Reitsafari & Yoga Retreat in Namibia – für wen es passt und für wen nicht

Ich werde oft gefragt, welcher Retreat denn der richtige ist, und meine Antwort ist eigentlich immer dieselbe: Es kommt darauf an, was du suchst, weil jeder Retreat eine ganz eigene Energie hat und sich nicht einfach nur durch das Land unterscheidet, in dem er stattfindet.

Marokko ist ein bisschen mein Bootcamp. Es ist wild, frei, schnell, anstrengend, erdend, manchmal dreckig, aufgemischt und gleichzeitig eingebettet in wunderschöne Riads. Du sitzt viele Stunden im Sattel, du bist körperlich gefordert, du bist viel draussen unterwegs und am Abend spürst du, was du gemacht hast.

Unsere Wanderreiten & Yoga Retreats auf San Jon im Engadin sind ruhiger. Die Ritte sind langsamer, es gibt mehr Zwischenräume, mehr Zeit für dich, mehr Zeit zum Nachdenken, zum Schlafen, zum Abschalten.

Namibia ist nochmals etwas anderes, und zwar vor allem deshalb, weil es mein längster Retreat ist. Wir verbringen acht Tage und sieben Nächte am gleichen Ort, in derselben Lodge, ohne zwischendurch weiterzureisen oder die Unterkunft zu wechseln, was bedeutet, dass du wirklich ankommen kannst, ohne im Hinterkopf zu haben, dass du am nächsten Morgen wieder alles zusammenpacken musst.

Seit 2023 führen wir diesen Retreat auf der Kambaku Lodge durch, nachdem ich 2022 selbst dort war, um mir alles genau anzuschauen. Für mich ist es wichtig zu sehen, wie die Pferde gehalten werden, wie gearbeitet wird, wie mit Gästen umgegangen wird und wie sich ein Ort anfühlt, bevor ich ihn in mein Programm aufnehme. Und ich war damals wirklich sofort überzeugt – von der Liebe zum Detail, von der Professionalität des Teams, vom Wissen der Guides und vor allem von den Ritten, bei denen du unterwegs bist und ganz selbstverständlich Zebras, Giraffen, Antilopen oder Warzenschweine siehst, während über dir Vögel kreisen und rundherum einfach Natur ist.

Natürlich ist die Reise nach Namibia nicht kurz. Von der Schweiz, Österreich oder von Deutschland aus sind es ungefähr zehn Stunden Flugzeit, aktuell unter anderem mit Discover Airlines direkt von Frankfurt oder München nach Windhoek, alternativ auch über Johannesburg oder Addis Abeba. Was ich persönlich sehr angenehm finde, ist, dass es keine Zeitverschiebung gibt, sodass du zwar lange unterwegs bist, aber keinen Jetlag hast und dich nach der ersten Nacht nicht komplett verschoben fühlst.

Namibia ist zudem ein sehr sicheres Reiseland, was viele interessiert. Du musst dir am Flughafen keine Sorgen machen, es ist ruhig, freundlich und gut organisiert, und du kannst die Reise problemlos mit ein paar zusätzlichen Tagen davor oder danach verbinden. Seit diesem Jahr bieten wir auch organisierte Safaris im Anschluss an den Retreat an, du kannst aber genauso gut selbst ein Auto mieten und das Land individuell erkunden. Wenn du dich anmeldest und die Anzahlung geleistet hast, bekommst du von mir eine ausführliche Infoliste mit Packliste, Wetterinformationen, Kontakten und ganz konkreten Tipps zu Hotels und Reiserouten, alles Dinge, die ich selbst getestet habe.

Wenn du in Windhoek landest und nicht individuell weiterreist, holen wir dich am Flughafen ab und fahren gemeinsam zur Lodge, was je nach Stopps und Verkehr zwischen vier und fünf Stunden dauert. Meistens kommen die Flüge am Morgen an, sodass wir am frühen Nachmittag auf Kambaku eintreffen. Dort wirst du mit einem Welcome-Drink begrüsst, bekommst ein Mittagessen und hast Zeit, dich von der Reise zu erholen. Schon beim ersten Blick von der Terrasse ins Reservat siehst du oft Tiere, und genau das macht diesen Ort so besonders.

