Helm trägt. Ich habe immer eine auf – nicht nur wegen der Sonne, sondern auch weil im Gelände Steine fliegen können. Ich achte darauf, dass die Bügel nicht zu dick sind und gut unter den Helm passen.

Gepäckwürfel. Wer noch nie mit Packing Cubes gereist ist, wird sie nicht mehr missen wollen. Man findet alles sofort – besonders bei Mehrtagesritten, wo man täglich umpackt, machen sie den Alltag deutlich einfacher.

Sommer und Winter – Schichten sind entscheidend

Das Wichtigste beim Packen für Reitferien ist nicht, das perfekte Kleidungsstück zu finden. Es geht darum, genug Schichten dabei zu haben. Wer das hat, bereut es spätestens am Abend nicht – oder wenn es kälter wird als erwartet.

Im Sommer gehören eine warme Jacke und eine Regenjacke immer ins Gepäck. In der Höhe, am Atlantik mit viel Wind und am Abend kann es schnell frisch werden.

Im Winter empfehle ich Thermokleidung direkt auf der Haut, dann einen Fleece oder Pullover darüber und eine wasserdichte Jacke, die über die Hüfte geht – damit keine Lücke zwischen Hose und Jacke entsteht. Wer keine Winterreithose hat, kann eine normale Skihose verwenden. Beim Stirnband darauf achten, dass es nicht zu dick ist und noch unter den Helm passt – am besten zu Hause kurz ausprobieren. Handschuhe sollten dünn genug sein, damit man noch den Sattelgurt schliessen kann. Ich nehme meistens ein dünnes Paar für die Arbeit im Stall und ein dickeres zum Drüberziehen beim Reiten – plus ein Reservepaar, falls eines nass wird. Wärmebeutel für Hände und Füsse sind bei langen Wintertagen sehr bewährt.

Besonders wichtig bei Camp-Nächten: Dort gibt es keinen geheizten Raum, in den man sich zurückziehen kann. Innen ist es gleich kalt wie draussen. Wer nicht genug Schichten dabei hat, schläft schlecht.

Mehrtagesritt und Camp-Nächte

Die meisten Anbieter stellen Schlafsäcke oder Decken zur Verfügung – den eigenen Schlafsack kann man sich daher meistens sparen. Ich nehme aber aus Hygienegründen immer einen Seidenschlafsack mit.

Eine Stirnlampe ist praktischer als das Handylicht – man hat beide Hände frei.

Feuchttücher ersetzen die Dusche, wenn es keine gibt. Trockentücher in Tablettenform nehmen weniger Platz weg. Wenn du Angst hast, dass die Haare nach mehreren Tagen ohne Waschen leiden, nimm noch ein Trockenshampoo mit.

Eine Powerbank fürs Handy – oder man entscheidet sich bewusst, offline zu bleiben. Beides ist möglich.

Eine gute Packtasche, die man schnell öffnen und in der man alles findet, macht den Alltag unterwegs leichter. Frage vorher nach, ob der Anbieter Duffel Bags voraussetzt. Und generell: Nimm eher weniger mit als zu viel – und geniesse es einmal, mit wenig auszukommen.

Alles, was nicht organisch ist, nimmt man im Gelände wieder mit – auch Toilettenpapier. Kleine Plastikbeutel in der Satteltasche helfen dabei.

Spezialfall Island: Einfuhrregeln für Reitbekleidung

Island hat strikte Einfuhrregeln für Reitbekleidung – und das hat einen guten Grund. Isländische Pferde dürfen das Land nach dem Verlassen nie wieder betreten. Die Population ist seit Jahrhunderten isoliert und kennt zum Beispiel die Pferdeinfluenza nicht, gegen die andere Pferdepopulationen längst immun sind.

Konkret heisst das: Gebrauchte Reithandschuhe dürfen nicht eingeführt werden – neue kaufen oder direkt in Island besorgen, dort gibt es viele gute Pferdefachgeschäfte. Alle anderen gebrauchten Reitkleider und Schuhe müssen vor der Reise in der Waschmaschine oder chemischen Reinigung gewaschen worden sein – mindestens fünf Tage vor dem ersten Kontakt mit isländischen Pferden. Was nicht maschinell gereinigt werden kann, muss mit Seifenwasser gewaschen, getrocknet und mit VirkonS® 1% (10 g pro Liter Wasser) desinfiziert werden. Das gilt auch für den Helm.

Und noch ein Tipp speziell für Sommerreisen: Im Juli wird es in Island nachts nicht dunkel. Eine Schlafmaske macht einen grossen Unterschied.

Vor der Abreise

Ein paar Dinge, die man am besten ein bis zwei Monate vorher erledigt:

Einreisebestimmungen checken. Wo brauche ich einen gültigen Pass, wo ein Visum? Für gewisse Länder dauert die Beantragung mehrere Wochen.

SIM-Karte oder eSIM. Ich kaufe mir vor Ort meistens eine lokale SIM – die funktionieren besser und sind günstiger als Roaming. In jedem Fall lohnt es sich, rechtzeitig zu prüfen, ob die eigene Karte für das Reiseland freigeschaltet ist.

Steckdosenadapter. Nicht jedes Land hat dieselben Steckdosen – kurz nachschauen und den richtigen Adapter einpacken.

Die vollständige Packliste als PDF

Wer alle Tipps als übersichtliche Liste zum Ausdrucken oder Abspeichern möchte: Die vollständige Packliste für Reitferien gibt es hier als PDF – mit Checklisten für Mehrtagesritte, Lodge-Aufenthalte, Sommer- und Winterreisen sowie dem Spezialfall Island.

Posted on July 13, 2026 .

Alleine reisen als Frau – warum ein Reiten & Yoga Retreat der ideale Einstieg ist

Ich kenne diesen Moment gut. Eine Frau schreibt mir, dass sie schon lange mit dem Gedanken spielt, einmal alleine wegzufahren. Nicht mit der Familie, nicht mit der Freundin, einfach für sich. Und dann kommt fast immer derselbe Satz: "Aber ich weiss nicht, ob ich mich das traue."

Diesen Satz höre ich öfter, als du denkst. Und ich verstehe ihn auch. Alleine eine Reise zu buchen, fühlt sich für viele Frauen grösser an, als es eigentlich ist. Deshalb möchte ich hier einmal ehrlich aufschreiben, was dahintersteckt – und warum ein Retreat aus meiner Sicht einer der einfachsten Wege ist, genau diesen Schritt zu machen.

Warum so viele Frauen vor dem Alleine-Buchen zögern

Die Gründe, die mir am häufigsten begegnen, sind eigentlich immer dieselben.

Da ist zuerst das schlechte Gewissen. Gerade Mütter erzählen mir oft, dass sie sich komisch dabei fühlen, einfach so für sich wegzufahren. Als müsste man sich dafür rechtfertigen. Dabei braucht niemand eine Rechtfertigung dafür, sich mal eine Auszeit zu nehmen.

Dann ist da die Frage, ob man überhaupt zu den anderen Teilnehmerinnen passt. Wer sind diese Frauen? Bin ich da am richtigen Ort? Diese Unsicherheit ist menschlich, aber sie hält viele Frauen davon ab, überhaupt erst eine Anfrage zu stellen.

Und schliesslich die Sorge, reiterlich nicht gut genug zu sein. Diese Frage bekomme ich fast bei jeder Anfrage gestellt, und sie ist meistens unbegründet – aber dazu später mehr.

Alle drei Punkte haben eines gemeinsam: Es sind Gedanken, die meistens grösser sind als die Realität. Das weiss ich, weil ich es immer wieder von Frauen höre, die genau diese Sorgen hatten und danach sagen: Meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen.

Was bei einem Retreat anders ist als bei einer "normalen" Alleinreise

Eine Alleinreise völlig frei zu planen, kann wunderbar sein. Sie kann aber auch anstrengend sein, gerade wenn man es nicht gewohnt ist. Man muss alles selbst organisieren, jede Entscheidung selbst treffen, und am Abend sitzt man manchmal alleine am Tisch und fragt sich, ob man jetzt jemanden ansprechen soll oder nicht.

Bei einem Retreat ist das anders. Es gibt eine klare Struktur – du weisst, wann geritten wird, wann gegessen wird, wann Yoga ist –, aber innerhalb dieser Struktur ist nichts Pflicht. Bei uns heisst das: alles kann, nichts muss. Wenn du am Morgen lieber eine Stunde für dich brauchst statt zum Yoga zu kommen, ist das vollkommen in Ordnung.

Gleichzeitig bist du nie wirklich allein, wenn du es nicht willst. Eine Gruppe ist automatisch da. Man muss sich nicht aktiv um Anschluss bemühen, so wie das auf einer Soloreise oft nötig ist. Und die Pferde sind dabei ein wunderbarer gemeinsamer Nenner. Man muss sich nicht extra etwas überlegen, worüber man reden könnte – man steht zusammen am Stall, putzt sein Pferd, und das Gespräch ergibt sich von selbst.

Das ist für mich auch der grosse Unterschied zu vielen anderen Gruppenreisen: Es ist Gemeinschaft, die kein Muss ist, sondern ein Kann.

Was Erstbucherinnen tatsächlich erleben

Ich könnte dir jetzt viel darüber erzählen, wie es ist – aber ich glaube, es ist ehrlicher, wenn ich dir zeige, was Frauen, die zum ersten Mal bei uns waren, danach selbst geschrieben haben.

"Selten habe ich mich unter fremden Menschen so schnell zu Hause und wohl gefühlt", hat eine Teilnehmerin aus Sizilien geschrieben – nach ihrem ersten Aufenthalt bei uns.

Eine andere, die zum ersten Mal in Ibiza dabei war: "Es war mein erster Aufenthalt bei Reiten & Yoga. Meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen."

Das sind keine Einzelfälle. Dieser Satz – "meine Erwartungen wurden übertroffen" – taucht bei Erstbucherinnen auffallend oft auf. Ich glaube, das liegt genau daran, dass die Hürde vorher meistens grösser wirkt als das, was dann tatsächlich passiert. Man stellt sich vor, fremd zu sein, nicht dazuzugehören, sich anstrengen zu müssen. Und dann merkt man vor Ort: Es ist viel einfacher, als gedacht.

Für wen das nichts ist

Ich finde es wichtig, auch das offen zu sagen: Ein Retreat ist nicht für jede Frau das Richtige.

Wenn du auf Reisen komplett unabhängig sein möchtest – jeden Tag selbst entscheiden, wohin es geht, wann du isst, wann du etwas unternimmst –, dann ist eine geführte Gruppenreise wahrscheinlich nicht das, was du suchst. Auch wenn du grundsätzlich keine Lust auf eine Gruppe hast, egal wie locker sie organisiert ist, wird dir ein Retreat eher nicht liegen.

Das ist auch völlig in Ordnung. Ich glaube nicht, dass jedes Reiseformat für jeden Menschen passt, und ich möchte hier niemandem etwas einreden, was nicht zu ihr passt.

Und wie ist das mit dem Reiten?

Die Sorge, reiterlich nicht gut genug zu sein, höre ich fast immer. Die gute Nachricht: Wir haben Retreats für ganz unterschiedliche Erfahrungsstufen, von ruhigen, eher einsteigerfreundlichen Programmen bis zu anspruchsvolleren Ritten für sehr erfahrene Reiterinnen. Wenn du dir nicht sicher bist, welches Level für dich passt, findest du dazu mehr in unserem Artikel über Reiterfahrung, oder du schreibst uns einfach – wir sagen dir ehrlich, was zu dir passt.

Der erste Schritt ist meistens der schwerste

Was ich über die Jahre gelernt habe: Die grösste Hürde liegt selten im Retreat selbst, sondern davor. Die Anfrage zu schreiben. Sich zu trauen, zu buchen. Sich einzugestehen, dass man sich diese Zeit für sich nehmen darf.

Danach läuft es meistens von selbst.

Wenn du wissen möchtest, welches Retreat zu dir passt, schau dir unseren Retreat Guide an – dort findest du alle Angebote mit den jeweiligen Anforderungen und Destinationen im Überblick.

Posted on June 20, 2026 .

Warum bieten wir neu auch Ritte ohne Yoga an?

Diese Frage wurde mir in den letzten Monaten immer wieder gestellt. Deshalb möchte ich sie hier etwas ausführlicher beantworten. Wenn du lieber zuhörst als liest: Ich habe auch einen Podcast zu diesem Thema aufgenommen – den findest du hier.

Die Geschichte von Reiten & Yoga

Reiten & Yoga habe ich im Jahr 2014 gegründet. Aus meiner Liebe zu Pferden und meiner Begeisterung für Yoga entstanden damals die ersten Retreats im Engadin – zunächst nur drei oder vier pro Jahr, die ich neben meinem damaligen Job angeboten habe. Schon damals spürte ich, wie gut diese Kombination tut: Zeit mit Pferden, Bewegung, Natur und Yoga helfen vielen Menschen dabei, wirklich herunterzufahren und eine oft dringend nötige Pause nicht nur zu machen, sondern auch zu geniessen – körperlich und mental. Aus diesen ersten Retreats ist über die Jahre etwas Wunderschönes entstanden. Unsere Community ist gewachsen, und mit ihr auch das Angebot. Zu den Retreats im Engadin kamen Programme in Sizilien, Ibiza, später Marokko, Namibia und Island hinzu, zuletzt auch auf den Azoren und in Andalusien. In den vergangenen Jahren habe ich gemeinsam mit unseren Partnerställen zwischen 30 und 40 Retreats pro Jahr geplant, vermarktet und persönlich begleitet. Ich durfte viele besondere Menschen kennenlernen, unzählige Stunden im Sattel verbringen und unglaublich schöne Momente mit euch teilen.

Ein neues Kapitel

Seit immer, aber besonders seit Anfang 2025 entwickelt sich Reiten & Yoga weiter. Ich habe begonnen, mit einigen sorgfältig ausgewählten Frauen zusammenzuarbeiten und durfte lernen, einzelne Retreats sowie gewisse digitale Themen teilweise abzugeben. Das Team wird bewusst klein und persönlich bleiben. Gleichzeitig schafft diese Entwicklung Raum für Neues. Raum, um wieder häufiger neue Destinationen zu entdecken. Raum, um besondere Ritte kennenzulernen und – wenn alles passt – daraus mit viel Sorgfalt neue Programme für euch zu entwickeln. Und Raum, um auf Wünsche einzugehen, die viele von euch in den letzten Jahren an mich herangetragen haben.

Das Interesse an unseren Angeboten ist nach wie vor riesig. Einige von euch haben bereits mehrere Retreats mit uns erlebt und freuen sich über neue Destinationen und neue Formate. Gleichzeitig haben mich immer wieder Nachrichten erreicht von Menschen, die sich Angebote ohne Yoga wünschen. Vielleicht etwas abenteuerlicher, vielleicht mit noch mehr Zeit im Sattel, vielleicht näher an der Natur und mit weniger Ablenkung.

Auch solche Erlebnisse können uns helfen, wieder bei uns selbst anzukommen.

Warum manche Angebote ohne Yoga stattfinden

Die einfache Antwort lautet: Weil nicht jedes Retreat Yoga braucht. Es gibt Ritte, bei denen wir so viele wunderbare Stunden mit den Pferden unterwegs sind, dass sich das Programm stimmiger anfühlt, wenn wir nicht zusätzlich jeden Tag Yogalektionen einplanen. Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus den letzten Jahren ist für mich: Wenn es um Erholung geht, ist mehr nicht immer mehr.

Unser Alltag ist oft voll von Terminen, Verpflichtungen und Programmpunkten. Deshalb sollen unsere Retreats ein Ort sein, an dem du nicht das Gefühl hast, von einer Aktivität zur nächsten zu eilen. Manchmal entsteht die grösste Entspannung genau dann, wenn etwas weniger geplant ist.

Für manche Menschen gehört Yoga ganz selbstverständlich dazu. Für andere entsteht Ruhe vor allem durch lange Tage im Sattel, weite Landschaften, gute Gespräche und die Einfachheit des Unterwegsseins.

