Scopello entdecken: Mein Geheimtipp an Siziliens Küste

Scopello entdecken

Ich war drei Nächte in Scopello – und bin noch immer ein bisschen verliebt in diesen Ort.

Untergebracht war ich in der Ferienwohnung von Chiara – absolut empfehlenswert. Das Beste daran: das Wohnzimmer mit direktem Meerblick. Morgens Kaffee mit Wellenrauschen, abends ein Glas Wein beim Sonnenuntergang. Mehr braucht es ehrlich gesagt nicht. Im Haus gibt es noch eine zweite Wohnung, die durch eine Verbindungstür verbunden ist – man hört die Nachbarn ein bisschen. In meinem Fall war es kein Problem, aber wissen sollte man es.

Scopello selbst – kleiner als man denkt, schöner als man erwartet

Scopello ist kein Dorf im klassischen Sinn. Eher eine Ansammlung hübscher, verstreuter Siedlungen, die sich einen Hügel entlang ziehen. Das Zentrum liegt ein paar Minuten bergauf – dort sind die Restaurants, Bars und ein paar kleine Läden. Zum nächsten Kieselstrand kommt man in rund 10 Minuten zu Fuss, was für morgendliche Badeausflüge wunderbar ist.

Ein paar Empfehlungen, die sich bewährt haben:

  • 🐟 Nettuno – unbedingt auf der Terrasse mit Meerblick reservieren. Der Ausblick ist das halbe Erlebnis.

  • 🍽 Isonzo Cinque – gutes, unkompliziertes Essen.

  • 🍣 La Cialoma – am Sonntag gibt es Sushi. Was erstaunlich gut ist für diese Ecke Siziliens.

  • 🧀 La Bottega di Beppe – ein kleiner Feinkostladen mit regionalen Produkten, ausgezeichnetem Käse, Wurst, Wein und schönen Mitbringseln. Einer dieser Läden, in denen man länger bleibt als geplant.

  • 🛒 Supermercato Scopello – etwas ausserhalb, gut sortiert. Alles fürs Frühstück oder den Aperitivo auf der Terrasse.

Noch ein praktischer Hinweis fürs Auto: Vor dem Ort gibt es zwei bewachte Parkplätze – dort parken und dann zu Fuss rein. Innerhalb von Scopello hat es kaum Platz, und in einige Bereiche darf man mit dem Auto gar nicht rein.

Die Tonnara di Scopello

Direkt am Meer liegt die Tonnara di Scopello – eine ehemalige Thunfischfabrik aus dem Mittelalter, heute stilvoll in Boutique-Apartments umgebaut.

Wer dort übernachtet, hat privaten Meerzugang. Tagsüber kommen auch Besucher, die Eintritt zahlen und das Gelände besichtigen – das teilt man sich dann. Klingt nach mehr als es ist.

Die Führung durch die Anlage dauert rund 20 Minuten und lohnt sich wirklich. Man erfährt, wie hier noch bis in die 1970er Jahre Thunfisch gefangen wurde – eine Methode, die es so heute kaum mehr gibt. Geschichte, die man sich vorstellen kann.

Ausserdem gibt es einen öffentlichen Meerzugang mit Liegen und einer kleinen Bar. Der Einstieg ist steinig, das Wasser dahinter umso klarer.



San Vito Lo Capo – und mein eigentlicher Geheimtipp

Am zweiten Tag bin ich nach San Vito Lo Capo gefahren. Der Strand ist wirklich schön – feiner weisser Sand, türkisfarbenes Wasser, fast karibisch. Aber das Städtchen selbst war schon im Mai ziemlich voll, laut, etwas party-lastig. Nicht ganz meins.

Also bin ich einfach weitergefahren. Und das hat sich gelohnt: Cala Calazza. Ein kleines, wildes Paradies aus Sand und Felsen. Keine Bar, keine Liegen, keine Infrastruktur – einfach Meer und Felsen und Stille. Genau das.

Was noch auf der Liste steht

Für ein paar Dinge hat die Zeit nicht gereicht – aber die kommen beim nächsten Besuch:

  • Castellammare del Golfo – ein hübsches Städtchen in der Nähe mit schönen Stränden. Soll sich lohnen.

  • Zingaro-Nationalpark – verbindet Scopello mit San Vito Lo Capo auf einem Wanderweg entlang einsamer Buchten. Definitiv auf der Liste.

  • Wer lieber vom Wasser aus erkundet: Es gibt Bootstouren ab Castellammare del Golfo, die zu den schönsten Buchten der Küste führen.

Wenn du auf der Suche nach einem Ort bist, der noch nicht vollständig entdeckt ist – mit gutem Essen, klarem Wasser und einer Ruhe, die man heute nicht mehr überall findet – dann fahr nach Scopello. Am besten bald, bevor es sich herumspricht.

Posted on May 7, 2025 .