Am ersten Abend treffen wir uns am Feuerplatz mit Blick auf das Wasserloch, stellen uns vor, lernen uns kennen und beginnen oft mit einer kleinen Meditation oder Achtsamkeitsübung, bevor wir gemeinsam zu Abend essen. Das Abendessen findet immer um 20 Uhr statt und besteht aus drei Gängen, mit viel frischem Gemüse und – wenn möglich – lokalen Produkten, sehr schön zubereitet. Je nach Wetter sitzen wir auf der Dachterrasse oder im Innenbereich. Das Frühstück und auch das Mittagessen finden auf der Terrasse mit Blick ins Naturreservat statt. Drei Mahlzeiten pro Tag sind inkludiert, am Nachmittag gibt es Kaffee und Kuchen, und den ganzen Tag stehen Säfte, Joghurt, Früchte und Tee zur Verfügung.

Die Tage haben eine klare Grundstruktur, sind aber nicht durchgetaktet. Jeden Tag praktizieren wir 90 Minuten Yoga, entweder morgens um halb neun oder abends um 18 Uhr, meist draussen im Garten zwischen Zitronenbäumen, begleitet von Vogelgezwitscher. Einmal fahren wir bewusst in den Busch hinaus, rollen dort die Matten aus und praktizieren mitten in der Natur, was jedes Mal ein besonderes Erlebnis ist, bevor wir anschliessend zu einem Buschfrühstück an einen schattigen Ort fahren, wo alles vorbereitet ist.

Wir reiten täglich zwei bis zweieinhalb Stunden, entweder am Morgen oder am späten Nachmittag. Wenn wir abends reiten, führen uns die Wege oft zu einem Sun Downer, wo wir die Pferde absatteln und frei lassen, während wir einen Gin Tonic oder einen Softdrink trinken und der Sonne beim Untergehen zuschauen, während die Pferde vor uns grasen. Zurück zur Lodge werden wir mit dem Jeep gefahren.

Die Reitgruppen sind nach Niveau eingeteilt, sodass wirklich jede und jeder mitkommen kann. Absolute Beginner reiten in einer Schrittgruppe und können, wenn sie möchten, traben lernen. Wer lieber im Schritt bleibt, kann die Wildtiere in Ruhe vom Pferd aus beobachten. Für fortgeschrittene Anfänger gibt es Gruppen mit Schritt und Trab und eventuell ersten Galopps, und für erfahrene Reiterinnen und Reiter gibt es eine eigene Gruppe mit viel Trab und Galopp, um grössere Teile des Gebiets zu entdecken.

Optional kannst du eine Nacht im Buschcamp buchen, das auf einer Waldlichtung liegt. Du reitest oder fährst mit dem Jeep dorthin und übernachtest in einem auf Stelzen gebauten Zelt mit 1.60 Meter breitem Bett, bequemer Matratze und allem, was du brauchst. Du kannst das Zelt alleine nutzen oder teilen. Es gibt ein Outdoor-Bad mit holzbefeuerter Dusche und eine Toilette mit freier Sicht in die Umgebung. Die Wege sind mit Laternen beleuchtet, am Abend kocht ein Guide für dich auf dem Grill, und am nächsten Morgen führt er dich auf einem Buschwalk durch die Umgebung, bevor du gegen Mittag wieder zur Lodge zurückkehrst.

Wenn du möchtest, kannst du zudem einen Ausflug in den Etosha National Park machen, der etwa zwei Stunden entfernt liegt. Du fährst um fünf Uhr los, frühstückst vor dem Park und verbringst den Tag im Safari-Fahrzeug, da man im Park nicht aussteigen darf. Am Mittag isst du in einem staatlich geführten Restaurant im Park, und am Abend bist du wieder vor dem Abendessen zurück auf Kambaku.