Beides darf Platz haben.

Was bleibt

Der Kern von Reiten & Yoga bleibt unverändert: Unsere klassischen Retreats mit Reiten und ergänzenden Yogalektionen werden auch in Zukunft das Herzstück unseres Angebots sein. Gleichzeitig dürft ihr euch auf weitere Programme freuen. Manche werden mit neuen Guides stattfinden, manche etwas abenteuerlicher sein, andere besonders komfortabel. Einige enthalten Yoga, andere nicht. Neu wird es auch einzelne Retreats geben, die wir auf Englisch durchführen und an ein internationaleres Publikum richten - auch das wurde oft gewünscht und wird jetzt dank einem tollen Team aus kompetenten Guides zur Realität!

Was sich jedoch nicht verändert, ist die Liebe und Sorgfalt, mit der jedes einzelne Angebot ausgewählt, aufgebaut und für euch zusammengestellt wird.

Ich freue mich darauf, diesen Weg gemeinsam mit euch weiterzugehen.

With love and light,

Catherine

Posted on June 11, 2026 .

Wie Pferde miteinander kommunizieren – und was wir davon lernen können

Verstanden. Hier der komplette Post:

Wie Pferde miteinander kommunizieren – und was wir davon lernen können

Wer Pferde beobachtet, merkt schnell: Sie kommunizieren ständig. Nicht nur mit uns, sondern vor allem untereinander. In der Herde, auf der Weide, im Offenstall. Meist unspektakulär, aber sehr klar.

Wenn wir verstehen wollen, wie Pferde kommunizieren, lohnt es sich, den Blick weg von uns selbst zu richten – hin zu dem, was zwischen den Pferden passiert.

Kommunikation in der Herde: direkt und ohne Umwege

Pferde reden nicht lange um den heissen Brei. Ihre Kommunikation ist direkt, aber selten eskalierend. Ein Blick, eine minimale Veränderung der Körperspannung, ein Schritt zur Seite – oft reicht das schon.

In stabilen Herden werden Konflikte meist früh geklärt. Pferde nehmen sehr genau wahr, wann ein Signal genügt. Sie wollen nicht recht haben, sondern Ruhe in die Situation bringen.

Nähe und Distanz als Sprache

Abstand ist eines der wichtigsten Kommunikationsmittel unter Pferden. Wer wem wie nahe kommen darf, ist kein Zufall. Pferde regeln das über kleine, feine Signale: die Ausrichtung des Körpers, die Position der Ohren, Tempo oder Stillstand.

Ein Pferd, das Nähe zulässt, kommuniziert Vertrauen. Eines, das Distanz einfordert, setzt eine Grenze. Beides ist Information – wir Menschen machen daraus oft eine Bewertung.

Korrektur statt Strafe

Wenn Pferde einander korrigieren, geschieht das meist kurz und klar. Ein Signal, dann ist die Sache erledigt. Sie sind nicht nachtragend und rollen alte Geschichten auch nicht wieder auf.

Wir Menschen erklären, relativieren, wiederholen. Pferde reagieren auf das, was jetzt ist – nicht auf das, was vor fünf Minuten war.

Ruhe als soziales Signal

In vielen Herden gibt es Pferde, die kaum auffallen. Sie drängen sich nicht vor und machen keinen grossen Lärm um sich. Und trotzdem orientieren sich andere an ihnen.

Ruhe ist für Pferde ein starkes Signal. Ein entspanntes Pferd kann Sicherheit vermitteln, ohne aktiv etwas zu tun. Diese Form von Kommunikation wird oft übersehen, ist aber zentral für das soziale Gefüge.

Was wir daraus für den Umgang lernen können

Wenn wir Pferde untereinander beobachten, zeigt sich vieles sehr deutlich: Kommunikation muss nicht gross sein, um zu wirken. Timing ist wichtiger als Intensität. Wahrnehmung ist oft hilfreicher als Interpretation.

Im Umgang mit Pferden können wir davon profitieren, weniger zu machen und genauer hinzuschauen. Nicht jedes Verhalten braucht eine Reaktion. Manches braucht einfach Raum.

Kommunikation ist immer mehr als ein einzelnes Signal

Laute, Bewegungen, Körperspannung – all das greift ineinander. Wer sich tiefer mit dem Thema beschäftigen möchte, findet ergänzend dazu diese Blogposts:

Beide Artikel beleuchten einzelne Ebenen der Kommunikation. Zusammengenommen – und ergänzt durch die Beobachtung der Pferde untereinander – entsteht ein vollständigeres Bild.

Pferde sprechen ständig. Die Frage ist weniger, ob sie kommunizieren, sondern ob wir bereit sind, wirklich zuzuhören.

Posted on June 8, 2026 .

Was Pferde über uns verraten – und warum das nichts mit Therapie zu tun hat

Ich erlebe es immer wieder: Eine Frau steht zum ersten Mal vor einem unserer Pferde. Sie weiss nicht genau, was sie tun soll. Das Pferd schaut sie an, macht keinen Schritt. Und in dieser Stille passiert etwas – nicht dramatisch, aber spürbar.

Das Pferd reagiert nicht auf das, was sie sagt. Nicht auf ihren Titel, nicht auf ihre To-do-Liste, nicht auf die Version von sich, die sie täglich nach aussen trägt. Es reagiert auf das, was gerade wirklich da ist.

Manchmal ist das Überraschung. Manchmal Unsicherheit. Manchmal eine Anspannung, die die Frau selbst gar nicht bewusst wahrgenommen hat.

Keine Psychologie. Einfach Biologie.

Pferde sind Herdentiere und Fluchttiere. Ihr Überleben hing Jahrtausende lang davon ab, ihre Umgebung genau zu lesen – Körpersprache, Muskelspannung, die feinsten Veränderungen im Atem. Das können sie nicht abstellen, wenn sie mit uns zusammen sind.

Eine Studie der University of Sussex hat gezeigt, dass Pferde menschliche Gesichtsausdrücke unterscheiden und emotional darauf reagieren. Neuere Forschungen zeigen auch, dass die Herzfrequenzvariabilität von Menschen – ein Marker für Stressregulation – sinkt, wenn sie sich in achtsamer Verbindung mit einem Pferd befinden. Das Nervensystem kommt zur Ruhe, ohne dass man dafür etwas tun muss.

Das Pferd spürt, ob du wirklich da bist. Nicht ob du „gut genug" bist.

Was das in unseren Retreats bedeutet

Wir arbeiten nicht mit Pferden als therapeutisches Mittel. Das ist nicht unser Ansatz, und den wollen wir auch nicht verkaufen.

Was ich aber beobachte: Wenn Frauen tagelang mit Pferden zusammen sind – reiten, putzen, einfach da sein – passiert etwas. Nicht weil wir es gezielt herbeiführen. Sondern weil Pferde ehrlich sind. Sie geben sofort Feedback, ohne es zu kommentieren. Und das ist manchmal wertvoller als jede Analyse.

Eine Teilnehmerin aus Marokko hat es so beschrieben: „Mein Pferd wurde von Ritt zu Ritt entspannter – öfter abgeschnaubt, der Hals wurde länger und lockerer. Dieses Feedback vom Pferd hat mir gezeigt, dass auch alles andere während des Retreats harmonisch verlief."

Warum das bei Reiten & Yoga funktioniert

Weil es nicht konstruiert ist. Die Pferde bei unseren Retreats werden artgerecht gehalten – das merkt man. Sie sind nicht gestresst, sie sind nicht auf Funktion trainiert. Sie haben Persönlichkeit. Unsere Teilnehmerinnen spüren das und bauen in wenigen Tagen eine echte Verbindung auf.

Und weil der Rahmen stimmt: kein Therapieprogramm, kein vorgeschriebenes Erleben, kein Druck. Reiten, Yoga, gutes Essen, eine kleine Gruppe, eine schöne Umgebung. Was in diesem Rahmen passiert, passiert von selbst.

„Alles hat sich so wild und frei angefühlt und war gleichzeitig komfortabel und top organisiert", hat eine Teilnehmerin aus Marokko geschrieben. Das trifft es ziemlich genau.

Was bleibt

Die meisten Frauen, die zum ersten Mal zu uns kommen, sagen danach: „Meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen." Nicht weil wir Wunderdinge versprechen. Sondern weil das, was passiert, echt ist.

Das Pferd urteilt nicht. Es reagiert. Und manchmal – in einem ruhigen Moment irgendwo zwischen Engadin und Marokko – ist genau das, was gebraucht wird.

Posted on April 27, 2026 .

Was kostet ein Pferd in der Schweiz?

Der Traum vom eigenen Pferd – ich höre ihn regelmässig bei meinen Retreats. Jemand ist als Kind viel geritten, hat irgendwann aufgehört, und jetzt spielt der Gedanke wieder im Kopf herum: ein eigenes Pferd. Endlich.

Bevor du diesen Schritt machst, solltest du wissen, was er wirklich bedeutet – finanziell, zeitlich, emotional. Ich versuche das so ehrlich wie möglich aufzuschlüsseln.

Kurze Frage vorab: Was schätzt du, was ein Pferd pro Jahr in der Schweiz kostet? Merk dir die Zahl – und schau, ob du am Ende richtig lagst 🐴

1. Der Kaufpreis

Der Preis hängt stark von Rasse, Alter, Ausbildungsstand und Gesundheitszustand ab:

  • Freizeitpferd, wenig ausgebildet: ab CHF 5'000

  • Gut ausgebildetes Reitpferd: CHF 9'000–17'000

  • Turnierpferd oder besondere Abstammung: CHF 20'000+

Wichtig: Eine Ankaufsuntersuchung beim Tierarzt (ca. CHF 300–1'000) kommt noch dazu. Lieber einmal CHF 500 investieren, als später mit einer kostspieligen Überraschung dazustehen.

2. Monatliche Haltungskosten

Ein Pferd kostet nicht einmalig, sondern jeden Monat. Und ein Pferd kann leicht 30 Jahre alt werden.

Stallmiete:

  • Offenstall / Gruppenhaltung: ab CHF 500

  • Box mit Auslauf, Vollpension: CHF 800–1'500 (je nach Stall und Leistung)

Futter: Heu ist meist in der Stallmiete inbegriffen. Hinzu kommen Mineralfutter und bei Bedarf Kraftfutter: ca. CHF 50–200 pro Monat. Ältere oder kranke Pferde brauchen oft Spezialfutter – das schlägt sich schnell im Budget nieder.

Hufpflege:

  • Barhuf: ca. CHF 100–150 alle 4–8 Wochen

  • Mit Beschlag: CHF 180–250 je nach Aufwand

Tierarzt und Vorsorge: Impfungen, Entwurmung, Zahnkontrolle: ca. CHF 500–1'000 pro Jahr. Kommt es zu einer Kolik-OP inklusive Klinikaufenthalt, rechne mit CHF 6'000 bis 10'000 – und das ist die untere Grenze, wenn keine Komplikationen auftreten.

Krankenversicherung: Immer mehr Pferdebesitzerinnen schliessen eine ab – und ich finde das sinnvoll.

  • Basisversicherung: ca. CHF 300–600 pro Jahr

  • Umfassende Deckung (inkl. OP, Klinik): ca. CHF 800–1'500 pro Jahr

Deckungsumfang, Selbstbeteiligung und Ausschlüsse genau prüfen und Angebote vergleichen.

Unterricht, Beritt, Physiotherapie:

  • Reitstunde: CHF 60–120 pro Lektion

  • Monatlicher Beritt: CHF 500–1'000 (optional)

  • Physiotherapie: CHF 100–200 pro Sitzung

Pferde haben – genau wie wir – keinen idealen Körper. Verspannungen und Blockaden sind normal. Eine gute Pferdephysiotherapeutin erkennt Probleme frühzeitig, bevor sie grösser werden.

3. Ausrüstung

Die Erstausstattung ist nicht zu unterschätzen:

  • Sattel, Trense, Sattelpad, Putzzeug, Halfter, Decken: ca. CHF 3'000–7'000

  • Ersatz und Verschleiss kommen regelmässig dazu

  • Pferdeanhänger: gepflegte Occasionsmodelle ab ca. CHF 6'000 (plus geeignetes Zugfahrzeug)

Beim Sattel zu sparen lohnt sich nicht. Ein Masssattel kostet ab CHF 4'500 – aber er passt. Zu viele Pferdebesitzerinnen kaufen günstig, bemerken dann Druckstellen, rufen den Physio und kaufen am Ende doch einen neuen Sattel. Das ist teurer als der direkte Weg.

4. Unvorhergesehene Kosten

Tierarzt-Notfälle, Stallwechsel, Spezialmaterial – das gehört dazu und lässt sich nicht planen. Wer nur mit den Minimalkosten rechnet, erlebt früher oder später eine unangenehme Überraschung.

5. Beispielrechnung: Was kostet ein Pferd pro Jahr?

Kosten Stallmiete (12 × CHF 1'000) = CHF 12'000
Hufschmied = CHF 1'000
Tierarzt & Krankenversicherung = CHF 1'000
Unterricht / Beritt / Physio = CHF 2'000
Futter & Zubehör = CHF 800

Total pro Jahr CHF 16'800
Pro Monat ca. CHF 1'400

Das ist eine konservative Rechnung für ein gesundes Pferd ohne besondere Vorkommnisse.

Fazit: Lohnt sich ein eigenes Pferd?

Ein eigenes Pferd ist eine grosse emotionale Bereicherung – und eine ebenso grosse Verantwortung. Es lohnt sich, wenn du die Zeit, das Geld und das Herzblut wirklich mitbringst.

Klar, man kann es günstiger angehen: Pferd aus dem Ausland für wenig Geld, Selbstversorgerstall, alles gebraucht. Vielleicht geht das gut. Aber günstige Pferde sind oft nicht ohne Grund günstig – sie brauchen meist eine sehr erfahrene Person und viel Geduld, bis sie zu zuverlässigen Reitpferden werden. Viele dieser Tiere landen als Wanderpokal immer wieder auf Verkaufsplattformen.

Eine ehrliche Frage, die du dir stellen solltest: Hast du wirklich jeden Tag die Zeit, dich verlässlich um dein Pferd zu kümmern? Falls du dir da nicht sicher bist, empfehle ich einen Stall mit Vollpension. Dort ist dein Pferd gut versorgt, das Personal kennt es und meldet sich, wenn etwas nicht stimmt.

Wenn ein eigenes Pferd im Moment – finanziell oder zeitlich – nicht realistisch ist, ist eine Reitbeteiligung eine echte Alternative. Du baust eine enge Bindung auf, übernimmst Verantwortung, reitest regelmässig – ohne im Notfall alleine dazustehen. Viele Pferdebesitzerinnen freuen sich über eine verlässliche, einfühlsame Unterstützung.

Das Leben mit Pferd kann sehr schön sein. Ich lebe es selbst – mit meiner Araberstute Na'ima im Engadin. Aber es verlangt wirklich etwas von dir. Und das ist gut so.

Du willst regelmässig reiten, ohne ein eigenes Pferd zu besitzen? Bei meinen Retreats reitest du auf gut ausgebildeten, artgerecht gehaltenen Pferden – in der Schweiz, Marokko, Sizilien und weiteren Destinationen. Alle Infos findest du im Retreat Guide.

Posted on April 18, 2026 .

Pferdelaute verstehen: Was Wiehern, Schnauben, Blubbern und Quietschen bedeuten

Pferde sprechen nicht – aber sie sind alles andere als still. Wer Zeit mit Pferden verbringt, kennt das: das tiefe Blubbern zur Begrüssung, das abrupte Schnauben auf der Weide, das Wiehern, das durch den ganzen Stall hallt. Diese Laute sind keine Zufälle. Sie sind ein Teil davon, wie Pferde kommunizieren – mit uns, mit anderen Pferden, mit ihrer Umgebung.

In diesem Artikel schaue ich mir die häufigsten Pferdelaute genauer an: was sie bedeuten, in welchem Kontext sie auftreten und was du daraus ableiten kannst – besonders auch beim Reiten.

