Reicht meine Reiterfahrung für einen Reiten & Yoga Retreat?

Reicht meine Reiterfahrung für einen Reiten & Yoga Retreat?

Vielleicht fragst du dich das gerade – und die ehrliche Antwort ist: Es kommt darauf an. Es gibt nicht die eine Voraussetzung, die für alle unsere Retreats gilt, weil wir ganz bewusst für verschiedene Erfahrungsstufen anbieten.

Was viele nicht auf dem Schirm haben: Reiten im Gelände ist etwas anderes als Unterricht in der Halle. Der Boden ist uneben, das Tempo oft höher, und du bist manchmal mehrere Stunden am Stück draussen. Dazu kommt das Reiten in der Gruppe, das seine eigene Dynamik hat. Es lohnt sich also, ehrlich einzuschätzen, wo du gerade stehst.

Für Einsteigerinnen gibt es bei uns Retreats mit kürzeren Ritten, ruhigerem Tempo und engerer Begleitung. Du wirst schrittweise ans Geländereiten herangeführt und lernst, dich auf einem unbekannten Pferd in einer neuen Umgebung zurechtzufinden.

Mit etwas mehr Erfahrung kannst du dich draussen auch wirklich auf die Landschaft einlassen, weil du die Grundlagen nicht mehr aktiv denken musst. Diese Retreats setzen voraus, dass du in den Grundgangarten sicher bist und dich auf einem unbekannten Pferd zurechtfindest.

Was «sicher reiten» bei uns konkret bedeutet

Sicher reiten heisst für uns: Du weisst, wie man ein Pferd sattelt und zäumt, du kannst dich um dein Pferd kümmern – vor und nach dem Ritt – und du gibst in allen drei Gangarten klare Hilfen. Du kannst das Tempo kontrollieren, auch wenn das Pferd nicht sofort so reagiert wie erwartet. Und du kommst auch dann zurecht, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert. Ein Vogel fliegt auf, das Pferd stolpert, die Gruppe wechselt plötzlich das Tempo. Du brauchst in diesem Moment keine Anleitung. Wir reiten im Gelände, oft stundenlang, auf Pferden die du nicht kennst, über unebenes Terrain, manchmal auch längere Strecken in Trab und Galopp. Das soll sich gut anfühlen – nicht nach Durchhalten.

Wir sind seit über zwölf Jahren und unzähligen Ritten unterwegs – die Unfälle, die wir in dieser Zeit hatten, kann ich an einer Hand abzählen. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis davon, dass wir bei der Einteilung konsequent sind. Wer auf dem falschen Retreat landet, hat keinen Spass – und das Risiko steigt. Deshalb nehmen wir uns die Zeit, das vorab wirklich zu klären.

Für sehr erfahrene Reiterinnen

Einige unserer Retreats sind klar für sehr erfahrene Reiterinnen ausgeschrieben – aktuell zum Beispiel Marokko, Island Nord und Botswana. Hier reicht «sicher reiten» allein nicht aus.

In Marokko reiten wir Hengste und zum Teil ehemalige Rennpferde. Es gibt lange Galoppaden am Strand – du brauchst keine Angst vor Tempo, sondern Freude daran. Du reitest aktuell, nicht «früher mal viel», und bringst mehrere Jahre Erfahrung mit.

Island Nord ist ein Handpferde-Retreat: Du reitest mit einem zweiten Pferd an der Hand, lernst den Tölt – das musst du vorher nicht können, das lernst du dort – und bist täglich lange im Sattel. Auch hier gilt: Du reitest aktuell und regelmässig.

In Botswana gelten ähnliche Anforderungen, inklusive kleiner Sprünge im Gelände.

Eine Faustregel, die ich aus Erfahrung weitergebe: Wer sich fragt, ob sie das Level hat – hat es meistens nicht. Wer wirklich sehr erfahren ist, weiss das in der Regel, weil sie in der Pferdewelt zu Hause ist, verschiedene Pferde und Situationen kennt und gar nicht gross überlegen muss. Das ist keine Abweisung, sondern eine ehrliche Einschätzung – damit alle, die dabei sind, das Retreat wirklich geniessen können.

«Ich bin früher viel geritten, aber seit Jahren nicht mehr»

Das höre ich oft – und meine Antwort ist jedes Mal dieselbe: Es kommt darauf an, wie du früher geritten bist. Wer als Kind zehn Jahre lang wöchentlich Unterricht hatte, Dressur und Springen gelernt hat und nie eine ängstliche Reiterin war, der verlernt das meistens nicht so schnell – auch wenn fünf Jahre Pause dazwischen liegen. Wer hingegen als Fünfjährige zwei Jahre auf dem Pony gesessen hat und seither nicht mehr im Sattel war, den würde ich als Anfängerin einstufen. Die Pause allein sagt wenig. Was zählt, ist die Basis, die du damals hattest.

«Ich reite nur in der Halle – reicht das?»

Hallenreiten und Geländereiten sind zwei verschiedene Dinge. In der Halle ist der Untergrund gleich, das Pferd kennt den Raum, und du hast immer jemanden in der Nähe. Im Gelände verändert sich das alles: unebener Boden, andere Aussenreize, kein Zaun. Das bedeutet nicht, dass Hallenreiterinnen nicht mitkommen können – aber es braucht eine ehrliche Einschätzung, ob dein Level dafür ausreicht. Im Zweifel frag mich einfach.

Bei jedem Retreat auf unserer Website ist genau beschrieben, welches Reit-Level vorausgesetzt wird. Den schnellsten Überblick bekommst du im Retreat Guide – dort sind alle Angebote mit den jeweiligen Anforderungen zusammengefasst.

Und wenn du dir trotzdem nicht sicher bist: Meld dich einfach. Ich gebe dir eine direkte Einschätzung – nicht irgendein allgemeines «Das passt schon», sondern eine konkrete Aussage dazu, was für dich Sinn macht und was nicht.

Posted on March 23, 2026 .