Das Reservat umfasst rund 8000 Hektar, also etwa 80 Quadratkilometer, und alle Ritte finden innerhalb dieses Gebiets statt. Es gibt dort keine Löwen, Elefanten, Nashörner, Nilpferde, Krokodile oder andere grosse gefährliche Tiere, aber es gibt Leoparden, die extrem scheu und selten zu sehen sind. Ja, es gibt Schlangen, auch giftige, aber sie verschwinden in der Regel, wenn sie Vibrationen wahrnehmen, und in über 20 Jahren seit es Kambaku gibt, gab es keinen Vorfall mit Verletzungen durch Schlangen. Spinnen gibt es ebenfalls, allerdings keine für dich gefährlichen. Wichtig ist einfach zu bedenken, dass es ein Wildreservat ist, und ein gewisser Respekt vor der Natur dazu gehört.

Wir reisen in der Regel Ende Februar oder Anfang März, inzwischen dreimal pro Jahr, weil der Retreat so beliebt ist. Es ist das Ende der Regenzeit, was bedeutet, dass es warm ist – teilweise um die 30 Grad – und das Land oft sehr grün ist, mit vielen jungen Tieren. Manche Jahre regnet es kaum, manche Jahre gibt es täglich kurze Schauer. Wir sind mit dem Programm immer flexibel und konnten bisher alles wie geplant durchführen.

Die Lodge selbst ist eine Vier-Sterne-Unterkunft mit 13 Zimmern. Alle Zimmer sind Doppelzimmer mit 1.80 Meter breiten Betten, die bis auf ein Zimmer nicht getrennt werden können. Du kannst ein Doppelzimmer alleine buchen oder mit einer Begleitperson teilen. Wenn du teilst, schläfst du gemeinsam unter einem Moskitonetz, allerdings mit getrennten Bettdecken. Jedes Zimmer hat natürlich auch sein eigenem Bad. Es gibt Standardzimmer, grössere Luxuszimmer mit privater Terrasse und Safari-Bungalows etwas ausserhalb der Lodge, die wie kleine Häuser mit Zeltwänden aufgebaut sind und über ein eigenes Bad sowie eine Terrasse verfügen. WLAN gibt es im Haupthaus, in den Safari-Bungalows kaum oder gar nicht.

Wie bei allen meinen Retreats ist das Pferdewohl zentral. Die Pferde leben in Gruppenhaltung, haben täglich Zugang zu Heu, bekommen Kraftfutter, Mineralfutter und individuelle Zusätze, regelmässige Hufpflege, jährliche Zahnarztkontrollen und bei Bedarf Physiotherapie. Das Team ist sehr geschult in Pferdegesundheit, da ein Tierarzt mindestens zwei Stunden entfernt ist, und wenn etwas ist, wird sofort gehandelt. Das Maximalgewicht liegt wie bei all meinen Retreats bei 80 Kilogramm, auf Anfrage können aber auch Personen bis 95 Kilogramm mitkommen. Es gibt rund 30 Pferde unterschiedlicher Rassen und Grössen, vom Appaloosa über namibianisches Warmblut bis zu Basuto-Pferden und anderen Mixen. Die Pferde haben Stockmasse von etwa 1.40 bis knapp 1.70 m.

Namibia passt also zu dir, wenn du dir acht Tage Zeit nehmen möchtest, wenn du an einem Ort bleiben willst, wenn du Tiere beobachten möchtest und nicht jeden Tag Ortswechsel brauchst. Es passt weniger, wenn du nur ein paar Tage Zeit hast, wenn du täglich viele Stunden im Sattel sitzen möchtest wie in Marokko oder wenn du extreme Angst vor Insekten oder Wildtieren hast.

Wenn du unsicher bist, welcher Retreat für dich stimmig ist, dann schreib uns, und wir sagen dir ehrlich, ob Namibia passt oder ob vielleicht ein anderer Ort besser zu dir passt.

Posted on March 3, 2026 .