Laute sind nur ein Teil der Pferdesprache

Bevor wir zu den einzelnen Lauten kommen, ein wichtiger Hinweis: Laute machen nur einen kleinen Teil der Kommunikation von Pferden aus. Der grössere Teil läuft über Körpersprache – Ohrenstellung, Körperspannung, Blick, Haltung, Bewegung. Dazu kommen Berührungen und Gerüche.

Ein Laut allein sagt also wenig. Was das Pferd gerade macht, wie es steht, wo seine Ohren zeigen – das alles gehört dazu. Wenn du verstehst, wie Laute und Körpersprache zusammenspielen, verstehst du dein Pferd deutlich besser.

Wiehern: Kontaktaufnahme über Distanz

Das Wiehern ist der bekannteste Pferdlaut – und gleichzeitig einer der selteneren. Pferde wiehern nicht ständig. Wenn sie es tun, steckt fast immer ein konkreter Grund dahinter.

Was Wiehern bedeutet – je nach Situation:

Ein langes, lautes Wiehern ist fast immer ein Ruf. Das Pferd sucht Kontakt über Distanz – zu Artgenossen, zu einem Ort, dem es sich zugehörig fühlt, oder zu einer Person, der es vertraut. Wenn dein Pferd beim Wegreiten wiehert, ruft es die Herde. Es fühlt sich allein und sucht Anschluss.

Ein kurzes, helles Wiehern zur Begrüssung ist etwas anderes. Das ist eher ein „Ah, da bist du ja" – weniger Alarm, mehr Freude. Viele Pferde machen das, wenn eine vertraute Person in den Stall kommt oder ein bekanntes Pferd auf die Weide gebracht wird.

Dann gibt es noch das unruhige, wiederholte Wiehern – meistens begleitet von angespanntem Körper, erhobenem Kopf, Unruhe in der Box. Das ist Stress, keine Begrüssung. Das Pferd fühlt sich unsicher und versucht, Kontakt herzustellen, weil es sich allein nicht sicher genug fühlt.

Wenn ein Pferd beim Reiten wiehert:

Das ist ein häufiges Thema und wird oft falsch eingeschätzt. Ein Pferd, das beim Reiten ständig wiehert, sucht Sicherheit – bei der Herde, nicht beim Reiter. Das ist kein Zeichen von Trotz, sondern davon, dass die Bindung zum Reiter noch nicht stark genug ist, um die Herde zu ersetzen. Mit mehr gemeinsamer Zeit und Vertrauen legt sich das meistens von selbst.

Können Pferde verschiedene Wiehertöne unterscheiden?

Ja – und das nicht nur bei Artgenossen. Studien zeigen, dass Pferde die Stimmen und Wiehertöne bekannter Pferde und Menschen erkennen und darauf unterschiedlich reagieren. Ein vertrautes Wiehern beruhigt. Ein fremdes aktiviert.

Blubbern: Das Zeichen für Vertrauen

Das Blubbern – auch Nicker genannt – ist ein leises, kehlig-weiches Geräusch. Es ist das Gegenteil vom Wiehern: kein Ruf über Distanz, sondern Kommunikation auf kurze Nähe. Stuten blubbern zu ihren Fohlen. Pferde blubbern zur Begrüssung, wenn du in den Stall kommst. Besonders häufig beim Füttern.

Wenn ein Pferd dich anblubbert, ist das ein gutes Zeichen: Es kennt dich, es freut sich, es fühlt sich sicher. Hengste verwenden oft tiefere Blubberlaute, um auf sich aufmerksam zu machen.

Schnauben: Kontext entscheidet alles

Schnauben ist wohl der vieldeutigste Laut. Es kommt auf die Situation an:

Ein kurzes, explosives Schnauben mit gehobenem Kopf und gespanntem Körper ist ein Alarmsignal. Das Pferd hat etwas bemerkt, das es beunruhigt, und warnt damit – sich selbst und andere.

Ein langes, entspanntes Schnauben – oft mit leicht hängendem Kopf – ist dagegen ein Zeichen von Wohlbefinden und Loslassen. Viele Reiterinnen kennen dieses Geräusch aus dem Moment, wenn das Pferd anfängt, ruhiger zu werden.

Abschnauben beim Reiten – was steckt dahinter?

Viele Reiterinnen fragen sich, was es bedeutet, wenn ihr Pferd beim Reiten viel abschnaubt – besonders im Trab oder beim Entspannen nach einer Aufgabe. In der Regel ist es ein gutes Zeichen: Das Pferd lässt los, es atmet durch, es kommt runter.

Wenn ein Pferd beim Reiten kaum schnaubt und eher flach atmet, kann das auf Anspannung hindeuten. Das Abschnauben – also das kräftige Ausatmen durch die Nase – ist oft das erste äusserliche Zeichen dafür, dass ein Pferd beginnt, sich zu entspannen und zu vertrauen.

Ein Pferd, das beim Reiten sehr viel und anhaltend schnaubt, ohne dabei entspannt zu wirken, kann auf körperliche Ursachen hinweisen – etwa auf Atemwegsprobleme oder Schmerzen. Das lohnt sich genauer zu beobachten und im Zweifelsfall tierärztlich abklären zu lassen.

Quietschen: Grenzziehung und Überreizung

Das Quietschen ist ein hohes, durchdringendes Geräusch. Pferde quietschen, wenn sie sich bedroht fühlen oder eine Grenze setzen wollen – oft begleitet von einem Aufstampfen des Vorderbeins. Es ist typisch beim ersten Kontakt zwischen zwei Pferden, besonders wenn Stuten und Hengste sich beschnuppern.

Auch bei übermütigem Spiel kann Quietschen auftreten. Es ist dann weniger eine Warnung als ein Ausdruck von Aufregung. Der Unterschied liegt im Körper: Ein warnendes Quietschen kommt mit Spannung und Rückzug, ein spielerisches eher mit Bewegung und Leichtigkeit.

Röhren: Einschüchterung und Verunsicherung

Das kehlige Röhren hört man seltener. Es drückt Verunsicherung oder Verärgerung aus und dient oft dazu, andere auf Abstand zu halten. Es kann gegenüber Artgenossen auftreten, aber auch gegenüber Menschen – dann ist besondere Vorsicht geboten.

Grunzen: Anstrengung oder Schmerz

Grunzlaute treten bei körperlicher Anstrengung auf – beim Landen nach einem Sprung, beim Aufstehen aus dem Liegen, manchmal beim Fressen. Das ist an sich normal. Wenn ein Pferd jedoch beim Reiten regelmässig grunzt, besonders beim Angaloppieren oder bei bestimmten Bewegungen, sollte man genauer hinschauen. Das kann ein Hinweis auf Schmerzen im Rücken oder in der Muskulatur sein.

Was du damit anfangen kannst

Pferdelaute zu kennen ist hilfreich – aber sie entfalten ihren vollen Sinn erst im Zusammenspiel mit Körpersprache und Kontext. Wenn du anfängst, beides gemeinsam zu beobachten, wirst du merken, wie viel dein Pferd dir eigentlich mitteilt.

Mehr zur Körpersprache der Pferde – Ohrenstellung, Schweiflage, Körperspannung – findest du in diesem Artikel: Die Körpersprache der Pferde.

Posted on March 30, 2026 .

Reicht meine Reiterfahrung für einen Reiten & Yoga Retreat?

Reicht meine Reiterfahrung für einen Reiten & Yoga Retreat?

Vielleicht fragst du dich das gerade – und die ehrliche Antwort ist: Es kommt darauf an. Es gibt nicht die eine Voraussetzung, die für alle unsere Retreats gilt, weil wir ganz bewusst für verschiedene Erfahrungsstufen anbieten.

Was viele nicht auf dem Schirm haben: Reiten im Gelände ist etwas anderes als Unterricht in der Halle. Der Boden ist uneben, das Tempo oft höher, und du bist manchmal mehrere Stunden am Stück draussen. Dazu kommt das Reiten in der Gruppe, das seine eigene Dynamik hat. Es lohnt sich also, ehrlich einzuschätzen, wo du gerade stehst.

Für Einsteigerinnen gibt es bei uns Retreats mit kürzeren Ritten, ruhigerem Tempo und engerer Begleitung. Du wirst schrittweise ans Geländereiten herangeführt und lernst, dich auf einem unbekannten Pferd in einer neuen Umgebung zurechtzufinden.

Mit etwas mehr Erfahrung kannst du dich draussen auch wirklich auf die Landschaft einlassen, weil du die Grundlagen nicht mehr aktiv denken musst. Diese Retreats setzen voraus, dass du in den Grundgangarten sicher bist und dich auf einem unbekannten Pferd zurechtfindest.

Was «sicher reiten» bei uns konkret bedeutet

Sicher reiten heisst für uns: Du weisst, wie man ein Pferd sattelt und zäumt, du kannst dich um dein Pferd kümmern – vor und nach dem Ritt – und du gibst in allen drei Gangarten klare Hilfen. Du kannst das Tempo kontrollieren, auch wenn das Pferd nicht sofort so reagiert wie erwartet. Und du kommst auch dann zurecht, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert. Ein Vogel fliegt auf, das Pferd stolpert, die Gruppe wechselt plötzlich das Tempo. Du brauchst in diesem Moment keine Anleitung. Wir reiten im Gelände, oft stundenlang, auf Pferden die du nicht kennst, über unebenes Terrain, manchmal auch längere Strecken in Trab und Galopp. Das soll sich gut anfühlen – nicht nach Durchhalten.

Wir sind seit über zwölf Jahren und unzähligen Ritten unterwegs – die Unfälle, die wir in dieser Zeit hatten, kann ich an einer Hand abzählen. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis davon, dass wir bei der Einteilung konsequent sind. Wer auf dem falschen Retreat landet, hat keinen Spass – und das Risiko steigt. Deshalb nehmen wir uns die Zeit, das vorab wirklich zu klären.

Für sehr erfahrene Reiterinnen

Einige unserer Retreats sind klar für sehr erfahrene Reiterinnen ausgeschrieben – aktuell zum Beispiel Marokko, Island Nord und Botswana. Hier reicht «sicher reiten» allein nicht aus.

In Marokko reiten wir Hengste und zum Teil ehemalige Rennpferde. Es gibt lange Galoppaden am Strand – du brauchst keine Angst vor Tempo, sondern Freude daran. Du reitest aktuell, nicht «früher mal viel», und bringst mehrere Jahre Erfahrung mit.

Island Nord ist ein Handpferde-Retreat: Du reitest mit einem zweiten Pferd an der Hand, lernst den Tölt – das musst du vorher nicht können, das lernst du dort – und bist täglich lange im Sattel. Auch hier gilt: Du reitest aktuell und regelmässig.

In Botswana gelten ähnliche Anforderungen, inklusive kleiner Sprünge im Gelände.

Eine Faustregel, die ich aus Erfahrung weitergebe: Wer sich fragt, ob sie das Level hat – hat es meistens nicht. Wer wirklich sehr erfahren ist, weiss das in der Regel, weil sie in der Pferdewelt zu Hause ist, verschiedene Pferde und Situationen kennt und gar nicht gross überlegen muss. Das ist keine Abweisung, sondern eine ehrliche Einschätzung – damit alle, die dabei sind, das Retreat wirklich geniessen können.

«Ich bin früher viel geritten, aber seit Jahren nicht mehr»

Das höre ich oft – und meine Antwort ist jedes Mal dieselbe: Es kommt darauf an, wie du früher geritten bist. Wer als Kind zehn Jahre lang wöchentlich Unterricht hatte, Dressur und Springen gelernt hat und nie eine ängstliche Reiterin war, der verlernt das meistens nicht so schnell – auch wenn fünf Jahre Pause dazwischen liegen. Wer hingegen als Fünfjährige zwei Jahre auf dem Pony gesessen hat und seither nicht mehr im Sattel war, den würde ich als Anfängerin einstufen. Die Pause allein sagt wenig. Was zählt, ist die Basis, die du damals hattest.

«Ich reite nur in der Halle – reicht das?»

Hallenreiten und Geländereiten sind zwei verschiedene Dinge. In der Halle ist der Untergrund gleich, das Pferd kennt den Raum, und du hast immer jemanden in der Nähe. Im Gelände verändert sich das alles: unebener Boden, andere Aussenreize, kein Zaun. Das bedeutet nicht, dass Hallenreiterinnen nicht mitkommen können – aber es braucht eine ehrliche Einschätzung, ob dein Level dafür ausreicht. Im Zweifel frag mich einfach.

Bei jedem Retreat auf unserer Website ist genau beschrieben, welches Reit-Level vorausgesetzt wird. Den schnellsten Überblick bekommst du im Retreat Guide – dort sind alle Angebote mit den jeweiligen Anforderungen zusammengefasst.

Und wenn du dir trotzdem nicht sicher bist: Meld dich einfach. Ich gebe dir eine direkte Einschätzung – nicht irgendein allgemeines «Das passt schon», sondern eine konkrete Aussage dazu, was für dich Sinn macht und was nicht.

Posted on March 23, 2026 .

Reiten & Yoga im Okavango Delta – ein neuer Retreat in Botswana

2027 werden wir zum ersten Mal ein Reitsafari & Yoga Retreat im Okavango Delta in Botswana durchführen. Die Daten stehen bereits fest: Vom 20. bis 27. März 2027 verbringen wir acht Tage und sieben Nächte in einer der eindrücklichsten Landschaften Afrikas. Ich wollte schon länger einmal etwas ausführlicher darüber schreiben, weil ich finde, dass dieses Retreat ein bisschen mehr Erklärung braucht als andere. Botswana ist nicht einfach ein weiterer schöner Ort, an dem wir reiten und Yoga machen, sondern ein Erlebnis, das in vieler Hinsicht besonders ist.

Wenn ich Retreats beschreibe, versuche ich immer, sie so greifbar wie möglich zu machen. Ich möchte, dass du beim Lesen bereits ein Gefühl dafür bekommst, wie es dort aussieht, wie sich die Landschaft anfühlt und was dich ungefähr erwartet. Viele Gäste sagen mir später, dass es vor Ort genauso aussieht wie auf den Bildern, und genau das ist mir wichtig. Die Fotos auf meiner Webseite und auf Instagram sind in den meisten Fällen meine eigenen oder stammen von Fotograf*innen, mit denen ich zusammenarbeite. Sie zeigen das, was du auf dem Retreat auch wirklich erlebst. Beim Botswana Retreat ist das eine Ausnahme, denn dort war ich selbst noch nicht. Die Bilder stammen vom Anbieter, und normalerweise würde ich einen neuen Ort immer zuerst selbst anschauen, bevor ich ihn ausschreibe.

Dass ich es in diesem Fall anders mache, hat mit der Entstehung dieses Retreats zu tun. Im Februar 2025 war ich mit Freundinnen bei den Victoriafällen. Wir sind nach Simbabwe geflogen, hatten ein Hotel in Sambia und wurden von dort nach Kasane in Botswana gebracht, wo unsere Safari begann. Gebucht hatten wir diese Reise über Kambaku, weil ich sehen wollte, wie Kambaku seine Safaris organisiert. Die ganze Reise war hervorragend gemacht, mit schönen Unterkünften, tollen Guides und einer sehr stimmigen Atmosphäre. Damals sind wir auch durch den Caprivi-Streifen gefahren, diesen schmalen Teil im Norden Namibias, der an Botswana grenzt und geografisch ganz nah am Okavango Delta liegt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich früher oft gar nicht so genau wusste, wo was liegt, solange ich nicht selbst dort war. Für mich werden Orte erst wirklich lebendig, wenn ich sie mit eigenen Augen gesehen habe. Genau deshalb reise ich so gerne, weil sich mit jeder Reise die Karte ein Stück weiter öffnet.

So war es auch mit dem Okavango Delta. Ich kannte natürlich diese Bilder von Pferden im Wasser, von Elefanten in der Ferne, von dieser weiten, wilden Landschaft, aber auf dieser Reise bekam das Ganze plötzlich einen echten Bezug. Und irgendwo unterwegs sagten wir halb im Scherz, dass wir 2027 nach Botswana gehen könnten. Wie so oft war das erst einmal einfach ein Gedanke. Ich habe viele Ideen, manche bleiben Ideen, manche werden irgendwann Realität, und ich muss gar nicht immer sofort wissen, was am Ende daraus wird. Umso schöner war es dann, als Anfang 2026 eine Nachricht auf Instagram kam. Okavango Horse Safaris schrieb mir und fragte, ob ich mir vorstellen könnte, mit ihnen ein Yoga Retreat zu organisieren. Die Betreiberin Alex wollte schon länger einmal ein solches Format anbieten, ich wollte irgendwann ins Okavango Delta, und so begann dieser Kontakt.

Ich arbeite wahnsinnig gerne mit Orten zusammen, die selbst auf mich zukommen. Da ist oft von Anfang an eine gute Energie da, weil beide Seiten wirklich Lust auf die Zusammenarbeit haben. Ich mag es nicht, wenn man einem schönen Ort hinterherrennen muss und von der anderen Seite wenig zurückkommt. Das mache ich heute nicht mehr. In diesem Fall war von Beginn an ein sehr guter Flow da. Die Kommunikation war klar, professionell und angenehm, und genau daran merke ich oft schon viel. Nach zwölf Jahren in diesem Business habe ich ein recht gutes Gefühl dafür entwickelt, wie etwas in der Realität wohl ist. Man sieht auf Bildern und auf Instagram oft schnell, ob ein Ort wirklich stimmig ist oder nur für die Webseite schön gemacht wurde. Bei Okavango Horse Safaris hatte ich von Anfang an einen sehr guten Eindruck, auch durch die Bewertungen und Rückmeldungen anderer Gäste.

Trotzdem bleibt es eine Ausnahme, dass ich einen Retreat ausschreibe, ohne vorher selbst dort gewesen zu sein. Ich mache das nur unter bestimmten Voraussetzungen. Alle offenen Fragen müssen vorher geklärt sein, die Kommunikation muss stimmen, der Gesamteindruck muss gut sein und ich muss das Gefühl haben, dass der Anbieter weiss, was er tut. Genau das war hier der Fall. Gleichzeitig schreibe ich es auch offen aus: Ich war noch nicht selbst dort. Deshalb werde ich für dieses erste Botswana Retreat nur Gäste mitnehmen, die schon einmal mit mir unterwegs waren und mich sowie meine Art zu arbeiten bereits kennen. Das ist mir wichtig, weil ein neuer Ort immer auch ein kleines Stück Unbekanntes mit sich bringt. Gerade dadurch hat dieses Retreat aber auch etwas Besonderes. Ganz ehrlich: Ich weiss im Moment noch nicht, ob ich es danach regelmässig anbieten werde, denn die Anreise ist deutlich aufwendiger als bei vielen anderen Destinationen und ich muss eine solche Reise logistisch immer gut in andere Aufenthalte in Afrika einbinden. Gleichzeitig habe ich grosse Freude daran, ab und zu auch etwas Neues zu wagen. Ich liebe meine bestehenden Retreats und ich liebe auch die Verbindungen, die über die Jahre mit meinen Partnern entstanden sind, aber ich möchte mir diese Freude an neuen Orten und neuen Erfahrungen erhalten.

Botswana gehört reittechnisch klar zu den anspruchsvolleren Retreats. Wir haben im Reiten & Yoga Angebot ganz unterschiedliche Formate, von Einsteigerinnen-freundlichen Retreats bis zu solchen, bei denen wirklich sehr gute Reitkenntnisse gefragt sind. Das Okavango Delta ist kein eingezäuntes Gelände, sondern freie Wildnis. Dort gibt es Elefanten, Löwen, Nilpferde, Krokodile, Büffel und viele andere Tiere, und genau deshalb braucht es für dieses Retreat einen sehr sicheren Sitz, aktuelle Reiterfahrung und eine gute körperliche Kondition. Das ist kein Retreat für jemanden, der nur ab und zu in den Ferien reitet oder nach längerer Pause wieder einmal auf ein Pferd steigt. Du solltest auch kleine Natursprünge sicher meistern können und dich auf längeren Strecken im Sattel wohlfühlen. Ich weiss, dass ich bei diesem Thema manchmal als streng wahrgenommen werde, aber ich bin das sehr bewusst. Mir ist es lieber, ich bespreche das im Vorfeld offen und sage auch einmal nein, als dass jemand viel Geld ausgibt, anreist und dann merkt, dass es nicht das Richtige ist. Diese Klarheit ist auch der Grund, weshalb unsere Gruppen in der Regel sehr stimmig sind und das Reiten dann genau dem entspricht, was ausgeschrieben wurde.

Die Pferde bei Okavango Horse Safaris sind sehr vielfältig. Es gibt Warmblüter, Araber, Anglo-Araber, Boerperds und auch lokale Pferdetypen wie Basotho-Ponys. Gerade diese kleineren, robusten Pferde passen oft perfekt in die Landschaft und sind unglaublich ausdauernde Partner. Anders als bei vielen anderen Retreats wird man dort nicht zwingend jeden Tag dasselbe Pferd reiten. Da die Ritte lang und zum Teil anspruchsvoll sind, werden die Pferde bewusst gewechselt, damit sie genug Pausen haben und gesund und motiviert bleiben. Auch das ist etwas, das man im Voraus wissen sollte.

Was die Tierwelt betrifft, ist das Okavango Delta natürlich beeindruckend. Man kann dort Elefanten, Büffel, Giraffen, Zebras, Gnus, Kudus, Letschwe-Antilopen, Impalas, Wasserböcke, Warzenschweine, Schakale, Paviane, grüne Meerkatzen, Hyänen und mit etwas Glück auch Leoparden, Löwen, Geparden oder afrikanische Wildhunde sehen. Dazu kommen viele kleinere Tiere und eine unglaubliche Vogelwelt. Auch nachts verändert sich die Szenerie noch einmal, mit Tieren wie Stachelschweinen, Erdferkeln, Zibetkatzen oder Servalen. Genau diese Mischung aus Reiten, Wildnis und Naturbeobachtung macht den Ort so besonders.

Natürlich stellt sich bei einem solchen Gebiet auch die Frage nach der Sicherheit. Die Ritte werden von erfahrenen, bewaffneten Guides begleitet, und je nach Gruppengrösse sind mehrere Guides dabei. Die Waffen dienen als Sicherheitsmassnahme und zur Abschreckung, nicht als etwas, das man einfach einsetzen möchte. Die Guides kennen das Gebiet, wissen, wie man sich verhält, wo man reiten kann und wo besondere Vorsicht geboten ist. Gleichzeitig bedeutet das auch für uns als Reiterinnen, dass wir die Anweisungen zuverlässig umsetzen können müssen. Wenn es heisst, dass wir stillhalten, dann muss das gehen, und wenn es heisst, dass wir zügig weiterreiten, dann muss auch das möglich sein. Genau deshalb ist ein solides reiterliches Fundament hier so wichtig.

Die Lodge selbst liegt mitten im Okavango Delta und ist nur per Flug erreichbar. Zuerst fliegt man nach Maun, dem zentralen Flughafen für diese Region, und von dort geht es entweder mit einem Kleinflugzeug und anschliessender Autofahrt weiter oder direkt mit dem Helikopter ins Camp. Gerade dieser letzte Teil der Anreise macht das Ganze natürlich schon zu einem Abenteuer für sich. Das Camp ist klein, exklusiv und wunderschön gelegen. Wir haben es für unsere Gruppe ganz für uns allein, was ich sehr schätze. Die Unterkünfte sind grosszügig, hell und stilvoll eingerichtet, so wie man es sich von einem hochwertigen Safari Camp wünscht, mit schönen Betten, Moskitonetzen, Sitzmöglichkeiten, einem kleinen Pool und gemeinschaftlichen Bereichen, in denen man essen, lesen oder einfach die Landschaft auf sich wirken lassen kann.

Ein besonderer Teil dieses Retreats ist ausserdem das Fly Camp. Dorthin reitet man nicht einfach für einen kurzen Abstecher, sondern verbringt mehrere Tage in einem anderen Teil des Gebiets. Dadurch erlebt man nicht nur das Hauptcamp, sondern auch noch einmal eine andere, noch ursprünglichere Seite des Deltas. Dieses Fly Camp ist kein raues Campen, sondern sehr komfortabel, mit schönen Zelten, gemütlichen Aufenthaltsbereichen und allem, was man braucht. Gerade dieser Wechsel zwischen zwei Orten macht die Reise noch intensiver.

Zum detaillierten Programm werde ich hier nicht alles noch einmal aufführen, denn das findest du übersichtlich auf der Retreatseite. Was ich aber sagen kann, ist, dass diese Woche so aufgebaut ist, dass sie sowohl die längeren, eindrücklichen Reittage als auch ruhigere Momente zum Ankommen und Integrieren enthält. Es wird Yoga geben, angepasst an die Gruppe, an die Tage und an das, was körperlich gerade sinnvoll ist. Es wird Zeiten geben, in denen wir einfach nur dort sind, schauen, erleben und diese Landschaft auf uns wirken lassen. Und genau das ist für mich der Kern dieses Retreats: nicht möglichst viel hineinzupacken, sondern ein Erlebnis zu schaffen, das trotz seiner Intensität Raum lässt.

Wichtig ist mir auch noch der Hinweis zur Versicherung. So eine Reise sollte man nicht ohne gute Absicherung antreten. Natürlich hoffen wir immer, dass nichts passiert, und in all den Jahren musste ich noch nie jemanden mit dem Helikopter oder Krankenwagen aus einem Retreat holen lassen. Trotzdem bleiben Pferde Pferde, Reisen bleiben Reisen und manchmal reicht schon etwas völlig Alltägliches, damit man froh ist, versichert zu sein. Ich empfehle deshalb ganz klar eine Reiserücktrittsversicherung sowie eine gute Kranken- und Rücktransportversicherung. Vor Ort gibt es im Notfall die Möglichkeit, per Helikopter ins nächste Spital gebracht zu werden, aber auch danach muss alles Weitere abgesichert sein. Gerade bei einer Reise in dieser Grössenordnung ist das für mich kein Extra, sondern Teil einer verantwortungsvollen Vorbereitung.

Wir werden dieses erste Botswana Retreat mit einer kleinen Gruppe durchführen, je nach Belegung mit acht bis zehn Gästen. Auch das passt zu diesem Ort. Ich mag kleine Gruppen ohnehin sehr, und gerade in einer Umgebung wie dieser ist es noch einmal stimmiger, mit wenigen Menschen unterwegs zu sein.

Ich freue mich sehr auf dieses neue Kapitel. Botswana ist kein Retreat für alle, und genau das muss es auch nicht sein. Aber für die richtigen Menschen kann es eine Reise sein, die man nie mehr vergisst. Wenn du dich dafür interessierst, findest du alle weiteren Informationen inklusive Programm, Anreise und Details zur Unterkunft auf der Webseite.

Posted on March 9, 2026 .

Reitsafari & Yoga Retreat in Namibia – für wen es passt und für wen nicht

Ich werde oft gefragt, welcher Retreat denn der richtige ist, und meine Antwort ist eigentlich immer dieselbe: Es kommt darauf an, was du suchst, weil jeder Retreat eine ganz eigene Energie hat und sich nicht einfach nur durch das Land unterscheidet, in dem er stattfindet.

Marokko ist ein bisschen mein Bootcamp. Es ist wild, frei, schnell, anstrengend, erdend, manchmal dreckig, aufgemischt und gleichzeitig eingebettet in wunderschöne Riads. Du sitzt viele Stunden im Sattel, du bist körperlich gefordert, du bist viel draussen unterwegs und am Abend spürst du, was du gemacht hast.

Unsere Wanderreiten & Yoga Retreats auf San Jon im Engadin sind ruhiger. Die Ritte sind langsamer, es gibt mehr Zwischenräume, mehr Zeit für dich, mehr Zeit zum Nachdenken, zum Schlafen, zum Abschalten.

Namibia ist nochmals etwas anderes, und zwar vor allem deshalb, weil es mein längster Retreat ist. Wir verbringen acht Tage und sieben Nächte am gleichen Ort, in derselben Lodge, ohne zwischendurch weiterzureisen oder die Unterkunft zu wechseln, was bedeutet, dass du wirklich ankommen kannst, ohne im Hinterkopf zu haben, dass du am nächsten Morgen wieder alles zusammenpacken musst.

Seit 2023 führen wir diesen Retreat auf der Kambaku Lodge durch, nachdem ich 2022 selbst dort war, um mir alles genau anzuschauen. Für mich ist es wichtig zu sehen, wie die Pferde gehalten werden, wie gearbeitet wird, wie mit Gästen umgegangen wird und wie sich ein Ort anfühlt, bevor ich ihn in mein Programm aufnehme. Und ich war damals wirklich sofort überzeugt – von der Liebe zum Detail, von der Professionalität des Teams, vom Wissen der Guides und vor allem von den Ritten, bei denen du unterwegs bist und ganz selbstverständlich Zebras, Giraffen, Antilopen oder Warzenschweine siehst, während über dir Vögel kreisen und rundherum einfach Natur ist.

Natürlich ist die Reise nach Namibia nicht kurz. Von der Schweiz, Österreich oder von Deutschland aus sind es ungefähr zehn Stunden Flugzeit, aktuell unter anderem mit Discover Airlines direkt von Frankfurt oder München nach Windhoek, alternativ auch über Johannesburg oder Addis Abeba. Was ich persönlich sehr angenehm finde, ist, dass es keine Zeitverschiebung gibt, sodass du zwar lange unterwegs bist, aber keinen Jetlag hast und dich nach der ersten Nacht nicht komplett verschoben fühlst.

Namibia ist zudem ein sehr sicheres Reiseland, was viele interessiert. Du musst dir am Flughafen keine Sorgen machen, es ist ruhig, freundlich und gut organisiert, und du kannst die Reise problemlos mit ein paar zusätzlichen Tagen davor oder danach verbinden. Seit diesem Jahr bieten wir auch organisierte Safaris im Anschluss an den Retreat an, du kannst aber genauso gut selbst ein Auto mieten und das Land individuell erkunden. Wenn du dich anmeldest und die Anzahlung geleistet hast, bekommst du von mir eine ausführliche Infoliste mit Packliste, Wetterinformationen, Kontakten und ganz konkreten Tipps zu Hotels und Reiserouten, alles Dinge, die ich selbst getestet habe.

Wenn du in Windhoek landest und nicht individuell weiterreist, holen wir dich am Flughafen ab und fahren gemeinsam zur Lodge, was je nach Stopps und Verkehr zwischen vier und fünf Stunden dauert. Meistens kommen die Flüge am Morgen an, sodass wir am frühen Nachmittag auf Kambaku eintreffen. Dort wirst du mit einem Welcome-Drink begrüsst, bekommst ein Mittagessen und hast Zeit, dich von der Reise zu erholen. Schon beim ersten Blick von der Terrasse ins Reservat siehst du oft Tiere, und genau das macht diesen Ort so besonders.

Am ersten Abend treffen wir uns am Feuerplatz mit Blick auf das Wasserloch, stellen uns vor, lernen uns kennen und beginnen oft mit einer kleinen Meditation oder Achtsamkeitsübung, bevor wir gemeinsam zu Abend essen. Das Abendessen findet immer um 20 Uhr statt und besteht aus drei Gängen, mit viel frischem Gemüse und – wenn möglich – lokalen Produkten, sehr schön zubereitet. Je nach Wetter sitzen wir auf der Dachterrasse oder im Innenbereich. Das Frühstück und auch das Mittagessen finden auf der Terrasse mit Blick ins Naturreservat statt. Drei Mahlzeiten pro Tag sind inkludiert, am Nachmittag gibt es Kaffee und Kuchen, und den ganzen Tag stehen Säfte, Joghurt, Früchte und Tee zur Verfügung.

Die Tage haben eine klare Grundstruktur, sind aber nicht durchgetaktet. Jeden Tag praktizieren wir 90 Minuten Yoga, entweder morgens um halb neun oder abends um 18 Uhr, meist draussen im Garten zwischen Zitronenbäumen, begleitet von Vogelgezwitscher. Einmal fahren wir bewusst in den Busch hinaus, rollen dort die Matten aus und praktizieren mitten in der Natur, was jedes Mal ein besonderes Erlebnis ist, bevor wir anschliessend zu einem Buschfrühstück an einen schattigen Ort fahren, wo alles vorbereitet ist.

Wir reiten täglich zwei bis zweieinhalb Stunden, entweder am Morgen oder am späten Nachmittag. Wenn wir abends reiten, führen uns die Wege oft zu einem Sun Downer, wo wir die Pferde absatteln und frei lassen, während wir einen Gin Tonic oder einen Softdrink trinken und der Sonne beim Untergehen zuschauen, während die Pferde vor uns grasen. Zurück zur Lodge werden wir mit dem Jeep gefahren.

Die Reitgruppen sind nach Niveau eingeteilt, sodass wirklich jede und jeder mitkommen kann. Absolute Beginner reiten in einer Schrittgruppe und können, wenn sie möchten, traben lernen. Wer lieber im Schritt bleibt, kann die Wildtiere in Ruhe vom Pferd aus beobachten. Für fortgeschrittene Anfänger gibt es Gruppen mit Schritt und Trab und eventuell ersten Galopps, und für erfahrene Reiterinnen und Reiter gibt es eine eigene Gruppe mit viel Trab und Galopp, um grössere Teile des Gebiets zu entdecken.

Optional kannst du eine Nacht im Buschcamp buchen, das auf einer Waldlichtung liegt. Du reitest oder fährst mit dem Jeep dorthin und übernachtest in einem auf Stelzen gebauten Zelt mit 1.60 Meter breitem Bett, bequemer Matratze und allem, was du brauchst. Du kannst das Zelt alleine nutzen oder teilen. Es gibt ein Outdoor-Bad mit holzbefeuerter Dusche und eine Toilette mit freier Sicht in die Umgebung. Die Wege sind mit Laternen beleuchtet, am Abend kocht ein Guide für dich auf dem Grill, und am nächsten Morgen führt er dich auf einem Buschwalk durch die Umgebung, bevor du gegen Mittag wieder zur Lodge zurückkehrst.

Wenn du möchtest, kannst du zudem einen Ausflug in den Etosha National Park machen, der etwa zwei Stunden entfernt liegt. Du fährst um fünf Uhr los, frühstückst vor dem Park und verbringst den Tag im Safari-Fahrzeug, da man im Park nicht aussteigen darf. Am Mittag isst du in einem staatlich geführten Restaurant im Park, und am Abend bist du wieder vor dem Abendessen zurück auf Kambaku.

Das Reservat umfasst rund 8000 Hektar, also etwa 80 Quadratkilometer, und alle Ritte finden innerhalb dieses Gebiets statt. Es gibt dort keine Löwen, Elefanten, Nashörner, Nilpferde, Krokodile oder andere grosse gefährliche Tiere, aber es gibt Leoparden, die extrem scheu und selten zu sehen sind. Ja, es gibt Schlangen, auch giftige, aber sie verschwinden in der Regel, wenn sie Vibrationen wahrnehmen, und in über 20 Jahren seit es Kambaku gibt, gab es keinen Vorfall mit Verletzungen durch Schlangen. Spinnen gibt es ebenfalls, allerdings keine für dich gefährlichen. Wichtig ist einfach zu bedenken, dass es ein Wildreservat ist, und ein gewisser Respekt vor der Natur dazu gehört.

Wir reisen in der Regel Ende Februar oder Anfang März, inzwischen dreimal pro Jahr, weil der Retreat so beliebt ist. Es ist das Ende der Regenzeit, was bedeutet, dass es warm ist – teilweise um die 30 Grad – und das Land oft sehr grün ist, mit vielen jungen Tieren. Manche Jahre regnet es kaum, manche Jahre gibt es täglich kurze Schauer. Wir sind mit dem Programm immer flexibel und konnten bisher alles wie geplant durchführen.

Die Lodge selbst ist eine Vier-Sterne-Unterkunft mit 13 Zimmern. Alle Zimmer sind Doppelzimmer mit 1.80 Meter breiten Betten, die bis auf ein Zimmer nicht getrennt werden können. Du kannst ein Doppelzimmer alleine buchen oder mit einer Begleitperson teilen. Wenn du teilst, schläfst du gemeinsam unter einem Moskitonetz, allerdings mit getrennten Bettdecken. Jedes Zimmer hat natürlich auch sein eigenem Bad. Es gibt Standardzimmer, grössere Luxuszimmer mit privater Terrasse und Safari-Bungalows etwas ausserhalb der Lodge, die wie kleine Häuser mit Zeltwänden aufgebaut sind und über ein eigenes Bad sowie eine Terrasse verfügen. WLAN gibt es im Haupthaus, in den Safari-Bungalows kaum oder gar nicht.

Wie bei allen meinen Retreats ist das Pferdewohl zentral. Die Pferde leben in Gruppenhaltung, haben täglich Zugang zu Heu, bekommen Kraftfutter, Mineralfutter und individuelle Zusätze, regelmässige Hufpflege, jährliche Zahnarztkontrollen und bei Bedarf Physiotherapie. Das Team ist sehr geschult in Pferdegesundheit, da ein Tierarzt mindestens zwei Stunden entfernt ist, und wenn etwas ist, wird sofort gehandelt. Das Maximalgewicht liegt wie bei all meinen Retreats bei 80 Kilogramm, auf Anfrage können aber auch Personen bis 95 Kilogramm mitkommen. Es gibt rund 30 Pferde unterschiedlicher Rassen und Grössen, vom Appaloosa über namibianisches Warmblut bis zu Basuto-Pferden und anderen Mixen. Die Pferde haben Stockmasse von etwa 1.40 bis knapp 1.70 m.

Namibia passt also zu dir, wenn du dir acht Tage Zeit nehmen möchtest, wenn du an einem Ort bleiben willst, wenn du Tiere beobachten möchtest und nicht jeden Tag Ortswechsel brauchst. Es passt weniger, wenn du nur ein paar Tage Zeit hast, wenn du täglich viele Stunden im Sattel sitzen möchtest wie in Marokko oder wenn du extreme Angst vor Insekten oder Wildtieren hast.

Wenn du unsicher bist, welcher Retreat für dich stimmig ist, dann schreib uns, und wir sagen dir ehrlich, ob Namibia passt oder ob vielleicht ein anderer Ort besser zu dir passt.

Posted on March 3, 2026 .

Joseph's Dream Stud und Sandwerf

Vor zwei Tagen bin ich in Namibia angekommen. Es ist inzwischen das fünfte Mal, dass ich hierher reise. Wenn ich in einem Land Retreats anbiete, versuche ich jedes Mal, mehr vom Land zu sehen – nicht nur für mich, sondern auch, um dir ehrlich sagen zu können, was sich lohnt und was vielleicht weniger.

Dieses Mal habe ich mir vor den Retreats Sandwerf und Joseph’s Dream Stud angeschaut. Ich wollte schon lange einmal hin.

Sandwerf gehört zu Joseph’s Dream Stud, einem Zuchtbetrieb, der vor allem Appaloosas züchtet und auf Instagram durch seine eindrücklichen Bilder sehr bekannt geworden ist. Einige der Pferde stehen auch bei Kambaku Safari Lodge, daher hatte ich den Namen schon länger im Kopf. Jetzt hat es zeitlich gepasst – also habe ich mir für drei Nächte ein Cottage gebucht.

Vom Flughafen aus sind es nur etwa 45 Minuten Fahrt. Das macht Sandwerf zu einem guten Ort, wenn man nach der Landung schnell ankommen möchte oder vor einem frühen Rückflug nicht noch in Windhoek übernachten will.

In Windhoek selbst habe ich beim letzten Besuch ein paar Tage verbracht. Es gibt ein paar nette Orte, aber ganz ehrlich: Ich würde vor oder nach einem Flug immer etwas auf dem Land bevorzugen.

Der Empfang hier war herzlich. Ich wurde direkt zu meinem Cottage gebracht – Nummer 8, das ich sehr empfehlen kann. Die Terrasse geht nach Westen, mit Blick in den Sonnenuntergang. Jedes der 17 Cottages hat ein Schlafzimmer, ein eigenes Bad, eine kleine Veranda und einen sehr kleinen, privaten Pool. Wirklich klein – aber genau richtig, um sich kurz abzukühlen.

Das Besondere: Rund um jedes Cottage gibt es ein eingezäuntes Gehege mit Miniature Horses, vermutlich American Miniature Horses. Niemand konnte mir das ganz genau sagen, aber es sieht sehr danach aus. So stehen morgens oder abends kleine Pferde vor deiner Terrasse, bewegen sich durch das Gehege oder legen sich in die Sonne.

Sandwerf, Joseph’s Dream und Estate

Das Gelände ist weitläufig und inzwischen in drei Bereiche aufgeteilt.

Zum einen Joseph’s Dream Stud mit den Pferden: Zucht, Ausbildungsprogramme, Volunteer-Programme, Kurse im Bereich Liberty und Horsemanship, Verkauf von Pferden.

Dann Sandwerf selbst – der Hotelbetrieb mit Restaurant und den 17 Cottages, in unmittelbarer Nähe zu den Stallungen.

Und schliesslich das neue Projekt Sandwerf Estate, bei dem Häuser gebaut wurden und nun zum Verkauf stehen. Wer möchte, kann sich hier ein eigenes Haus kaufen und seine Ferien dauerhaft an diesem Ort verbringen.

Was ich zwei Tage hier gemacht habe

Ganz ehrlich: Ich habe nicht viel gemacht. Vor mir liegen drei Retreats, und ich hatte noch einiges im Büro zu erledigen. Das Cottage war so angenehm, dass ich wenig Bedürfnis hatte, viel zu unternehmen.

Ich hatte im Voraus nach einem Ausritt gefragt, das war jedoch nicht möglich. Stattdessen habe ich mir alles in Ruhe angeschaut. Gestern Nachmittag habe ich an einer Führung durch die Stallungen teilgenommen. Als Gast darf man die Stallungen nicht einfach betreten, sondern nur im Rahmen einer gebuchten Einheit oder einer offiziellen Führung.

Die Stallungen sind sehr schön gebaut. Das Besitzerehepaar – er Architekt, sie Fotografin – hat vieles durchdacht. Besonders gefallen hat mir das tiefergelegte Roundpen. Dadurch ist es kühler, schattiger und weniger exponiert gegenüber Blicken von aussen.

Die Pferde wirken gut betreut, es gibt viele Pfleger, und während meines Aufenthalts war sogar der Zahnarzt vor Ort. Man merkt, dass hier sorgfältig gearbeitet wird.

Kurse, Volunteers und Reiten

Es gibt ein bezahltes Volunteer-Programm, bei dem man mitarbeitet und im Gegenzug Unterrichtseinheiten erhält sowie an Ausflügen teilnehmen kann. Die Volunteers, die ich kennengelernt habe, waren sehr zufrieden.

Ausserdem werden Trainings angeboten, unter anderem Liberty-Kurse. Eine Teilnehmerin, die ich getroffen habe, war drei Wochen hier und hat intensiv Liberty trainiert. Sie war begeistert.

Wenn man länger bleibt und an einem Kurs teilnimmt, kann man offenbar auch Ausritte buchen. Ganz verstanden habe ich das System nicht, aber es scheint nicht so zu sein, dass man einfach als externer Gast einen einzelnen Ausritt buchen kann. Reiten ist hier eher an Programme oder Kurse gekoppelt.

Es gibt zudem ein Camp mit Zelten auf Stelzen. Darunter befindet sich jeweils ein Paddock für das eigene Pferd. Ich habe es nicht selbst gesehen, nur Fotos, aber es wirkt sehr schön und gut durchdacht aus.

Für wen eignet sich Sandwerf – und für wen nicht?

Für dich, wenn:

  • du einen Kurs im Bereich Liberty oder Horsemanship machen möchtest

  • du Volunteer-Erfahrung suchst

  • du zwei oder drei Nächte in der Nähe des Flughafens eine schöne, ruhige Unterkunft suchst

Weniger geeignet ist es, wenn

  • du Wildlife sehen möchtest wie Giraffen, Zebras oder Antilopen

  • du eine klassische Lodge mit Wildtier-Safaris suchst

  • du ohne Bezug zu Pferden mehrere Tage bleiben möchtest

Es gibt hier Tiere – Strausse, Mini-Esel, Pferde, Hühner, Gänse, Katzen –, aber keine Wildtiere im Sinne einer Safari. Und wenn dich Pferde nicht interessieren, gibt es ausser Entspannen, Lesen und Spazieren wenig Programm.

Für mich waren diese drei Nächte genau richtig. Ein ruhiger Übergang zwischen Ankommen und Retreatstart, mit einem guten Cottage, freundlichem Umgang und durchdachter Anlage.

Wenn du Fragen zu Sandwerf hast oder überlegst, deinen Namibia-Aufenthalt damit zu kombinieren, darfst du dich jederzeit melden. Ich teile gerne, was ich erlebt habe.

Posted on February 25, 2026 .

Trinkgeldguide für die Reiten & Yoga Retreats

Ich gebe Trinkgeld, weil es mir ein gutes Gefühl gibt.

Das klingt vielleicht banal. Aber es ist ehrlich. Die Freude von jemand anderem berührt mich. Und ja – wenn ich etwas gebe und ein Lächeln zurückbekomme, dann bekomme ich mindestens genauso viel zurück, wie ich gegeben habe. Vielleicht sogar mehr.

In diesem Sinn ist Trinkgeld für mich nicht nur Grosszügigkeit. Es ist auch ein Stück weit eigennützig.

Gleichzeitig merke ich, wie viele Fragezeichen dieses Thema auslöst – besonders bei unseren Retreats. Deshalb möchte ich hier transparent erklären, wie ich es sehe und wie wir es handhaben.

„Warum soll ich Trinkgeld geben, wenn ich doch bezahlt habe?“

Eine berechtigte Frage und eines der vielen Fragezeichen in Bezug auf Trinkgeld.

Bei unseren Retreats ist Trinkgeld – mit einer Ausnahme in einem Hotel – kein integraler Bestandteil des Lohns. Die Menschen, mit denen wir arbeiten, verdienen landesübliche gute bis sehr gute Löhne. Ich arbeite nicht mit Betrieben zusammen, die unter dem lokalen Standard bezahlen.

Trinkgeld ist also kein versteckter Lohnbestandteil.

Ich sehe es eher wie einen Bonus. Wenn du in deinem Beruf gut arbeitest und am Ende des Jahres einen Bonus erhältst, dann ist das keine Selbstverständlichkeit – aber es ist eine Anerkennung. Und sie motiviert dich (nehme ich jetzt einmal stark an ;)).

Genau so funktioniert Trinkgeld für mich. Es ist eine zusätzliche Wertschätzung für Menschen, die sich Mühe geben, die präsent sind, die mitdenken und dir einen grandiosen Urlaub und eine berührende Auszeit ermöglichen.

Wie viel soll man geben?

Das ist wahrscheinlich das grösste Fragezeichen.

Wir alle haben ein unterschiedliches Verhältnis zu Geld. Manche geben leicht, andere zögern. Manche haben wenig und geben viel. Andere haben viel und geben wenig. Es gibt keine einfache Formel.

Ich persönlich mache es so: Ich spüre hin, was ich geben möchte – und gebe dann ein bisschen mehr.

So, dass ich merke, es ist nicht völlig bequem. Natürlich möchte ich keine schlaflosen Nächte deswegen, aber ich möchte, dass es für mich ein Betrag ist, den ich „spüre“. Ich habe einmal von einer Yogini gelernt: Wenn du das Gefühl hast zu geben, dann gib. Für mich hat das viel verändert. Denn früher hatte ich ein recht limitiertes Money Mindset. Ich wollte zwar geben, hatte dann aber immer Angst, selber zu wenig zu haben. Daran habe ich gearbeitet (unter anderem, indem ich grosszügig Trinkgeld gegeben habe) und kann nun besser, einfacher und mit offenerem Herzen geben.

Das ist meine persönliche Praxis. Natürlich gibt es noch zig andere Wege, Trinkgeld zu geben oder mit seinem Money Mindset umzugehen. Ich möchte hier einfach mit dir teilen, wie ich es mache.

Und natürlich gilt auch: Wenn ich mit einer Leistung nicht zufrieden bin, dann spiegelt sich das im Trinkgeld. Wertschätzung entsteht nicht automatisch, sondern als Antwort auf Qualität und Einsatz. Es kann schon mal vorkommen, dass ich in einem Restaurant bin und nichts gebe, weil ich einfach nicht zufrieden war. Das ist für mich auch OK. Ich habe nicht diesen inneren Druck, zu gefallen, einem Standard gerecht werden zu müssen und auch zu geben, wenn ich nicht möchte.

Der kulturelle Kontext – besonders in Marokko

In Marokko ist Trinkgeld kulturell stark verankert. Es gehört zum sozialen Gefüge dazu. Gerade bei unseren mehrtägigen Ritten verbringt das Team vier bis fünf Tage fast durchgehend mit uns. Sie kochen, bauen Zelte auf, begleiten die Ausritte, organisieren im Hintergrund alles, was reibungslos laufen soll, und ermöglichen dir das 1001-Nacht-Feeling.

Wir haben gemerkt, dass es hier ohne Orientierung oft zu Unsicherheit kam – und teilweise auch zu sehr tiefen Beträgen, die nicht dem lokalen Rahmen entsprechen. Deshalb geben wir für unsere Marokko-Retreats eine Richtlinie von 30–60 € pro Person für vier Tage an. Natürlich musst du nicht, aber es ist eine Richtlinie, die sich bewährt hat.

Warum ist das nicht einfach im Preis integriert?

Weil Trinkgeld für mich bewusst freiwillig bleiben soll.

Wie gesagt, die Löhne aller Mitarbeiter bei allen Retreats sind keine Mindestlöhne, die Arbeitsbedingungen entsprechen der Branche und der Region, und es herrscht ein wohlwollendes Miteinander. Oftmals haben unsere Partner langjährige Mitarbeiter, die wir seit Beginn kennen. Und doch möchten wir eine zusätzliche Wertschätzung geben, vor allem, da es an vielen Orten auch üblich ist und die Motivation, das Beste zu geben, fördert. Auch hier: Denk wieder an die Analogie mit deinem Bonus bei guter Arbeit :)

Dort, wo Trinkgeld integraler Bestandteil des Lohnsystems ist, haben wir es in den Retreatpreis eingerechnet. Das ist aber nur an einem Ort der Fall. An allen anderen Orten soll es eine bewusste Entscheidung bleiben.

Wie wir es organisatorisch handhaben

Es gibt unterschiedliche Settings.

Wenn Unterkunft und Reiten an einem Ort stattfinden und die Location selbst eine Trinkgeldkasse hat, dann sammeln wir nichts. Dort kann jede Person individuell etwas einlegen.

Wir sammeln auch kein Trinkgeld, wenn das Reiten direkt vom Besitzer organisiert wird. Denn ich bin der Meinung, wenn man einen Betrieb leitet, sollte man andere Motivationen haben. Ich nehme zum Beispiel nie Trinkgeld an und würde es auch immer weitergeben.

Daher sammeln wir dort, wo Angestellte mitarbeiten – also Menschen, die im Hintergrund mittragen und die sonst vielleicht weniger sichtbar sind. Wenn wir sammeln, dann auch immer anonym. Jede Person legt das in einen Umschlag, was sie geben möchte. Der gesammelte Betrag wird anschliessend einer verantwortlichen Person übergeben, die ihn im Team fair verteilt. So stellen wir auch sicher, dass die Mitarbeiter profitieren, die vielleicht nie Kundenkontakt hatten, aber doch ihren Teil beigetragen haben.

Wenn du sonst noch Fragen hast, kannst du mir diese gerne in den Kommentaren stellen.

Posted on February 24, 2026 .

Sind Knotenhalfter brutal – und nicht mit Yoga vereinbar?

Jedes Werkzeug hat zwei Seiten. Mit einem Messer kann man ein wunderbares Abendessen kochen – oder jemanden verletzen. Das Messer an sich ist weder gut noch schlecht. Entscheidend ist, wie wir es verwenden. Genauso sehe ich es beim Equipment für Pferde.

Für mich gibt es eine klare Grenze: Wenn ein Ausrüstungsgegenstand bereits ohne Einwirkung Schmerzen verursacht – also allein durch seine Konstruktion Druck, Enge oder Scheuern auslöst – dann ist das für mich ein No-Go. Ein Beispiel dafür wären extrem enge, dauerhaft einschnürende Nasenriemen oder scharf gezahnte Gebisse, die bereits in neutraler Lage unangenehmen Druck auf Zunge und Laden ausüben können. Hier entsteht Belastung nicht durch falsche Hand, sondern durch das Objekt selbst. Anders ist es bei Equipment, dessen Wirkung von der Anwendung abhängt.

Das Knotenhalfter – scharf oder fein?

Ein Knotenhalfter kann, wenn mit viel Zug gearbeitet wird, sehr punktuell wirken – besonders im Genick und auf dem Nasenrücken. Das ist physikalisch logisch: dünneres Material und Knoten bedeuten eine kleinere Druckfläche, also mehr Druck pro Quadratzentimeter bei gleicher Krafteinwirkung. Gleichzeitig erlaubt genau diese Konstruktion eine sehr feine Kommunikation, wenn sie bewusst und weich eingesetzt wird. Kleine Impulse genügen. Es braucht weniger Zug – und damit weniger Kraft.

Meine eigene Stute wurde im Knotenhalfter eingeritten. Ich reite sie meist gebisslos mit einem kolumbianischen Bosal, manchmal auch mit Gebiss. Sehr selten reite ich sie auch mit Knotenhalfter. Der Anlass für diesen Text war ein Foto von uns am Morteratsch-Gletscher, auf dem sie ein Knotenhalfter trägt, das ich so geknotet habe, dass der Strick als Zügel fungierte. Darunter stand der Kommentar, das sei brutal und nicht mit Yoga vereinbar.

Gut oder schlecht – oder zu einfach gedacht?

Ich habe oft das Gefühl, dass bestimmte Ausrüstungsgegenstände pauschal als „gut“ oder „schlecht“ eingeordnet werden. Sidepulls gelten als sanft. Knotenhalfter oder Trensen als problematisch. Doch so einfach ist es nicht.

Eine Trense kann durch die Kautätigkeit entspannend wirken. Studien zur oralen Beschäftigung bei Pferden zeigen, dass rhythmisches Kauen parasympathische Prozesse fördern kann – also Entspannung. Gleichzeitig kann dieselbe Trense Schmerzen verursachen, wenn sie nicht passt, falsch verschnallt ist oder mit harter Hand geritten wird.

Oft werden doppelt gebrochene Gebisse als besonders weich angesehen, weil sie anatomischer wirken. Gleichzeitig können sie – je nach Lage im Maul – einen deutlicheren „Nussknackereffekt“ auf Zunge und Unterkiefer ausüben als eine einfach gebrochene Trense oder eine gerade Stange. Es hängt von Maulform, Zungenfülle, Ausbildung und Reiterhand ab.

Das Problem ist selten das Objekt allein. Es ist die Kombination aus Wissen, Einwirkung und Individualität.

Yoga – was bedeutet das in diesem Zusammenhang?

Wenn ich von Yoga spreche, meine ich nicht nur Asana auf der Matte. Ich meine Bewusstheit und Verantwortung. Yoga heisst für mich nicht, ein bestimmtes Halfter zu wählen. Yoga heisst, wahrzunehmen, wie mein Pferd reagiert.

Spürt es Spannung?
Verändert sich der Atem?
Wird der Unterhals fest?
Bleibt das Auge weich?

Diese Fragen sind entscheidender als das Etikett auf dem Zaumzeug.

Eine gebisslose Zäumung mit Hebelwirkung – zum Beispiel ein mechanisches Hackamore – kann bei starkem oder dauerhaftem Zug erheblichen Druck auf Nasenrücken und Genick ausüben. Ein Knotenhalfter kann fein sein, wenn Impulse minimal und klar gesetzt werden. Ein Gebiss kann entspannen – oder blockieren.

Wer sagt, ein bestimmtes Equipment sei grundsätzlich „nicht mit Yoga vereinbar“, verengt die Diskussion auf ein Symbol statt auf die tatsächliche Interaktion zwischen Mensch und Pferd.

Wissen schafft Differenzierung

Viele sehr erfahrene Pferdemenschen, mit denen ich spreche, vertreten eine ähnliche Haltung: Es geht um Individualität. Um Ausbildung. Um Kontext. Diese Differenzierung ist nur möglich, wenn man bereit ist, sich weiterzubilden. Verschiedene Systeme zu verstehen. Nicht nur in einer Richtung zu lesen oder Kurse zu besuchen. Sondern auch über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.

Biomechanische Studien zeigen klar, dass Druckverteilung, Hebelwirkung und Einwirkungsdauer entscheidend sind. Ein dünnes Seil erzeugt bei starkem Zug mehr Druck als ein breites Lederstück. Ein Hebelgebiss verstärkt die Handkraft. Ein schlecht sitzendes Gebiss kann punktuell Druckspitzen verursachen.

Aber keine dieser Erkenntnisse sagt: „Dieses Objekt ist per se falsch.“

Sie sagen: „Verstehe, wie es wirkt.“

Meine Haltung

Für mich ist kein Zaumzeug automatisch gut. Und keines automatisch schlecht.

Ich frage mich:

Passt es zu diesem Pferd?
Passt es zu meinem Ausbildungsstand?
Kann ich es so handhaben, dass mein Pferd dabei weich bleibt?

Wenn ich merke, dass etwas Spannung erzeugt, ändere ich es. Wenn ich sehe, dass mein Pferd mit einer bestimmten Lösung zufrieden und losgelassen läuft, dann vertraue ich dieser Beobachtung – nicht einem Kommentar unter einem Bild.

Vielleicht lohnt es sich, weniger in Kategorien zu denken und mehr in Zusammenhängen. Weniger in Ideologien und mehr in Wirkung. Weniger im Aussen und mehr im ehrlichen Hinschauen.

Denn Yoga beginnt nicht am Halfter.

Sondern in der Haltung, mit der wir führen, reiten und entscheiden.

Posted on February 16, 2026 .

Über Gewohnheiten – und warum Veränderung Zeit braucht

Ich habe heute Morgen darüber nachgedacht, dass ich meine Ernährung nun seit etwas mehr als eineinhalb Jahren umgestellt habe. Vor rund eineinhalb Jahren habe ich gemerkt, dass es mir nicht mehr wirklich gut geht, und ich habe verschiedene Tests gemacht, weil ich wissen wollte, woher das kommt. Dabei kam heraus, dass ich eine Gluten-Sensitivität habe, dass ich laktoseintolerant bin und zusätzlich Hashimoto-Thyreoiditis habe, eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse.

Am Anfang habe ich versucht, das alles für mich alleine zu regeln, später dann mit Unterstützung meines Arztes Daniel Auer. Schritt für Schritt habe ich meine Ernährung angepasst. Heute esse ich keine Laktoseprodukte mehr, auch keine laktosefreien, und ich nehme auch keine Laktasetabletten. Milchprodukte fördern bei mir Entzündungen, und das möchte ich bei Hashimoto bewusst vermeiden. Im Moment habe ich meine Hashimoto-Thyreoiditis gut im Griff, mir geht es sehr gut, ich habe Energie, ich habe wieder Freude am Essen und ich weiss, was mir guttut.

Bis ich an diesem Punkt war, hat es lange gedauert. Und es war ehrlich gesagt kein einfacher Weg.

Heute habe ich mich gefragt, warum sich meine Ernährung mittlerweile so selbstverständlich anfühlt. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich mich einschränke. Ich weiss, was ich essen möchte, ich weiss, was ich koche, und ich habe das Gefühl, dass mein Körper gut damit zurechtkommt. Und mir ist klar geworden, dass das nicht von heute auf morgen so war, sondern dass es viele kleine Schritte waren.

Dabei musste ich an das Buch Atomic Habits von James Clear denken. Die Grundidee ist, dass Veränderung nicht dadurch entsteht, dass man alles auf einmal umstellt, sondern dass man eine kleine Sache verändert, diese eine Weile beibehält und erst dann die nächste angeht. Das ist etwas, das wir im Alltag oft vergessen, weil wir dazu neigen, möglichst schnell möglichst viel verändern zu wollen.

Am Anfang war das für mich schwierig, weil ich einfach wollte, dass es mir wieder gut geht. Ich wollte, dass jetzt alles passt. Rückblickend sehe ich, dass genau das nicht funktioniert hat und dass Geduld ein sehr wichtiger Teil dieses Prozesses war.

Das kenne ich auch aus dem Pferdetraining. Im Moment übe ich regelmässig das Hängerverladen mit Na’ima. Sie geht in den Hänger, aber noch nicht so, wie ich es mir wünsche. Also investieren wir Zeit und üben immer wieder, mit dem Wissen, dass es nicht von heute auf morgen geht und dass es am Ende funktionieren wird.

Genauso ist es mit anderen Dingen. Ob du anfangen möchtest zu joggen, ob du Arabisch lernen willst, ob du deine Ernährung umstellen möchtest oder gesündere Gewohnheiten in deinen Alltag bringen willst, es braucht Zeit. Wir sind es gewohnt, dass alles schnell gehen soll, und haben dabei ein Stück Geduld verloren. Dabei dauert es einfach, bis sich etwas etabliert. Man wird auch nicht von heute auf morgen unfit, und Veränderungen brauchen genauso ihre Zeit.

Was mir geholfen hat, war, wirklich mit einer Sache anzufangen. Bei mir war das Gluten. Gleichzeitig kam auch die Laktose dazu, was ich so nicht generell empfehlen würde, ausser der Leidensdruck ist sehr gross. Sonst würde ich immer dazu raten, entweder etwas wegzulassen oder etwas Neues einzuführen, aber nicht alles auf einmal.

Wenn du zum Beispiel laktosefrei leben möchtest, dann macht es Sinn, dich zuerst mit Alternativen auseinanderzusetzen. Ich habe relativ lange gebraucht, bis ich einen Milchersatz für meinen Kaffee gefunden habe. Im Moment trinke ich Sojamilch, am liebsten die von Alnatura. Es hat eine Weile gedauert, bis sich mein Geschmack daran gewöhnt hat, heute fühlt es sich ganz normal an.

Dasselbe gilt für andere Dinge. Du kannst zum Beispiel zuerst den Joghurt am Morgen ersetzen und später den Kaffee. Oder umgekehrt. Je kleiner der Schritt ist, desto einfacher lässt er sich in den Alltag integrieren.

Oft wird von der 21-Tage-Regel gesprochen, aber die ist nicht für alle gleich. Bei manchen funktioniert eine Umstellung schneller, bei anderen dauert es deutlich länger, manchmal mehrere Wochen oder Monate. Genau deshalb helfen kleine Veränderungen, weil sie weniger Widerstand erzeugen.

Auch beim Thema Gluten gibt es viele Möglichkeiten. Für viele ist Brot ein grosses Thema. Ich esse kein Brot mehr, auch kein glutenfreies. Das ist meine persönliche Entscheidung, weil es für mich gut funktioniert. Andere backen selber oder greifen auf Alternativen wie Buchweizen oder glutenfreien Hafer zurück. Wichtig ist, dass man für sich einen Weg findet, der sich langfristig umsetzen lässt.

Was für mich geblieben ist, ist dieses Prinzip: eine Sache nach der anderen. Wenn sich etwas etabliert hat, kommt das nächste dazu. So entsteht Veränderung, die mit der Zeit ganz selbstverständlich wird.

Wenn du möchtest, kannst du dieses Prinzip auf alles anwenden. Auf Ernährung, Bewegung, Lernen oder andere Gewohnheiten in deinem Alltag. Es braucht Zeit, und das ist in Ordnung.

Posted on February 9, 2026 .

Sitzen wie beim Reiten – meine Erfahrung mit dem Mabu beim Meditieren und im Alltag

Ich habe von Jen, der Inhaberin und Gründerin von Villamoja, zwei Mabus bekommen, um sie zu testen – einen kleineren und einen grösseren. In diesem Blogartikel erzähle ich dir etwas über meine Erfahrung mit den Mabus, wie ich sie im Alltag und in meinen Retreats eingesetzt habe und was sie für mich so besonders macht.

Der Mabu ist kein Stuhl. Und auch kein Sportgerät. Es ist ein Sitzmöbel, das Bewegung zulässt und gleichzeitig sehr stabil ist. Man sitzt darauf nicht fest, sondern bleibt die ganze Zeit in einer leichten, feinen Bewegung. Genau das macht für mich den Unterschied.

Was mir als Erstes aufgefallen ist: Ich sitze automatisch aufrechter, ohne dass ich mich korrigieren muss. Die Wirbelsäule richtet sich von selbst auf, das Becken bleibt beweglich. Ich habe nicht das Gefühl, in mir zusammenzusinken. Dieses Gefühl kenne ich sehr gut vom Reiten. Dieses Sitzen, das nicht starr ist, sondern beweglich bleibt. Für Reiterinnen ist das aus meiner Sicht sehr stimmig, weil es genau diese Art von Balance fördert, die wir auch im Sattel brauchen. Beim Reiten merke ich auch immer, wie ich mich automatisch in meiner Wirbelsäule aufrichte. Ich sacke nicht in mir zusammen, wie das oft auf einem Stuhl passiert, sondern meine Rumpfmuskulatur ist aktiviert und „ich trage mich“. Beim Mabu ist das ähnlich, es fällt mir viel schwerer, in mir zusammenzusinken. So bleibt auch mein Brustbereich offener und ich kann besser und freier atmen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das flacher Atmung vorbeugt. Und wir wissen ja alle, was passiert, wenn wir flach atmen: Wir werden müde und träge.

Der Mabu ist inspiriert von Gedanken aus der TCM und möchte Bewegung und Durchlässigkeit fördern. Ich bin ja ein grosser Fan von Durchlässigkeit, auch beim Menschen. Beim Pferd sind wir immer sehr schnell in der Bewertung, „der ist aber nicht so durchlässig“ – das hört man oft. Wenn ich mir die Yogis in meinen Reiten & Yoga Stunden anschaue, denke ich mir allerdings auch oft: „Die sind aber nicht überall durchlässig.“ Daher ist es auch mein Ziel, Durchlässigkeit beim Menschen zu fördern, unter anderem in den Yogastunden. Und deshalb habe ich den Mabu dort auch gerne dabei. Wie ich ihn nutze, kann ich dir hier gerne erzählen.

Ich habe den Mabu in ganz unterschiedlichen Situationen genutzt. In Retreats zum Beispiel bei Meditationen oder bei Gua Sha Behandlungen während der Retreat-Yogastunden. Viele Menschen sitzen zwar gerne am Boden, merken aber, dass es ihnen schwerfällt, die Wirbelsäule über längere Zeit aufrecht zu halten. Ich selber merke auch, dass ich im Schneidersitz oft nach vorne kippe oder in mir zusammenfalle, wenn ich nicht dauerhaft meine Körperspannung halte. Auf dem Mabu habe ich dieses Problem nicht. Ich sitze stabil, verbunden mit dem Boden und ohne einzusinken.

Man kann den Mabu auch an die Wand stellen, sich daraufsetzen und sich anlehnen. So habe ich ihn auch schon in Yogastunden eingesetzt, für Teilnehmerinnen, die nicht auf dem Boden sitzen können oder wollen, etwa bei Meditationen oder Übungen für den Oberkörper. Aber auch für Coaching- oder Therapiesettings kann ich mir gut vorstellen, dass er hilfreich ist, weil er eine andere Atmosphäre schafft als ein klassischer Stuhl. Wenn ich aktuell Coachings anbieten würde, würde ich diese beiden Mabus als Sitzgelegenheit nutzen. Ist man körperlich leicht in Bewegung, bleibt auch der Geist flexibler, und das ist bei Therapien ja wünschenswert ;)

Ich habe den Mabu auch am Schreibtisch ausprobiert. Wahrscheinlich ist er nicht dafür gedacht, aber für mich funktioniert das gut. Ich sitze gerne mit überkreuzten Beinen, was auf einem normalen Stuhl oft dazu führt, dass ich zusammensacke (und der Blut- und Energiefluss in den Beinen abgedrückt wird …). Auf dem Mabu geht das nicht. Die leichte Bewegung bringt mich immer wieder in eine aufrechte Position zurück, ohne dass es anstrengend wird. Daher steht der kleine Mabu auch oft bei mir am Schreibtisch, wenn ich Büroarbeiten zu erledigen habe.

Beide meiner Mabus sind mit Begrenzung, und das würde ich persönlich auch empfehlen. So rutscht man nicht seitlich weg und kann ihn vielseitiger einsetzen. Gerade wenn du dir überlegst, ihn für Coachings oder Therapien zu nutzen, würde ich dir das empfehlen, um Verletzungen bei deinen Klientinnen zu verhindern. Das Sitzpolster finde ich ebenfalls sehr angenehm. Ohne Polster ist der Mabu nicht unbequem, aber wenn man länger sitzt, spürt man die Sitzbeinhöcker deutlicher auf dem Holz. Für Meditation oder kürzere Sequenzen finde ich das völlig okay, für längeres Sitzen wie in Coaching oder Therapie oder wenn du ihn – so wie ich – auch mal am Schreibtisch nutzt, würde ich das Sitzpolster klar empfehlen. Mit Polster fühlt es sich für mich fast wie ein sehr bequemer Sattel an.

Zu den Grössen: Ich habe einen Mabu mit 50 cm und einen mit 60 cm Durchmesser. Ich bin 1,70 gross und kann mich ehrlich gesagt nicht entscheiden, welchen ich lieber habe. Der kleinere gibt mir mehr Beweglichkeit und meine Hüfte wird nicht so stark gedehnt. Er erinnert mich etwas daran, wie es ist, ein Araberpferd zu reiten. Vielleicht mag ich ihn daher so gerne, weil er mich an kleine, schnelle Pferde erinnert. Für mich ist der kleine Mabu mit mehr Verspieltheit verbunden, und ich nutze ihn lieber am Schreibtisch als den grösseren. Der grössere gibt mir mehr Stabilität, mehr Erdung und Ruhe. Auf ihm sitze ich besonders gerne für Meditationen und wenn ich einfach mal sein möchte. Ich spüre meinen Körper mehr, da er meine Hüfte stärker öffnet und ich etwas weniger Bewegung habe, was mir hilft, mehr in die Ruhe zu kommen und ins tiefere Spüren. Für mich haben die beiden unterschiedliche Qualitäten, eher unterschiedliche Energien, nicht besser oder schlechter.

Ich denke, wenn man eher klein ist, macht der kleinere Sinn, wenn man sehr lange Beine hat, eher der grössere. Um die 1,70 herum finde ich, macht es keinen grossen Unterschied – es ist mehr eine Frage des Gefühls.

Was mir ebenfalls wichtig ist: Der Mabu ist einfach schön. Er sieht nicht aus wie ein schwarzes, klobiges Sportgerät, das man irgendwo verstecken möchte, sondern wie ein hochwertiges Möbelstück. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig, und er passt super in meine Wohnung.

Wenn du Fragen hast, darfst du mir jederzeit gerne schreiben.

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Posted on February 4, 2026 .

Wie ich meine Retreat-Locations finde

Immer wieder werde ich gefragt, wie ich meine Retreat-Locations finde. Und wie du dir wahrscheinlich schon denken kannst, gibt es darauf keine klare Antwort. Ich gehe nicht immer gleich vor, es gibt kein fixes Schema und keine Checkliste, die ich einfach Punkt für Punkt abarbeite. Es kommt darauf an. Und es gibt ganz unterschiedliche Wege, wie ich zu meinen Retreats und den passenden Orten gekommen bin.

Was mir aber immer wichtig ist: Diese Locations müssen wirklich zu Reiten & Yoga passen. Sie müssen etwas auslösen, wenn man ankommt. Bei manchen ist es die Qualität im Fünf-Sterne-Bereich, bei anderen ist es die Natur, die einen sofort packt, bei wieder anderen eine besondere Unterkunft oder ein Reitgebiet, das einfach grandios ist. Es ist nie immer dasselbe, und ich kann nicht sagen, dass ich nur mit Vier-Sterne-Hotels arbeite oder dass alles einem bestimmten Stil entsprechen muss.

Viel wichtiger ist mir, dass die Betriebe mit Herz geführt werden und man das auch spürt. Der Service muss stimmen, meine Gäste sollen sich wohlfühlen, und ganz zentral ist natürlich, dass es den Pferden gut geht. Sie müssen artgerecht gehalten werden, gut versorgt sein, passendes Sattelmaterial haben, Pausen bekommen, es braucht klare Gewichtslimiten und insgesamt einfach einen runden, stimmigen Eindruck. Das ist auch ein Stück weit mein Markenzeichen.

Ich habe viele Gäste, die regelmässig mit mir in die Ferien kommen, weil sie sagen: Wenn ich mit dir reise, weiss ich, dass für alles gesorgt ist. Das Hotel ist schön, das Essen ist gut, den Pferden geht es gut, die Gruppe passt – und ich kann einfach ankommen und abschalten, ohne mich um irgendetwas kümmern zu müssen. Genau deshalb setze ich auf langsames Wachstum und auf Qualität statt auf Masse.

Der erste Ort, den ich bewusst gesucht und gefunden habe, war die Engadin River Ranch. Das war damals, als ich mit Reiten & Yoga begonnen habe. Ich praktiziere seit rund 25 Jahren Yoga, unterrichte seit über 15 Jahren, reite seit ich ein Kind bin, und vor etwa zwölf Jahren hatte ich die Idee, Reiten und Yoga in einem Retreat zu verbinden. Irgendwie wusste ich einfach: Es muss das Engadin sein. Ich hatte keinen besonderen Bezug dazu, war dort nie mit meiner Familie in den Ferien, aber es gab dieses klare Gefühl, dass ich genau dort hinmuss.

Sehr pragmatisch habe ich damals „Reiten Engadin“ gegoogelt, der erste Treffer war die Engadin River Ranch. Ich habe eine Mail geschrieben und sehr schnell eine offene, herzliche Antwort bekommen. So kam es zum ersten Retreat. Der war alles andere als perfekt, aber er war schön, wir hatten Spass und er war die Grundlage für alles, was danach gekommen ist. Auch heute arbeite ich noch sehr gern mit der Engadin River Ranch zusammen. Natürlich hat sich vieles verändert, auf beiden Seiten, und mit der Erfahrung werden Dinge professioneller – aber genau das gehört dazu.

Marokko war eine ganz andere Geschichte. Dieser Ort hat mich schon lange gerufen, noch bevor Reiten & Yoga überhaupt existiert hat. Ich wusste einfach, dass ich irgendwann nach Marokko möchte, ohne genau erklären zu können warum. Dieses 1001-Nacht-Gefühl hat mich fasziniert. Damals hatte ich noch keinerlei Retreat-Erfahrung und habe einen Retreat im Atlasgebirge organisiert, ohne je zuvor dort gewesen zu sein. Alles online recherchiert, alles online gebucht – etwas, das ich heute nie wieder so machen würde.

Es war extrem lehrreich. Die Hotels waren nicht schlecht, aber vieles entsprach nicht dem, was ich heute für meine Retreats möchte. Auf Fotos wunderschön, in Realität oft dunkel, kleine Zimmer, Dinge, die ich heute sofort erkenne. Trotzdem war diese Reise wichtig, weil ich in Marokko viele Menschen kennengelernt und Kontakte geknüpft habe. Daraus sind später die Reiten & Yoga Retreats entstanden, und ich habe ganz bewusst nach einem Reitbetrieb gesucht, mit dem ich langfristig arbeiten möchte. So habe ich meinen Partner in Essaouira gefunden – ein echter Glücksgriff, mit dem wir heute sehr viel gemeinsam aufgebaut haben.

Island ist wieder ganz anders entstanden. Hier war es Mia, die ich von der Engadin River Ranch kenne, die mich immer wieder ermutigt hat, nach Island zu gehen. Ich bin ehrlich gesagt kein ausgesprochener Nord-Fan, aber wir haben gemeinsam gesucht, Ställe angeschrieben, gefiltert, geschaut, wer genug Platz hat, grosse Herden, Wanderritte anbietet und auch Raum für Yoga hat. Viele Betriebe waren offen für eine Zusammenarbeit, aber oft waren die Unterkünfte sehr basic oder zu klein für meine Gruppen.

Am Schluss blieben zwei Optionen übrig. Eine davon hat mich vor Ort enttäuscht, auch wenn der Hof liebevoll geführt war. Es hat für Reiten & Yoga einfach nicht gepasst, und ich bin früher abgereist. Der zweite Stall im Norden war Liebe auf den ersten Blick: wunderschöne Reitgebiete, tolle Cottages, ein kompetentes, herzliches Team. Leider konnten wir nur zwei Retreats gemeinsam durchführen, da sich die Leitung geändert hat. Heute arbeite ich mit einem wunderbaren Stall im Süden zusammen, den ich über Instagram kennengelernt habe, und auch wenn es schade ist, dass der Norden aktuell wegfällt, weiss man nie, was zurückkommt.

Namibia ist ebenfalls über einen ganz eigenen Weg entstanden. Mia war vor Corona dort und hat seitdem gefühlt von nichts anderem mehr erzählt. Namibia ist wie Marokko oder das Engadin einer dieser Orte, die mich schon lange fasziniert haben. Ich bin ein grosser Afrika-Fan, diese Weite, diese Wildheit, das ist irgendwie die Heimat meines Herzens. Ich war für Projekte in Äthiopien, als Kind mit meiner Mama in Kenia in der Masai Mara, und all das hat mich geprägt.

Irgendwann sassen Mia und ich zusammen und haben gesagt: Wieso gehen wir eigentlich nicht nach Namibia? Auch hier habe ich zuerst abgeklärt, ob eine Zusammenarbeit überhaupt gewünscht ist, bevor ich hingereist bin. Die Offenheit war da, das Interesse auch, und so sind wir 2022 gemeinsam nach Namibia gereist. Es war intensiv, wunderschön, teilweise anstrengend, weil ich alles genau angeschaut, getestet, fotografiert und dokumentiert habe. Aber vor allem war ich hell begeistert von diesem Ort. Noch vor Ort habe ich die Konditionen besprochen und den ersten Retreat für 2023 fixiert.

Das sind ein paar Einblicke, wie meine Retreat-Locations entstehen. Es gibt noch viele weitere Geschichten und Wege, aber das würde hier zu weit führen. Was all diese Orte gemeinsam haben, ist, dass sie nicht aus einem festen Konzept heraus entstanden sind, sondern aus Erfahrung, Vertrauen, Bauchgefühl und der Bereitschaft, genau hinzuschauen. Und manchmal auch einfach, weil ein Ort ruft – und ich hinhöre.

Posted on February 2, 2026 .

Offline ist das neue Online

Neulich stand ich in der Küche, habe gewartet, bis das Wasser kocht, und hatte plötzlich mein Handy in der Hand. Und da wurde mir bewusst: Ich habe nicht gemerkt, wie ich es vom Küchentisch genommen habe (und wieso es überhaupt da lag) und auf die Instagram-App auf der zweiten Seite geswipt habe. Ich habe es angeschaut, wieder weggelegt und mich gefragt, seit wann genau ich diese paar Sekunden Stille nicht mehr aushalte.

Der Computer ist eher unschuldig. Der hat seinen Platz und seine Zeiten, alle Notifications sind ausgeschaltet (auch auf dem Handy), ich habe keine Mühe, ihn auf dem Schreibtisch zu lassen, und ich renne auch nicht konstant hin, um ihn aufzuklappen. Das Handy hingegen schleicht sich überall rein. Es liegt nicht nur da, es macht sich bemerkbar. Bei mir eben nicht durch Klingeln, Vibrieren oder rote Punkte, die aufploppen (das ist alles aus- und stummgeschaltet). Ich kann es nicht schönreden, es ist eine Sucht.

Ich merke, dass ich es vor allem dann benutze, wenn nichts passiert. Warten. Übergänge. Diese kleinen Lücken im Alltag. Und es geht nicht um Information. Oder um Verbindung. Es geht ums Überbrücken. Ums Beschäftigtsein. Um dieses Gefühl, nicht einfach nur da zu sein.

Im Dezember war ich drei Tage in London und habe das Handy ausgeschaltet. Was in diesen Tagen passiert ist, habe ich hier aufgeschrieben >>

Ich weiss noch, dass ich am ersten Tag öfter in meine Tasche gegriffen habe. Reflex. Am zweiten Tag wurde es weniger. Am dritten Tag war es weg. Und ich habe es auch nicht mehr vermisst. Ich war erstaunt, wie schnell es ging, mich an das Nicht-Benutzen zu gewöhnen, und auch, dass mir nichts gefehlt hat. Klar, ich habe auch nicht gearbeitet, aber trotzdem.

Seitdem beschäftigt mich das Thema intensiver. Auch, weil es nicht nur ein persönliches Gefühl ist, sondern ziemlich gut erforscht.

Smartphones funktionieren nicht zufällig so, wie sie funktionieren. Sie arbeiten mit variablen Belohnungen. Man weiss nie genau, was kommt. Eine Nachricht. Ein Like. Eine Mail. Oder nichts. Genau dieses Unvorhersehbare sorgt dafür, dass Dopamin ausgeschüttet wird. Nicht dann, wenn etwas passiert, sondern vorher. Beim Griff zum Handy. Das Gehirn liebt dieses „vielleicht“. Und es lernt rasend schnell, dass sich Nachschauen lohnen könnte.

Das ist dasselbe Prinzip, das man aus der Suchtforschung kennt. Nur nennen wir es hier „Alltag“. Oder „Erreichbarkeit“. Oder „Organisation“.

Studien zeigen, dass wir unser Handy im Schnitt mehrere hundert Male pro Tag berühren. Oft ohne bewusste Entscheidung. Und es wird noch spannender: Schon die blosse Anwesenheit des Smartphones – ausgeschaltet, auf dem Tisch – senkt die kognitive Leistungsfähigkeit. Ein Teil der Aufmerksamkeit bleibt gebunden. Wie ein offener Kreis, der nie ganz schliesst. Das Nervensystem bleibt in Bereitschaft. Tiefes Denken wird anstrengender. Abschalten sowieso.

Gleichzeitig gibt es im Gehirn ein Netzwerk, das nur dann aktiv wird, wenn wir nichts tun. Kein Input, keine Reaktion, keine Aufgabe. In diesen Phasen verarbeitet das Gehirn Erlebtes, sortiert Emotionen, verbindet Gedanken neu. Kreativität entsteht dort. Auch Zufriedenheit. Wer diese Phasen ständig unterbricht – und genau das tun wir mit permanentem Handygebrauch –, beraubt sich genau dieser Prozesse.

Interessant ist auch, was passiert, wenn Menschen ihr Handy bewusst weglegen. Studien zeigen, dass schon wenige Tage mit reduziertem Smartphone-Konsum zu besserer Stimmung, mehr Klarheit und höherer wahrgenommener Lebenszufriedenheit führen. Menschen berichten von besserem Schlaf, mehr Geduld, mehr Ideen. Nicht, weil plötzlich alles gut ist, sondern weil das System wieder Luft bekommt.

Das hat mich auch in meiner Arbeit nachdenklich gemacht. In unseren Retreats wollen Menschen zur Ruhe kommen, sich spüren, präsent sein. Und gleichzeitig liegt das Handy oft griffbereit neben der Matte oder auf dem Tisch. Deshalb haben wir begonnen, handyfreie Zonen einzuführen. Beim Essen. Beim Yoga. Das Handy bleibt im Zimmer. Und ja, es gibt auch die Möglichkeit, es für diese Zeit abzugeben. Nicht, um jemanden zu erziehen. Sondern weil ich weiss, wie stark diese Gewohnheit ist. Und wie erleichternd es sein kann, wenn die Entscheidung nicht immer neu getroffen werden muss.

Ich glaube nicht, dass wir zurück in eine analoge Welt müssen. Aber ich glaube, dass wir wieder lernen dürfen, Offline-Zeiten ernst zu nehmen. Nicht als Wellness-Trend, sondern als Voraussetzung dafür, klar denken, kreativ arbeiten und zufrieden leben zu können.

Vielleicht ist das heute der eigentliche Luxus.
Nicht immer erreichbar zu sein.
Nicht jede Lücke zu füllen.
Sondern sich diese ungeplanten, manchmal etwas unbequemen Momente wieder zu erlauben.

Und zu merken, dass genau dort oft das entsteht, was wir eigentlich suchen.

Posted on January 19, 2026 .

Bioresonanz bei Pferden – meine Erfahrung mit Na'ima

Im Sommer 2025 habe ich bei meiner Araberstute Na'ima eine Bioresonanz-Haaranalyse machen lassen. Der Auslöser war ein Sommerekzem mit starkem Juckreiz an Mähne und Schweif – und ein Thema, das uns schon länger begleitet: ein konstanter Blähbauch.

Ich hätte weiter einzelne Symptome behandeln können. Aber ich wollte verstehen, wie ihr System insgesamt reagiert, und wo es gerade Unterstützung braucht. Das war der Gedanke dahinter.

Was ist Bioresonanz?

Bioresonanz ist eine energetische Methode – das heisst, sie arbeitet nicht mit Blutbild oder klassischen Laborwerten. Die Grundannahme ist, dass Organismen auf bestimmte Stoffe, Reize oder Belastungen mit messbaren energetischen Schwingungen reagieren. Bei einer Haaranalyse werden diese Resonanzen über eingesandtes Haarmaterial getestet.

Ich sage das klar: Bioresonanz ersetzt keine tierärztliche Diagnostik. Sie stellt keine medizinischen Diagnosen und liefert keine schulmedizinischen Befunde. Was sie kann, ist Hinweise geben – wo das System gerade besonders gefordert ist, wo es überreagiert oder energetisch geschwächt wirkt.

Für mich war es kein Entweder-oder, sondern eine zusätzliche Perspektive, die ich mir geholt habe.

Warum eine Haaranalyse?

Der praktischste Vorteil: Sie ist für das Pferd völlig stressfrei. Keine Blutentnahme, kein Tierarzttermin, kein Aufwand. Gleichzeitig können sehr viele Parameter getestet werden.

Bei Na'ima ging es mir nicht darum, eine einzelne Ursache zu finden. Ich wollte ein Gesamtbild – was belastet sie? Wo ist ihr System dauerhaft unter Druck? Und wo könnte man sinnvoll ansetzen?

Was wird konkret getestet?

Die Analyse umfasste drei Bereiche:

Organsysteme Hier wird betrachtet, wie verschiedene Organsysteme – Verdauung, Stoffwechsel, Immunsystem, Haut – energetisch im Vergleich zu einem Idealwert stehen. Werte darüber können auf Dauerstress oder Überlastung hinweisen, Werte darunter auf Schwäche. Einzelne Abweichungen sind normal. Interessant wird es, wenn sich Muster zeigen.

Umweltfaktoren und Unverträglichkeiten Hier werden Resonanzen auf eine grosse Anzahl möglicher Einflussfaktoren getestet: Pflanzen, Pollen, Gräser, Milben, Pilze, Zusatzstoffe. Das bedeutet nicht, dass ein Pferd auf all diese Dinge «allergisch» ist – es zeigt, wie stark das System energetisch darauf reagiert. Auf Basis dieser Auswertung habe ich Na'imas Fütterung angepasst.

Vitalstoffhaushalt In diesem Bereich werden energetische Ungleichgewichte bei Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Aminosäuren erfasst. Eine Auffälligkeit heisst nicht automatisch, dass ein Stoff fehlt – sie kann auch darauf hinweisen, dass er zwar vorhanden ist, aber gerade nicht optimal aufgenommen oder verwertet wird.

Wie läuft es ab?

Ich habe die Analyse beim Tierheilkundezentrum Nehls machen lassen. Nach der Auswertung gibt es einen Telefontermin, in dem die Ergebnisse besprochen werden – Tabellen erklärt, Zusammenhänge aufgezeigt, Rückfragen geklärt.

Das war für mich entscheidend. Die Auswertungen sind umfangreich. Ohne Erklärung wäre es schwer gewesen, die Relevanz einzelner Werte einzuordnen. Im Gespräch wurde schnell klar, welche Werte wirklich ins Gewicht fallen und wo man sinnvoll ansetzen kann.

Auch danach hatte ich immer eine Ansprechperson. Wenn Fragen kamen oder Unsicherheiten aufgetaucht sind, konnte ich mich melden. Diese Begleitung über den Zeitraum hinweg habe ich als sehr hilfreich erlebt.

Was Na’ima bekommen hat

Auf Basis der Analyse wurden Fütterung und Begleitung angepasst. Na'ima bekam:

  • Homöopathische Mittel und energetische Resonanzen

  • Eine individuell zusammengestellte Kräutermischung zur Unterstützung von Immunsystem, Haut und Stoffwechsel – die sie übrigens liebt

  • Eine angepasste Fütterung, orientiert am Gesamtbild der Analyse

  • Eine lokale Pflege für die betroffenen Hautstellen

Es war von Anfang an auf einen längeren Zeitraum ausgelegt. Nicht schnell etwas «korrigieren», sondern dem System Zeit geben, sich zu regulieren.

Was sich verändert hat – und was nicht

Nach rund vier Monaten gab es eine Zwischentestung. Der Juckreiz war zu diesem Zeitpunkt deutlich zurückgegangen, Mähne und Schweifhaare waren erhalten geblieben. Sie hat sich im Sommer zum ersten Mal in ihrem Leben nicht blutig gekratzt – das war für mich das aussagekräftigste Ergebnis.

Der Blähbauch ist weiterhin ein Thema. Daran arbeiten wir gezielt weiter.

Bioresonanz ist kein Allheilmittel – das war nie meine Erwartung. Für mich ist es ein Werkzeug, das hilft, genauer hinzuschauen und Entscheidungen bewusster zu treffen. Gerade bei komplexen, chronischen Themen schätze ich diesen Blick auf Zusammenhänge.

Rabattcode

Dieser Erfahrungsbericht ist in Zusammenarbeit mit dem Tierheilkundezentrum Nehls entstanden. Wenn du selbst eine Bioresonanz-Haaranalyse für dein Pferd machen lassen möchtest, bekommst du 12 % Rabatt auf die Analyse sowie auf alle Produkte mit dem Code:

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tierheilkundezentrum.de

Im Podcast besprochen

Wer tiefer ins Thema einsteigen möchte: Ich habe mit Christian Vogel, Geschäftsführer des Tierheilkundezentrums Nehls, einen ausführlichen Podcast aufgenommen. Wir besprechen darin, was die Bioresonanzanalyse genau ist, wie sie funktioniert und wann sie für Pferde – oder andere Tiere – sinnvoll sein kann. Eine Stunde, die sich lohnt, wenn du das Thema wirklich verstehen willst.

🎙️ Jetzt auf Spotify anhören

Posted on January 8, 2026 .

Gedanken zur inneren Führung

oder: was passiert, wenn man sie ignoriert

Manchmal merke ich es erst im Nachhinein. Nicht im Moment selbst. Sondern später, wenn mir Dinge schwerer fallen als sonst. Wenn ich müder bin, obwohl objektiv gar nicht so viel los ist. Oder wenn ich mich frage, warum mir etwas, das ich eigentlich gerne mache, plötzlich Energie zieht.

Dann wird mir oft klar: Ich habe mich selber übergangen.

Nicht dramatisch. Nicht mit Ansage. Eher so im Alltag. Ein „Ich mache das jetzt halt noch“, obwohl innerlich schon lange ein Nein da war. Oder ein leises Gefühl von „eigentlich stimmt das für mich nicht mehr“, das ich wegschiebe, weil es gerade unpraktisch ist.

Jedes Mal, wenn ich meine innere Führung ignoriere, geht Energie verloren. Nicht schlagartig. Sondern langsam. Wie ein kleines Leck, das man lange übersieht.

Ich habe früher gedacht, innere Führung sei etwas Abgehobenes. Intuition, Bauchgefühl, solche Dinge. Heute erlebe ich sie viel nüchterner. Sie zeigt sich körperlich. Als Spannung. Als Müdigkeit. Als Widerstand. Oder als dieses klare Wissen, das sich nicht logisch erklären lässt, aber trotzdem da ist.

Interessant finde ich, dass genau das auch in vielen Büchern und Studien beschrieben wird. In The Body Keeps the Score schreibt Bessel van der Kolk darüber, wie der Körper alles speichert, was wir nicht ernst nehmen. Und Gabor Maté beschreibt in When the Body Says No, wie sehr Anpassung auf Kosten der eigenen Wahrheit Kraft kostet. Das hat mich weniger überrascht als bestätigt. Weil ich es kenne.

Was mir hilft, wieder näher an diese innere Führung zu kommen, ist erstaunlich unspektakulär.

Yoga zum Beispiel. Nicht als spirituelle Praxis, sondern ganz konkret. Ich merke im Yoga sehr schnell, ob ich mich zwinge oder ob ich bei mir bin. Der Körper reagiert sofort. Wenn ich über meine Grenzen gehe, wird der Atem flach. Wenn ich zu sehr will, wird es eng. Yoga bringt mich aus dem Kopf zurück in den Körper. Und dort ist diese innere Führung viel klarer spürbar als in jeder Pro-und-Contra-Liste.

Ähnlich erlebe ich es mit Pferden. Pferde lassen keine Ausreden gelten. Sie reagieren nicht auf das, was ich mir erzähle, sondern auf das, was da ist. Wenn ich innerlich nicht klar bin, wird es schwierig. Wenn ich präsent bin, wird es einfach. Diese Ehrlichkeit ist manchmal unbequem, aber sie bringt mich schneller zu mir zurück als jedes Gespräch.

Und dann ist da noch die Natur. Besonders der Wald. Ich habe lange nicht verstanden, warum Waldbaden so ein Thema ist. Heute verstehe ich es besser. Im Wald passiert etwas mit meinem Nervensystem. Ich werde ruhiger, ohne dass ich etwas tun muss. Gedanken verlieren an Dringlichkeit. Der Körper schaltet einen Gang runter. Studien zeigen, dass sich der Stresslevel messbar senkt – aber eigentlich spüre ich das auch ohne Studien.

Vielleicht ist das der gemeinsame Nenner von Yoga, Pferden und Natur: Sie holen mich raus aus dem Funktionieren. Sie verlangen nichts. Und genau dadurch wird wieder hörbar, was sonst untergeht.

Ich glaube nicht, dass man immer seiner inneren Führung folgen kann. Das Leben ist kein Wunschkonzert. Rechnungen wollen bezahlt werden, Verantwortung hört nicht einfach auf. Aber ich merke, dass es einen Unterschied macht, ob ich mich dauerhaft übergehe oder ob ich wenigstens wahrnehme, wo ich es tue.

Denn innere Führung zu ignorieren kostet Energie. Ihr zuzuhören kostet manchmal Mut. Aber langfristig fühlt es sich ehrlicher an.

Und vielleicht ist genau das der Punkt: nicht alles sofort ändern zu müssen, aber aufzuhören, sich selbst zu überhören.

Posted on January 4, 2026 .